02.09.2019, 12.01 Uhr

Mordfall Maria K. im News-Ticker: Forderung nach lebenslanger Haft und Maßregelvollzug

Nach dem Tod einer jungen Frau auf Usedom hat nun der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begonnen. Den beiden Männern wird vorgeworfen, die 18-Jährige heimtückisch ermordet zu haben. Alle aktuellen Entwicklungen im Mordfall Maria erfahren Sie in unserem News-Ticker.

Auf Usedom wurde die Leiche einer 18-Jährigen gefunden. Bild: dpa

Die Ermittlungen zum gewaltsamen Tod der 18-Jährigen Maria K. auf der Ostseeinsel Usedom sind noch immer nicht abgeschlossen. Eine Bekannte hatten die junge Frau Mitte März in deren Wohnung leblos aufgefunden und die Behörden alarmiert. Ein Notarzt stellte den Tod der 18-Jährigen fest. Kurz darauf wird bekannt: Das Mordopfer war schwanger. Die mutmaßlichen Täter, ein 19- und 21-Jähriger, müssen sich nun vor dem Stralsunder Landgericht für den heimtückischen Mord verantworten.

Mordfall Maria (18) auf Usedom im News-Ticker:

+++ 02.09.2019: Mord an Maria: Forderung nach lebenslanger Haft und Maßregelvollzug +++

Im Prozess um den Mord an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz gegen zwei 19- und 21-jährige Männer hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Stralsund für den älteren Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Der Jüngere sollte wegen seiner schweren Persönlichkeitsstörung in den Maßregelvollzug in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden. Zusätzlich beantragte der Staatsanwalt am Montag für ihn eine zehnjährige Jugendhaftstrafe. Bei beiden Angeklagte sollte auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren wäre damit so gut wie ausgeschlossen.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, Mitte März die schwangere junge Frau in Mecklenburg-Vorpommern heimtückisch und aus Mordlust heraus erstochen zu haben. Sie wollten einen Menschen sterben sehen. Die Nebenklage schloss sich den Forderungen der Staatsanwaltschaft weitgehend an, sie plädierte jedoch auf 15 Jahre Haft für den Jüngeren.

Der Prozess wird mit den Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich am Freitag gesprochen.

+++ 29.08.2019:Rechtsmedizin findet DNA-Spuren an Marias Hose +++

Mit der Befragung einer Rechtsmedizinerin ist am Donnerstag der Prozess um die Ermordung der 18-jährigen Maria von der Ostsee-Ferieninsel Usedom fortgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft zwei 19 und 21 Jahre alten Deutschen vor, die schwangere junge Frau aus Zinnowitz im März heimtückisch und aus Mordlust getötet zu haben. Sie wollten einen Menschen sterben sehen, hieß es in der Anklage.

Die Gutachterin führte vor dem Landgericht Stralsund aus, dass im unteren Bereich der Hose Marias DNA-Spuren des älteren Angeklagten gefunden worden seien. Es handele sich dabei um eine Spur von mehreren Menschen, eine sogenannte Mischspur. Der Staatsanwalt wertet dies als "schweres Indiz" dafür, dass der ältere Angeklagte Maria während der Tat an den Beinen festgehalten haben könnte". Dies hatte der jüngere Angeklagte behauptet, der Ältere hatte dies jedoch bestritten.

Der Prozess wird mit der Anhörung der psychiatrischen Gutachter fortgesetzt.

+++ 22.08.2019: Stralsunder Mord-Prozess - Mutter von Mordopfer Maria wird gehört +++

Mit der Befragung der Mutter ist vor dem Landgericht Stralsund der Prozess um die Ermordung der 18-jährigen schwangeren Maria aus Zinnowitz auf Usedom fortgesetzt worden. Mit bewegenden Worten schilderte die 47-Jährige am Donnerstag, wie Maria und sie vor dem Verbrechen den Tag verbracht hatten. Heftig weinend sagte sie, wie sehr ihr ihre Tochter fehle. Auf Wunsch der Mutter wurde der Prozess kurz unterbrochen.

