07.03.2019, 15.27 Uhr

Philippe Barbarin verurteilt: Erzbischof von Lyon nach Nichtanzeige von Missbrauch schuldig gesprochen

Nun hat es ein Gericht bestätigt: Der Erzbischof von Lyon hat Missbrauchsfälle unter den Teppich gekehrt. Für mutmaßliche Opfer war die Enttäuschung groß gewesen, als die Anklage im Januar einen Freispruch im Fall Barbarin gefordert hatte.

Philippe Barbarin (r, der einflussreiche Erzbischof von Lyon, ist wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen schuldig gesprochen worden. Bild: Laurent Cipriani / AP / picture alliance / dpa

Frankreichs höchster katholischer Würdenträger ist überraschend wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen schuldig gesprochen worden. Der einflussreiche Erzbischof von Lyon, Philippe Barbarin, ist im Prozess wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht erklärte Barbarin am Donnerstag für schuldig, Fälle sexueller Übergriffe auf Minderjährige nicht angezeigt zu haben, wie französische Medien übereinstimmend berichteten.

Philippe Barbarin verurteilt: Erzbischof von Lyon bekommt 6 Monate Haft

Das Urteil kommt überraschend, die Staatsanwaltschaft hatte keine Verurteilung gefordert - unter anderem, weil ein Teil der Tatbestände verjährt sei. Barbarins Anwälte haben angekündigt, in Berufung zu gehen.

Missbrauchsvorwürfe vertuscht - Erzbischof verurteilt

Kardinal Philippe Barbarin und fünf weiteren Geistlichen wurde vorgeworfen, Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester nicht weiter verfolgt zu haben. Dieser soll in den 1980er Jahren gegen Dutzende Kinder übergriffig geworden sein. Das Urteil kommt kurz nach dem ersten Gipfel zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche im Vatikan und nur wenige Tage vor der beginnenden Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

Französischer Kardinal kündigt nach Verurteilung Rücktritt an

Frankreichs höchster katholischer Würdenträger hat nach seiner Verurteilung wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen seinen Rücktritt angekündigt. Er werde diesen beim Papst einreichen, kündigte Kardinal Philippe Barbarin am Donnerstag in Lyon an. Ein Gericht hatte den Erzbischof von Lyon zuvor überraschend zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil er Fälle sexueller Übergriffe auf Minderjährige nicht angezeigt habe. Barbarins Anwälte kündigten an, in Berufung zu gehen.

Kardinal Barbarin und anderen Geistlichen wurde in dem Verfahren vorgeworfen, Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester nicht weiter verfolgt zu haben. Dieser soll in den 1980er Jahren gegen Dutzende Kinder übergriffig geworden sein. Die Schuld des Priesters ist bisher nicht rechtskräftig festgestellt worden.

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loc/news.de/dpa

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