25.03.2019, 11.55 Uhr

Razzia in Würzburg: Würzburger Kinderporno-Fall: Suche nach Opfern läuft!

Über Jahre soll ein Mann in Würzburg Pornos mit kleinen Jungen angefertigt und ins Darknet gestellt haben. Die Ermittler sind nun dabei, nach den Opfern zu suchen. Vieles ist in dem Fall noch offen.

In Würzburg kam es zu einer groß angelegten Razzia. Bild: dpa

Im Würzburger Kinderporno-Fall konzentrieren sich die Ermittler derzeit auf die Suche nach den Opfern. Es gebe eine "große Bandbreite an Tatorten", eine große Zahl von Kontaktmöglichkeiten zu Kindern - "und das über einen mehrjährigen Zeitraum", sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Montag.

Würzburger Kinderporno-Fall: Suche nach Opfern im Mittelpunkt

Die beiden Pflegekinder des Verdächtigen zählten den Erkenntnissen zufolge nicht zu den Opfern. Der 37-jährige Sprachtherapeut und sein Partner hatten seit Jahren einen vierjährigen Jungen und ein fünfjähriges Mädchen betreut. Die Stadt habe die Kinder rechtsmedizinisch untersuchen lassen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Beide seien physisch und psychisch wohlauf. Sie seien bei Bereitschaftspflegeeltern untergekommen.

Kinderporno-Razzia in Würzburg: HunderteFoto- und Videoaufnahmen

Die Ermittler setzen auch auf die sichergestellten Bilder und Videos. Sie könnten weitere Erkenntnisse über Opfer und Täter geben. Es sei nun zu analysieren: "Was ist da genau zu sehen - und was ist im Hintergrund zu sehen, um die Örtlichkeit genauer zu bestimmen", sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der zuständigen Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Auch im Darknet seien Täter allerdings immer vorsichtiger und achteten darauf, dass der Ort der Aufnahmen, Täter und Opfer nicht erkennbar seien.

Laut Schorr geht es um eine dreistellige Zahl von Foto- und Videoaufnahmen. "Es wird sicher eine aufwendige Ermittlungsarbeit." Die Zahl der sehr jungen Opfer sei ebenso unklar wie der Zeitraum, über den sich die Taten erstreckten. "Wir gehen schon davon aus, dass es ein Geschehen ist, das sich über mehrere Jahre hingezogen hat", sagte Schorr.

Verdächtiger Logopäde sitzt in U-Haft

Der Fall war am Donnerstag bekannt geworden und hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der tatverdächtige Logopäde sitzt in Untersuchungshaft, sein Partner war nach ersten Ermittlungen wieder freigelassen worden. Der Verdächtige soll Kinderpornos mit kleinen Jungen im großen Stil angefertigt und im sogenannten Darknet verbreitet haben, einem abgeschirmten Bereich des Internets.

Auch gegen den Partner seien die Ermittlungen noch nicht eingestellt worden, sagte Schorr. Es gebe aber keinen dringenden Tatverdacht. "Man geht davon aus, dass es eine realistische Möglichkeit ist, dass er nichts von den Aktivitäten seines Partners wusste."

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fka/bua/news.de/dpa

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