Die 19 und 21 Jahre alte Angeklagten haben laut Staatsanwaltschaft einen Menschen sterben sehen wollen und hatten sich dafür die schwangere Frau ausgesucht. Am ersten Prozesstag hatte der 19-Jährige ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Der zweite Angeklagte hatte in einer Erklärung zugegeben, bei dem Verbrechen anwesend gewesen zu sein. Er sei aber nicht beteiligt gewesen und habe auch nicht - wie von seinem Mitangeklagten behauptet - während der Tat die Beine von Maria festgehalten.

Insgesamt sollen mehr als zehn Zeugen gehört werden, darunter auch die Freundin des 19-Jährigen. Sie soll nach Aussagen des Angeklagten frühzeitig von dem Verbrechen erfahren, aber nichts getan haben, um es zu verhindern oder danach der Polizei zu melden.

+++ 20.08.2019: Prozess um Mord an schwangerer Maria in Stralsund gestartet +++

Vor dem Landgericht Stralsund hat am Dienstag der Prozess gegen zwei junge Männer wegen Mordes an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz auf Usedom begonnen. Die 19- und 21-Jährigen töteten die schwangere Frau Mitte März nach Ansicht der Staatsanwaltschaft heimtückisch und aus Mordlust. Die beiden Deutschen wollten einen Menschen sterben sehen, wie es vom Gericht hieß. Die Männer aus Zinnowitz und einem Nachbarort waren einen Monat nach der Tat festgenommen worden. Die Tatwaffe ist bis heute verschwunden. In der Untersuchungshaft belasteten sie sich den Angaben zufolge gegenseitig. Der 19-Jährige habe eingeräumt, zugestochen zu haben.

+++ 17.04.2019: Ermittlungen im Fall Maria gehen weiter - Suche nach zwei Tatwaffen +++

Nach der Festnahme zweier Mordverdächtiger im Fall der 18-jährigen Maria auf Usedom suchen die Ermittler nun nach zwei Tatwaffen. Der stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft Stralsund, Sascha Ott, sagte am Mittwoch, die 19 und 21 Jahre alten Männer würden des gemeinschaftlichen Mordes verdächtigt. Sie hätten in den polizeilichen Vernehmungen die Tat nicht bestritten. Seit Dienstag sitzen beide in Untersuchungshaft.

Zum Motiv für die Tat wollte sich Ott nicht äußern. Die Informationen aus den polizeilichen Vernehmungen hätten aber dazu geführt, dass die Staatsanwaltschaft den Antrag auf Haftbefehl auf den Verdacht des Mordes gründete. Dem sei der Haftrichter gefolgt.

Die Ermittlungen sind dem Staatsanwalt zufolge längst nicht beendet. Es müssten weitere Spuren ausgewertet und Beweismittel wie die Tatwaffen gesucht werden. "Wir würden gern zeitnah Anklage erheben", sagte Ott. Die U-Haft darf in der Regel höchstens sechs Monate dauern.

+++ 16.04.2019: Zwei Männer nach Tod von 18-jähriger Maria auf Usedom festgenommen +++

Knapp einen Monat nach dem gewaltsamen Tod der 18-jährigen Maria auf der Ostseeinsel Usedom hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Das teilten die Ermittler am Dienstag mit. Den 19 und 21 Jahre alten Verdächtigen wird vorgeworfen, die junge Frau Mitte März in Zinnowitz getötet zu haben. Das Verbrechen soll in der Nacht vom 18. zum 19. März geschehen sein. Die beiden Deutschen waren laut Polizeiangaben Bekannte des Opfers.

