Wetter im Sommer 2019: Droht Deutschland der nächste Dürre-Sommer?

Der Sommer 2018 brach mit tropischen Temperaturen und extremer Dürre alle Rekorde - doch der Wettervorhersage für Sommer 2019 zufolge soll das kein Einzelfall bleiben. Meteorologen wagen nun eine erste Prognose fürs Sommerwetter.

Heiße, von Dürre geprägte Sommer werden in Deutschland keine Seltenheit bleiben, wie Meteorologen warnen. Bild: Bernd Wüstneck / picture alliance / dpa

Aus meteorologischer Sicht beginnt der Sommer zwar erst am 1. Juni offiziell - doch bereits jetzt, da der Frühling 2019 uns einen Vorgeschmack auf die warme Jahreszeit gegeben hat, dürfte es viele interessieren, wie das Wetter in diesem Sommer werden wird. Steht Deutschland nach dem Rekord-Sommer 2019 abermals ein Mix aus tropischer Hitze, wenig Niederschlag und Dürre bevor?

Wetter im Sommer 2019: Wie lautet die Prognose der Meteorologen?

Dieser Frage haben sich unter anderem die Meteorologen von "wetter.com" gewidmet. Um eine langfristige Wetterprognose für die Sommermonate abzuschätzen, ziehen die Experten aktuelle Daten des US-amerikanischen Wetterdienstes National Oceanic and Atmospheric Administration, kurz NOAA, zu Rate. Auch Vergleiche mit früheren Wetteraufzeichnungen können den Experten bei ihrer Prognose helfen.

Sommer in Deutschland: Neuer Hitze-Hammer im Anmarsch!

Die Analyse lässt erste Prognosen zu, welches Wetter im Sommer 2019 zu erwarten ist: Demnach können wir uns wahrscheinlich auf überdurchschnittlich hohe Temperaturen gefasst machen. Zu den Hundstagen, die 2019 auf die Zeit vom 23. Juli bis 23. August fallen, ist den Wetterfröschen zufolge große Hitze wahrscheinlich. Regionale Unterschiede könnten jedoch in Sachen Niederschlag auftreten: Für den Norden Deutschlands könnte Regen tendenziell Mangelware sein, während sich der Süden auf stärkere Niederschläge einstellen könnte.

Sommer-Temperaturen steigen seit Jahrzehnten unaufhörlich weiter

Ob der Sommer 2019 ähnlich hitzig wird wie im vergangenen Jahr? Einige Experten sehen das Quecksilber schon steigen: Über einen längeren Zeitraum gesehen - genauer gesagt in Abständen von 36 Jahren - kam der Sommer mit besonders heftiger Hitze über Deutschland. Nach den Jahren 1911, 1947 und 1983 könnte es 2019 erneut so weit sein. Zudem zeigt der Blick auf die vergangenen Sommer, dass die Temperaturen stetig nach oben kletterten - ein Ende dieser klimatischen Entwicklung, die sich bereits seit zwei Jahrzehnten abzeichnet, ist nicht absehbar.

Sommer-Hitze macht Deutschlands Landwirten zu schaffen

Vor allem für Landwirte in Deutschland könnte diese Wetterprognose eine echte Herausforderung darstellen. Ernteausfälle aufgrund von Dürre sorgten bereits nach dem Rekordsommer von 2018 für Engpässe und Preisanstiege bei Lebensmitteln. Doch lässt sich aus dem Dürresommer 2018 lernen?

FOTOS: Trockener Sommer 2018 Dürre in Deutschland! So fatal ist die Dauer-Hitze
zurück Weiter Vertrocknete Felder, Temperaturrekorde und wochenlang kaum Regen - Deutschland erlebt einen Ausnahmesommer. Das von der Raumstation ISS aus aufgenommene Foto Mitteleuropas zeigt das besorgniserregende Ausmaß der anhaltenden Dürre. (Foto) Foto: ESA / NASA / Alexander Gerst / picture alliance / dpa Kamera

Deutscher Wetterdienst (DWD) will Bauern vor Hitze-Sommern warnen

Wann ist der Boden so trocken, dass es für die Pflanzen kritisch wird? Bauern in Deutschland sollen künftig frühzeitiger vor Dürren gewarnt werden. Entsprechende Vorhersagen möchte der DeutscheWetterdienst (DWD) Landwirten ab dem kommenden Jahr anbieten, wie DWD-Vizepräsident Paul Becker am Dienstag in Berlin sagte. "Der Trend der Erwärmung ist global ungebrochen." In Deutschland werde man künftig häufiger mit Dürren rechnen müssen.

Wie kann man Dürre im Sommer langfristig vorhersagen?

Weil Niederschlagsvorhersagen mehrere Wochen im Voraus weitgehend unbrauchbar seien, setzt der DWD für die neuen Dürre-Prognosen auf Berechnungen der Bodenfeuchte. Damit ist die Menge des im Boden gespeicherten Wassers gemeint. Vorhersagen von bis zu sechs Wochen imVoraus würden möglich, weil sich der Boden deutlich träger verhalte als die Atmosphäre, erläuterte Becker.Diese sei "hoch variabel" in Deutschland: "Einen Tag haben wir Niederschlag, einen Tag haben wir keinen."

Mit dem neuen Vorhersage-Instrument hätte die lang anhaltende Dürre in vielen Regionen Deutschlands im Juni 2018 bereits Mitte Mai "mit ordentlicher Qualität" vorhergesagt werden können, so Becker. Die Einbußen der Landwirte hätten sich mit diesem Wissen aus DWD-Sicht zumindest verringern lassen. "Wenn ich noch genügend Wasser im Boden habe und auf eine trockene Situation hinlaufe, dann kann ich mir überlegen, wann ich dünge", erläuterte Becker. Auch bei der Wahl eines günstigen Zeitpunkts zum Spritzen eröffne sich ein Spielraum.

Neuer Hitze-Sommer 2019? Meteorologen wagen noch keine eindeutige Prognose

Nach 20 Jahren Tests könnten die Berechnungen zu bevorstehenden Dürren den Landwirten voraussichtlich 2020 im Internet zur Verfügung stehen, so der DWD. Sollte sich bereits in den kommenden Monaten eine gravierende Lage abzeichnen, werde man das natürlich auch bekanntgeben, sagte Becker. Bislang zeigten die Modelle für das aktuelle Jahr jedoch keinen eindeutigen Trend.

So verändert sich die Landwirtschaft infolge des Klimawandels

Angesichts des Klimawandels müssten Bauern auch über andere Sorten und Anbaumethoden nachdenken, betonte Becker. Die Dürre-Vorhersagen seien nur ein Baustein bei der Anpassung an den Klimawandel. Im Zuge dessen wird eine Zunahme von Wetterextremen erwartet. Dazu zählt zum Beispiel auch Starkregen.

2018 fielen in Deutschland laut Wetterdienst nur 60 Prozent der sonst üblichen Niederschläge, zehn der zwölf Monate fielen zu trocken aus. Das vergangene Jahr war laut DWD das vierttrockenste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Der Deutsche Bauernverband hatte von einem katastrophalen Ausmaß der Dürreschäden gesprochen. Bis Ende Januar wurden rund 9.500 Anträge auf staatliche Hilfen mit einem Volumen von 84,5 Millionen Euro bewilligt.

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loc/kad/news.de/dpa

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