03.04.2019, 09.39 Uhr

Islamismus im Netz 2018: Mit Özil und Co.! So ködern Islamisten Jugendliche im Netz

Durch die wachsende Verbreitung von sozialen Netzwerken und Instant Messengern ist es für Islamisten leichter geworden, Jugendliche für ihre Zwecke zu rekrutieren. Ein neuer Bericht zeigt jetzt, wie die Extremisten dabei vorgehen.

In Berlin stellte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey am Dienstag den Report "Islamismus im Netz 2018" vor. Bild: Jörg Carstensen/dpa

Das Online-Portal "jugendschutz.net" hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesfamilienministerium eine Untersuchung veröffentlicht, wie radikale Islamisten im Internet versuchen, vor allem Jugendliche für ihre Zwecke rekrutieren. Dabei greifen sie nicht nur auf beliebte Social-Media-Plattformen wie Instagram oder YouTube zurück, sondern verbreiten ihre Propaganda auch über Messenger-Dienste wie Telegram. Wir stellen Ihnen drei Beispiele vor.

Islamismus im Netz 2018: Mesut Özil soll Jugendliche überzeugen

Laut dem Bericht "Islamismus im Netz 2018" knüpfen Islamisten für ihre Propaganda vor allem an die Sehgewohnheiten vor Jugendlichen an und orientieren sich an deren Lifestyle sowie dem aktuellen Zeitgeschehen. So warb die Facebook-Seite "Generation Islam" mit Fußball-Nationalspieler Mesut Özil, als dieser nach einer öffentlichen Rassismusdebatte aus der Nationalmannschaft austrat. Auf einem Foto wurde ihm dazu unter anderem das falsche Zitat "Ich bin deutsch wenn wir gewinnen, aber ich bin Immigrant wenn wir verlieren" in den Mund gelegt.

Islamisten kapern Twitter per Hashtag #NichtOhneMeinKopftuch

Auch auf Twitter versuchten islamische Extremisten im vergangen Jahr, ihre Propaganda zu verbreiten. Unter dem Hashtag "#NichtOhneMeinKopftuch" wurde gegen ein angebliches, drohendes Kopftuchverbot protestiert. Ebenso verwenden Islamisten auf Instagram gezielt Hashtags, um unbedarften Jugendlichen den militanten Dschihad als "coolen Lifestyle" zu verkaufen.

Verschwörungstheorien sollen Glauben an den Rechtsstaat erschüttern

Zudem würden Islamisten nach Anschlägen gezielt Verschwörungstheorien im Netz verbreiten, um den Glauben an den Rechtsstaat zu erschüttern. So behaupteten viele islamistische Facebook-Seiten nach dem Terror-Anschlag in Straßburg im Dezember 2018, dass es sich dabei lediglich um eine "Inszenierung" gehandelt hätte, um vom "Gelbwesten"-Protest in Frankreich abzulenken und den Islam schlecht zu machen.

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jat/loc/news.de

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