01.04.2019, 13.54 Uhr

Flugzeugabsturz in Erzhausen: 3 Tote bei Flugzeugabsturz - Russische Geschäftsfrau unter den Opfern!

Ein Kleinflugzeug startet im französischen Cannes und stürzt bei frühlingshaftem Wetter auf einem Spargelfeld in Deutschland ab. Drei Menschen sterben. Experten untersuchen die Absturzstelle - Hilfe bekommen sie aus Russland.

Feuerwehrleute in Schutzanzügen halten Brandwache nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs auf einem Spargelfeld im hessischen Erzhausen. Bild: dpa

Einen Tag nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs in Hessen sind am Montag die drei Leichen geborgen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Darmstadt sollen sie an diesem Dienstag obduziert werden. Unter anderem soll die russische Geschäftsfrau Natalija Filjowa unter den Toten sein, wie die Fluggesellschaft S7, deren Miteigentümerin Filjowa ist, mitgeteilt hatte. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt erhofft sich von der gerichtsmedizinischen Untersuchung weitere Erkenntnisse.

Leichen nach Absturz von Propellerflugzeug geborgen

Kriminaltechniker und Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung vermaßen am Vormittag die Absturzstelle und fotografierten das Wrack. Sie will bis zum 25. Mai einen ersten Zwischenbericht vorlegen. Das Propellerflugzeug vom Typ Epic E1000 war am Sonntag bei Erzhausen zwischen Frankfurt/Main und Darmstadt abgestürzt. Wie es dazu kam, war weiterhin unklar.

Drei Tote bei Flugzeugabsturz in Hessen - Russische Geschäftsfrau unter den Opfern

Am späten Sonntagabend wurden erste Informationen zu den Opfern bekannt: So war die prominente russische Geschäftsfrau Natalija Filjowa an Bord. Die Miteigentümerin der S7-Fluggesellschaft sei im Alter von 55 Jahren bei dem Unglück gestorben, teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur in Moskau mit. "Das ist ein unwiederbringlicher Verlust", sagte eine Sprecherin. Filjowa sei eine inspirierende Managerin und wunderbare Frau gewesen.Sie war russischen Medien zufolge mit ihrem Vater an Bord. Auch der Pilot starb.

Absturz-Ursache bislang unklar

Auch russische Experten sollten bei den Untersuchungen zur Unfallursache helfen, sagte die S7-Sprecherin. Filjowa galt als eine der reichsten Frauen Russlands. Russischen Medien zufolge war auch ihr Vater mit in dem Flugzeug. Die Polizei bestätigte die Identitäten zunächst nicht - sprach aber von zwei russischen Staatsangehörigen. Zu dem Piloten der Maschine gab es zunächst keine Informationen.

Weiterer schwerer Unfall nach Flugzeugunglück

Besonders tragisch war, dass es kurz nach dem Flugzeugunglück zu einem weiteren schweren Unfall kam. Ein Streifenwagen, der unterwegs zur Absturzstelle war, wurde frontal von einem entgegenkommenden Auto erfasst. Dessen Fahrer hatte nach ersten Erkenntnissen nach einem Überholmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, das auf die Gegenspur geriet und dort mit dem Streifenwagen zusammenprallte. Der 24-jährige mutmaßliche Unfallverursacher und eine 22 Jahre alte Frau starben, drei Polizeibeamte wurden schwer verletzt.

Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig

Das Kleinflugzeug mit sechs Sitzen war nach Angaben der Deutschen Flugsicherung am Sonntagnachmittag im französischen Cannes gestartet. Wenige Minuten vor dem Absturz habe sich der Pilot bei der Deutschen Flugsicherung abgemeldet, um sich beim Tower des Flugplatzes Egelsbach für die Landung anzumelden. Bei der Maschine handelt es sich um ein Flugzeug vom Typ Epic E1000. Weil bei dem Absturz Schadstoffe freigesetzt wurden, gestalteten sich die Bergungsarbeiten für die Retter sehr schwierig.

Flugzeugabsturz mit drei Toten - Leichen werden geborgen

Am Montagmorgen sollte die Bergung der Leichen beginnen. In der Nacht sei dies wegen der Dunkelheit nicht möglich gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Auch Spuren konnten noch nicht gesichert werden. Das Flugzeug war am Sonntagnachmittag bei frühlingshaftem Wetter in ein Spargelfeld bei Erzhausen nahe Darmstadt gestürzt und sofort ausgebrannt.

Russische Experten reisen zur Absturzstelle des Kleinflugzeugs

Nach dem Absturz des Kleinflugzeugs in Südhessen mit drei Russen an Bord reisen Experten aus Moskau zur Unglücksstelle. Sie sollten noch am Montag dort eintreffen, um den deutschen Kollegen bei der Suche nach der Absturzursache zu helfen. Das sagte der stellvertretende Leiter des russischen Zwischenstaatlichen Luftverkehrskomitees (MAK), Sergej Sajko, der Agentur Tass in Moskau.

"Der Staat, dessen Flugzeug abgestürzt ist, ist immer an der Zusammensetzung der Untersuchungskommission beteiligt", sagte Sajko. "Sollte es notwendig sein, sind wir bereit, beratend zu helfen und Hilfe zu leisten bei der Auswertung der Flugschreiber, sollten diese gefunden werden." Nach Darstellung des MAK in Moskau waren Flugschreiber bei dem abgestürzten Flugzeugtyp des Herstellers Epic nicht zwingend vorgeschrieben. Es sei unklar, ob es in der Maschine einen Flugschreiber gegeben habe.

Die Maschine war nach Angaben aus Moskau im französischen Cannes gestartet. Sie stürzte am Sonntagnachmittag gegen 15.30 Uhr auf ein Spargelfeld in Erzhausen bei Darmstadt und brannte komplett aus, wie die Polizei mitgeteilt hatte.

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sba/news.de/dpa

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