04.04.2019, 12.06 Uhr

Abschiebechallenge auf Twitter: DIESE Hass-Challenge der NPD schockiert das Internet

Bei Twitter grassiert eine Challenge, die rundweg für Empörung sorgt. Rechtsextreme benennen hier Menschen, die sie aus Deutschland entfernt sehen wollen. Nicht nur die Betroffenen wehren sich gegen den Hass.

Die Abschiebechallenge auf Twitter schockiert das Netz. Bild: Christoph Dernbach/dpa

Man mag gar nicht glauben, wie sicher sich Menschen mit rechtem Gedankengut in den Weiten des Internets fühlen. Als habe nichts, was man hier tue und sage, irgendeine Konsequenz. Ein schockierendes Beispiel dafür liefert die aktuell bei Twitter grassierende "Abschiebechallenge".

Rechtsextreme "Abschiebchallenge" benennt unliebsame Personen, die ausgewiesen werden sollen

Unter dem Hashtag "#Abschiebechallenge" nominieren sich aktuell Menschen aus dem rechtsextremen Umfeld gegenseitig, Namen von Menschen zu nennen, die sie gerne abschieben würden. Bar jeder Hemmungen zeigen sich die bei der "Challenge" Herausgeforderten mit einem Foto, auf dem sie zumeist ein Blatt Papier halten und hier die Klarnamen derjenigen nennen, die doch bitte in ihre Heimat zurückgeschickt werden sollten.

NPD gilt als Initiator der Hass-Aktion

NPD-Chef Frank Franz etwa wünscht sich, dass doch bitte die SPD-Politikerin Sawsan Chebli, die die Interessen Berlins gegenüber dem Bund vertritt, in ihre Heimat zurückgeschickt werden sollte. Ricarda Riefling, Parteivorstandsmitglied der NPD, will die Journalistin Hatice Akyun aus Deutschland entfernen. Und Udo Voigt, ehemaliger Vorsitzender der NPD, wünscht sich genau das für Deniz Yücel.

"Abschiebechallenge" zeigt, dass Hass auch Folgen fürs Gehirn hat

Es ist also eindeutig klar, wessen Geistes Kind die Teilnehmer dieser Challenge sind. Und wie so oft, disqualifizieren sie sich direkt selbst mit ihrer "Aktion". Nehmen wir nur Udo Voigts Forderung, Deniz Yücel in seine Heimat zurückzuschicken. Wo soll die sein? Yücel wurde in Flörsheim am Main geboren. Er ist also Deutscher. Zumindest wird die Abschiebung dann wenigstens billig. Oder Frank Franz' Forderung, Sawsan Chebli abzuschieben. Die wurde in Berlin geboren. Da sie dort auch arbeitet, reicht hier ein Busticket, zu ihrer Wohnung, um sie in ihre "Heimat" abzuschieben. Eine Wissenschallenge wäre also angebrachter gewesen. Oder wenigstens eine "WieFunktioniertGoogle"-Challenge.

So cool reagiert Dunja Hayali auf die "Abschiebechallenge"

Am eindeutigsten bezieht Dunja Hayali gegen diese dumme Aktion Stellung. Auch sie wurde häufiger als Abzuschiebende benannt. Sie reagierte darauf gewohnt bissig: "Echt jetzt? Eine Deutsche abschieben? Wohin denn? Nach Datteln?" Was die in Datteln geborene Journalistin unter dem Hashtag "#ichbleibe" sonst noch zu der Aktion zu sagen hat, lesen Sie hier:

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Doch nicht nur Dunja Hayali zeigt klare Kante gegen die Aktion. Auch Promis wie Klaas Heufer-Umlauf beziehen eindeutig Position gegen die "Abschiebechallenge". Schön fies bringt es Micky Beisenherz auf den Punkt:

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Das Verstörende: Twitter tut nichts gegen die Aktion

Doch nicht nur die Aktion selbst gerät unter scharfen Beschuss, auch die Kritik an Twitter mehrt sich. Immerhin lässt der Social-Media-Dienst die Teilnehmer der "Abschiebechallenge" bislang einfach gewähren. Als Beispiel für die Twitter-Kritik sei dieser Tweet herangezogen:

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Neben den eindeutig rechtsgesinnten Teilnehmern der "Challenge" finden auch andere die "Abschiebechallenge" toll. Allerdings ganz sicher nicht im Sinne der Erfinder. Stellvertretend dafür dieser Tweet:

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Andere wiederum reagieren richtig schön zynisch auf den Hass hinter der Aktion. Beispielhaft sei die Journalistin Ferda Ataman genannt:

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Andere macht die Aktion sogar kreativ. So machte ein Twitter-Nutzer aus diesem Tweet von Claus Cremer (NPD-Mitglied):

DAS hier:

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Man kann nur hoffen, dass die ganze Aktion weitreichende Folgen haben wird. Das Schöne: Alle Teilnehmer der Challenge präsentieren sich ja mit passigem Selfie. So kann keiner behaupten, nichts gemacht und von nichts gewusst zu haben.

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pap/loc/news.de

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