Blutiger Mord in Worms: Polizeibekannter Asylbewerber sticht 21-Jährige ab

Eine junge Frau wird in Worms in ihrem Elternhaus erstochen. Ihr Freund, ein polizeibekannter abgelehnter Asylbewerber, gesteht die Tat. Doch viele Fragen sind noch offen.

Trauernde Nachbarn und Freunde der Familie des Opfers stehen vor dem Haus, in dem die Tochter der Familie von ihrem Freund umgebracht worden war. Bild: Boris Roessler/dpa

Eine 21-Jährige ist in Worms in ihrem Elternhaus erstochen worden - ihr Freund gestand die Tat. Die Tote habe 10 bis 15 Stich- und Schnittverletzungen gehabt, berichtete am Freitag die Staatsanwaltschaft in Mainz. Einige wirkten wie Abwehrverletzungen. Der mutmaßliche Täter, der 22 Jahre alte Freund der Frau, sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft erwägt eine psychiatrische Begutachtung des abgelehnten Asylbewerbers aus Tunesien.

"Stiller Protest" gegen AfD-Mahnwache in Worms geplant

Das "Bündnis gegen Nazi-Aufmärsche" in Worms hat am Sonntag einen "stillen Protest" gegen eine von der AfD geplante Mahnwache nach dem gewaltsamen Tod einer 21-Jährigen angekündigt. Der Tod der jungen Frau dürfe nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden, hieß es in einer Mitteilung des Bündnisses. Es sei zu befürchten, dass die Mahnwache der Stimmungsmache gegen Ausländer, vor allem gegen Flüchtlinge, dienen solle.

Bei dem Protest gegen die von der AfD angekündigten Mahnwache solle die "Achtung vor der getöteten jungen Frau und ihren Angehörigen gewahrt bleiben", hieß es in der Ankündigung der Gegenveranstaltung. Am Samstag hatten rund 500 Menschen an einem Trauermarsch durch Worms teilgenommen, den Freunde und Angehörige organisiert hatten. Der Marsch lief nach Angaben der Polizei friedlich ab.

Kurz vor einem ökumenischen Gottesdienst, mit dem am Samstagabend an die mutmaßlich von ihrem Ex-Freund erstochene 21-Jährige erinnert wurde, kam es nach Polizeiangaben zu einem Zwischenfall. Ein 29 Jahre alter Mann habe "Allahu Akbar" gerufen und sei von Kirchenbediensteten nach draußen geführt und der Polizei übergeben worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Es habe aber keine Massenpanik gegeben. Mehrere Medien hatten berichtet, Menschen hätten die Kirche fluchtartig verlassen. Eine Gefahr für die Gottesdienstbesucher habe nicht bestanden, erklärte die Polizei. Der Zwischenrufer sei von der Polizei vernommen und wieder entlassen worden.

Trauermarsch nach Tötung von 21-Jähriger - Bürgermeister bedroht

Der Fall einer mutmaßlich von ihrem Freund erstochenen 21-Jährigen in Worms sorgt für Aufregung in der Region. Wegen einer Morddrohung gegen den Oberbürgermeister der rheinland-pfälzischen Stadt, Michael Kissel (SPD), seien Maßnahmen zu dessen Schutz ergriffen worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Kissel hatte sich zu dem Fall öffentlich geäußert und zum Zusammenhalt aufgerufen. Über die Drohungen hatten zuvor mehrere Medien berichtet. Neue Erkenntnisse zu der Tat gab es nach Angaben des Sprechers zunächst nicht.Am Samstagabend soll es einen Trauermarsch für die Getötete geben, den Angehörige und Freunde organisieren.

21-Jährige aus Worms mit mehr als zehn Messerstichen vom Freund getötet

Die Frau wurde in der Nacht zum Mittwoch getötet. In dem Einfamilienhaus hatte die Deutsche denErmittlern zufolge im obersten von drei Stockwerken gelebt. Ihr Freund war der Polizei zufolge manchmal zuGast - wie häufig, werde noch ermittelt. Der Vater und die Großmutter des Opfers lebten im Stockwerk darunter.

22-jähriger Freund des Opfers stellt sich und gesteht Bluttat

Der 22 Jahre alte Beschuldigte hatte sich am frühen Morgen nach der Tat der Polizei gestellt und erklärt, seine Freundin in einem Beziehungsstreit getötet zu haben. Die mutmaßliche Tatwaffe, ein langes Küchenmesser, wurde sichergestellt. Die Ermittler untersuchten am Freitag weiterhin den Tatort und befragten zahlreiche Zeugen.

Geständiger Mordverdächtiger ist ein polizeibekannter abgelehnter Asylbewerber

Der mutmaßliche Täter ist der Polizei schon länger bekannt. Er sei bereits wegen Körperverletzung, Drogendelikten, Bedrohung und Nötigung aufgefallen, teilten die Ermittler mit. Außerdem habe er im Oktober eine dreiwöchige Haftstrafe wegen Diebstahls abgesessen. Straftaten gegen seine Freundin waren der Polizei bislang unbekannt.

Freund des Mordopfers war in Deutschland nur geduldet - Abschiebung stand kurz bevor

Der Tunesier habe im Oktober 2017 in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Karlsruhe einen Asylantrag gestellt. Dieser sei aber abgelehnt worden. Der Mann habe eine Duldung bekommen. Die zuständige Ausländerbehörde habe am Montag entschieden, ihn abzuschieben und deshalb nach ihm gefahndet, berichteten die Ermittler. Seine einzige Meldeadresse sei die Erstaufnahmeeinrichtung in Karlsruhe gewesen. Wo sich sein Lebensmittelpunkt befand, blieb zuletzt unklar. Er hatte laut Polizei keinen festen Wohnsitz.

Der Tatverdächtige habe mehrere Aliasidentitäten benutzt, berichtete das Regierungspräsidium in Karlsruhe. Er sei am 22. Oktober vergangenen Jahres aus der Erstaufnahme untergetaucht. Die Polizei in Worms habe dem Regierungspräsidium auf dessen Anfrage Anfang Dezember mitgeteilt, dass er sich häufiger in Worms aufhalte, aber in der Stadt keinen festen Wohnsitz oder eine Post-Anschrift habe.

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pap/news.de/dpa

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