Zyklon "Idai" in Mosambik: Bis zu 1.000 Todesopfer befürchtet! Wirbelsturm zerstört Großstadt

Der tropische Wirbelsturm Idai hat in Mosambik eine ganze Großstadt verwüstet. Mehr als 1.000 Menschen könnten ums Leben gekommen sein, befürchtet der Präsident des Landes. Zehntausende sind obdachlos, man rechnet mit einer humanitären Katastrophe.

In Mosambik kamen infolge des Tropensturms "Idai" mindestens 68 Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt und Tausende obdachlos. Bild: Caroline Haga/Red Cross/Picture Alliance/dpa

Die Großstadt Beira in Mosambik ist seit Tagen ohne Strom und von der Außenwelt abgeschnitten. Weite Landesteile sind überflutet. Retter rechnen mit einer riesigen humanitären Katastrophe, der Präsident nennt eine erschütternde mögliche Opferzahl.

Bis zu 1.000 Todesopfer durch Zyklon "Idai" befürchtet

Nach dem schweren tropischen Wirbelsturm "Idai" könnte die Zahl der Todesopfer in Mosambik nach Angaben von Präsident Filipe Nyusi auf bis zu 1.000 ansteigen. Das sagte Nyusi am Montag im staatlichen Radiosender Radio Moçambique, nachdem er das Katastrophengebiet im Zentrum des Landes im südlichen Afrika besucht hatte. Der Präsident erklärte, bislang seien erst 84 Todesfälle bestätigt worden. Rückmeldungen von Helfern und der Anblick des Katastrophengebiets aus der Luft ließen jedoch bis zu 1.000 Opfer befürchten.Im benachbarten Simbabwe sprach die Regierung von bislang 98 Toten und 217 Vermissten.

Ganze Großstadt verwüstet und komplett von der Außenwelt abgeschnitten

Der Zyklon mit Stärke vier von fünf war in der Nacht zum Freitag mit Windböen von bis zu 160 Kilometern pro Stunde vom Indischen Ozean her kommend in der Nähe des Großstadt Beira im Zentrum Mosambiks auf Land getroffen. Es folgten Sturmfluten und massive Überschwemmungen. Die Hafenstadt Beira - mit rund 500.000 Einwohnern etwa so groß wie Leipzig - ist seit dem Eintreffen des Sturms ohne Strom, ohne Kommunikationsnetz und ohne Landverbindung zur Außenwelt. Erst am Sonntag konnten Helfer erstmals mit Hubschraubern auf dem beschädigten Flughafen der Stadt landen.

Weitere 98 Tote im Nachbarland Simbabwe

"Das Ausmaß der Zerstörung ist enorm. Es scheint, dass 90 Prozent des Gebietes komplett zerstört sind", erklärte am Montag Jamie LeSueur, ein leitender Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Viele betroffene Orte im Umland seien weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. "Beira wurde schwer getroffen, aber wir hören, dass die Lage außerhalb der Stadt noch schlimmer sein könnte", erklärte LeSueur. 

Der Sturm "Idai" hatte sich am Freitag über Land abgeschwächt und war weiter ins angrenzende Simbabwe gezogen, wo es ebenfalls zu Überschwemmungen kam. Im Osten des Landes kamen infolge von Überflutungen 98 Menschen ums Leben. Die meisten Opfer waren laut Regierung in der Provinz Manicaland zu beklagen. Es sei schwierig, Hilfsgüter in die am schlimmsten betroffenen Orte unweit der Grenze zu Mosambik zu bringen, weil viele Brücken und Straßen überflutet seien, sagte ein Minister. Die Regierung rief den Notstand aus.

Schlimmster Zyklon aller Zeiten tötete über 300.000 Menschen

Als Zyklone werden tropische Wirbelstürme bezeichnet, die hauptsächlich im Indischen Ozean und in den Gewässern rund um Australien entstehen. Der bislang verhängnisvollste Zyklon wütete im November 1970 in Pakistan und Indien und forderte über 300.000 Menschenleben.

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sit/loc/news.de/dpa

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