Wie Sascha Ott, stellvertretender Leiter der Stralsunder Staatsanwaltschaft, sagte, sollen Bekannte der Verdächtigen die Polizei auf die Spur der beiden Männer geführt haben. Ihnen gegenüber hätten die Festgenommenen Details zur Tat preisgegeben. Als die Polizei die Bekannten befragte, hätten diese sie zu den Verdächtigen geführt. "Das waren Informationen, die konnte nur ein Täter haben", sagte Ott. Er gehe derzeit eher davon aus, dass es sich um Mord und nicht um Totschlag handele. Die "Bild" will darüber hinaus erfahren haben, dass sich die beiden Festgenommenen sogar unter die Trauergäste der Trauerfeier für Maria mischten, die beiden Männer sollen zum Bekanntenkreis des Mordopfers gehört haben.

Der 21-Jährige wurde am Dienstagmorgen festgenommen. "In einer der ersten Spontanäußerungen gab er einen Hinweis auf den anderen Tatverdächtigen", sagte Ott. Daraufhin nahmen die Beamten auch den 19-Jährigen vorläufig fest, der Ott zufolge bereits wegen Gewaltdelikten in Erscheinung getreten ist. Beide wurden vernommen und dem Haftrichter vorgeführt. Am Dienstagabend waren beide nach Angaben Otts in Untersuchungshaft.

Zum Tatmotiv gab es zunächst keine Angaben. Die Tote wies Stichverletzungen auf. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren in der Wohnung Spuren wie Fingerabdrücke, Haare und Hautpartikel gefunden worden, die nicht vom Opfer stammten.

Die Ermittlungen der Polizei hatten sich zunächst schwierig gestaltet. Bereitschaftspolizisten durchkämmten das Umfeld der Wohnung mehrfach mit Hunden nach Spuren und der Tatwaffe, entleerten Altglascontainer und durchsuchten Mülltonnen. Doch ohne Erfolg, die Tatwaffe fanden sie nicht. Mehr als 150 Personen aus dem Umfeld Marias seien vernommen und Telefonverbindungen und soziale Medien ausgewertet worden. In diesen war Maria sehr aktiv und hatte sich einen großen Online-Bekanntenkreis aufgebaut. Die Vielzahl stellte die Ermittler vor Herausforderungen, die Befragungen zogen sich hin.

Zwei Wochen nach der Tat hatten 70 Zinnowitzer Maria in einem Gottesdienst gedacht. "Sie hat es nicht immer leicht gehabt, aber sie war auf einem guten Weg", hatte Bürgermeister Usemann mit stockender Stimme gesagt. Maria sei ein Teil von Zinnowitz gewesen, egal wie lange sie im Ort gelebt habe. Sie war laut ihrer Mutter vor vier Jahren aus Stralsund auf die Insel gezogen - und im dritten Monat schwanger, als sie getötet wurde, wie die Mutter Ende März der "Ostsee-Zeitung" berichtete. Die Staatsanwaltschaft wollte dies nicht kommentieren, da bislang kein Zusammenhang zur Tat erkennbar sei.

+++ 01.04.2019: 18-Jährige auf Usedom getötet: Gedenkgottesdienst in Zinnowitz +++

Zwei Wochen nach dem gewaltsamen Tod einer 18-Jährigen auf der Insel Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) wird es eine Gedenkveranstaltung in Zinnowitz geben. Dazu haben die evangelische Kirchengemeinde und die Kommune für diesen Mittwoch eingeladen, wie Bürgermeister Peter Usemann am Montag sagte. «Es ist eine schwierige Situation für uns, keiner hat je mit so einem traurigen Fall zu tun gehabt.» Man wolle auch vielen Jugendlichen einen Ort zum Trauern geben, an dem sie sagen können, was sie fühlen und denken.

Die Polizei hat bisher keinen Tatverdächtigen festgenommen, wie eine Sprecherin am Montag sagte. Bisher waren etwa 50 Menschen aus dem Umfeld der Getöteten überprüft worden.

