02.04.2019, 15.57 Uhr

Zum Schutz bedrohter Tiere: Indonesien sperrt "Dracheninsel" Komodo für Touristen

Die "Dracheninsel" Komodo in Indonesien wird nun ein Jahr lang für Touristen gesperrt. Die drastische Entscheidung hat einen ernsthaften Grund: Die im Urlaubsparadies beheimateten Warane und ihr Lebensraum sollen zur Ruhe kommen.

Indonesien sperrt "Dracheninsel" Komodo für Touristen Bild: Attila Balazs/dpa

Nachdem angeblich in der letzten Woche von den Behörden ein gewaltiger Wilderer-Coup vereitelt werden konnte, bei dem 41 der berühmten "Komododrachen" von der Insel gestohlen und verkauft werden sollten, sieht man sich nun gezwungen, die Insel ein Jahr lang für Besucher zu schließen.

Der Tourismus belastet die Insel Komodo und ihre schuppigen Bewohner schwer

Das östlich von Bali gelegene Eiland, auf dem mehrere tausend Komodowarane zu Hause sind, soll das ganze Jahr 2020 über für Touristen gesperrt bleiben, wie die Regierung in Jakarta mitteilte. Begründet wird dies mit dem Schutz der seltenen Tiere, die oft auch die "letzten Drachen der Welt" genannt werden.Die Schließung soll unter anderem dazu genutzt werden, ein neues Artenschutzprogramm zu starten und neue Bäume anzupflanzen.

Die "letzten Drachen der Welt" sind alles andere als ungefährlich

Die Tiere werden bis zu drei Meter lang und mehr als 70 Kilogramm schwer. Wegen ihres finsteren Erscheinungsbilds werden sie auch Komododrachen genannt. Insgesamt sind auf der Insel etwa 5.000 Warane zu Hause. Sie haben den Ruf, aggressiv und ob ihres giftigen Bisses wie auch ihrer bemerkenswerten Geschwindigkeit alles andere als ungefährlich zu sein. Angriffe der Reptilien auf Menschen sind jedoch selten.

Indonesien verhängt Zwangspause für die Touristenflut

Schon vor den jüngsten Ereignissen wurde über ein Besucher-Limit diskutiert, derzeit kommen pro Monat etwa 10.000 Gäste auf die Insel, was schwere Belastungen für die Tier- und Pflanzenwelt mit sich bringt. Bereits im vergangenen Jahr wurden auch Pläne bekannt, wonach die Insel den Eintritt auf 440 Euro anheben will. Bislang werden für den Eintritt in den Nationalpark etwas mehr als 9 Euro fällig. Den voraussichtlichen Besucherrückgang nimmt man zum Schutz der Tiere in Kauf. 

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sit/news.de/dpa

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