28.03.2019, 08.49 Uhr

Brunei: HIER wird die Todesstrafe für Homosexuelle eingeführt

Im asiatischen Staat Brunei gilt ab dem 3. April 2019 eine Todesstrafe für Homosexuelle. Von diesem Tag an sind homosexuelle Handlungen rechtswidrig und werden mit dem Tod durch Steinigung bestraft.

In Brunei gilt ab 3. April die Todestrafe für homosexuelle Handlungen. Bild: dpa

Traurig, aber wahr: In Brunei stehen ab dem 3. April 2019 homosexuelle Handlungen unter Strafe. An diesem Tag soll das Gesetz der Scharia ("Scharia Panel Code") offiziell verabschiedet werden. Wer also künftig seinen sexuellen Neigungen nachgibt, muss mit der Todesstrafe rechnen. Schwule und Lesben werden im Fall eines Falles laut "GayStarNews" öffentlich gesteinigt. Dies sei der Plan des Sultans Hassanal Bolkiah.

Brunei führt Todesstrafe für Homosexuelle ein

Die Scharia-Gesetze wurden bereits 1984 eingeführt, galten lange nur für Muslime und seit 2014 auch für Nicht-Muslime. In der ehemaligen britischen Kolonie auf der Insel Borneo ist die große Mehrheit der etwa 500 000 Einwohner muslimischen Glaubens. Der Sultan - einer der reichsten Monarchen der Welt - regiert dort bereits seit 1967. In den vergangenen Jahren haben konservative islamische Kräfte Einfluss gewonnen. Gleichgeschlechtlicher Sex wurde bisher mit einer Höchststrafe von zehn Jahren bestraft. Doch das reicht dem Sultan offenbar nicht. Brunei ist nicht der einzige Staat, der Homosexualität unter Strafe stellt. Unter anderem werden Homosexuelle auch inSaudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Jemen, dem Sudan, Somalia und Nigeria verfolgt.

Harte Strafen in Brunei durch Verabschiedung der Scharia-Gesetze

Nicht nur Homosexuelle müssen der Verabschiedung des Scharia-Gesetzes besorgt entgegen blicken. Laut "GayStarNews" werden auch andere Straftaten deutlich härter bestraft. Wer des Diebstahls schuldig ist, muss so fortan mit der Amputation seiner Gliedmaßen rechnen. Amnesty International appellierte an Brunei, auf solch "grausame und unmenschliche Strafen" zu verzichten.

Reisehinweise des Auswärtigen Amtes für Brunei-Urlauber

Die Bundesregierung empfiehlt in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amt allen Brunei-Besuchern, sich mit den neuen Vorschriften vertraut zu machen. Ausdrücklich heißt es: "Einzelne Straftatbestände im Scharia-Recht betreffen auch Nicht-Muslime - insbesondere, wenn ein beteiligter Teil Muslim ist." In Brunei gab es in jüngerer Zeit mehrfach Todesurteile. Hingerichtet wurde aber schon seit Jahren niemand mehr.

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fka/bua/news.de/dpa

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