+++ 27.03.2019: Weder Täter noch Tatwaffe noch Motiv - Ermittlungen auf Usedom +++

Der Fall der getöteten 18-Jährigen auf Usedom beschäftigt inzwischen Ermittler bundesweit. Es gingen Amtshilfeersuchen an mehrere Bundesländer, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg am Mittwoch sagte. Die Ermittler wollten über Kontaktpersonen des Mädchens, die aus den sozialen Netzwerken bekannt sind, Hinweise auf weitere Bekannte bekommen.

Auch nach einer Woche intensiver Ermittlungen gibt es bisher nichts, was die Polizei weiterbringen würde, wie die Sprecherin sagte. Weder die Tatwaffe, mit der die Jugendliche am 19. März erstochen wurde, noch ein Tatverdächtiger seien gefunden. Auch das Motiv für die Tat sei unbekannt. Bislang seien etwa 50 Menschen befragt worden. Die Ermittler würden weiterhin deren Alibis überprüfen und das Umfeld des Verbrechens absuchen.

Medienberichten zufolge ist der Müll aus Zinnowitz in einem Wertstoffhof auf Usedom nach der Tatwaffe durchsucht worden. Die Polizei bestätigte dies nicht ebenso wenig wie eine Schwangerschaft der Getöteten. Der 16-Jährige, der sich in Medien als Vater des erwarteten Kindes darstellte, werde von der Polizei nur als eine der Kontaktpersonen geführt, ebenso ein Ex-Freund in Torgelow. Zu einer Schwangerschaft würde sich die Polizei nur äußern, wenn sie als Motiv für das Tötungsdelikt eine Rolle spielen würde, sagte die Sprecherin.

+++ 22.03.2019: Freund der Getöteten spricht über Verlust +++

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung äußerte sich jetzt der 16-jährige Freund der Getöteten, von dem sie zudem ein Kind erwartet haben soll. Seit Anfang Dezember seien die beiden ein Paar gewesen, hätten bereits jetzt ein gemeinsames Kind erwartet. Zudem spricht der 16-Jährige in der "Bild" über Probleme mit dem Ex-Freund des Mädchens: Der habe sie immer wieder angerufen "und bei Facebook oft angeschrieben, sogar bedroht."

+++ 21.03.2019: Nach Tötungsdelikt auf Usedom - Polizei: Bisher kein Tatverdächtiger +++

Nach der Tötung einer jungen Frau in Zinnowitz auf Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) hat die Polizei am Donnerstag ihre Spurensuche fortgesetzt. Erneut wurde am Vormittag ein Fährtenhund eingesetzt. Bereitschaftspolizei durchkämmte systematisch das Umfeld des Hauses, in dem das 18 Jahre alte Opfer gelebt hatte.

Die getötete Frau habe einen großen Freundeskreis und viele Kontakte in sozialen Medien gehabt, weshalb die Kontaktaufnahmen mit den Bekannten andauerten, hieß es. Einen Tatverdächtigen habe die Polizei nicht, auch die Tatwaffe sei bisher nicht gefunden worden.

+++ 19.03.2019: Bürgermeister von Zinnowitz zeigt sich schockiert +++

Peter Usemann, Bürgermeister der 4.000 Einwohner zählenden Gemeinde Zinnowitz, zeigte sich im Gespräch mit der "Ostsee-Zeitung" schockiert: "Ich habe es am Morgen bei der OZ auf der Facebookseite gelesen. Ein solches Tötungsdelikt kann man in seiner Tragweite gar nicht gleich fassen." Seine Gedanken seien bei den Angehörigen."Man liest von solchen schlimmen Vorfällen ja immer wieder und denkt, dass es ja weit weg ist. Jetzt ist es in unserem beschaulichen 4.000-Seelen-Ort passiert. Ich bin schockiert", sagte Usemann. Er hoffe auf eine rasche Aufklärung der Tat.

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fka/jat/news.de/dpa

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