07.03.2019, 13.46 Uhr

Durchbruch in der Aids-Therapie?: Weltweit dritter Fall! Mann aus Düsseldorf womöglich von HIV geheilt

Es wäre der Durchbruch in der Behandlung von HIV und Aids: Bei einem HIV-positiven Patienten sind nach einer Stammzellspende keine Viren mehr nachweisbar. Die Begeisterung der Experten ist dennoch verhalten.

Die durch HI-Viren ausgelöste Immunschwächekrankheit Aids galt bislang als unheilbar. Bild: Hans R. Gelderblom / Robert Koch Institut / picture alliance / dpa

Die durch das HI-Virus ausgelöste Immunschwächekrankheit Aids gilt als unheilbar. Jetzt könnte es jedoch einen Durchbruch in der Forschung geben: Bei einem vormals HIV-positiven Patienten sind 34 Monate nach einer speziellen Stammzelltransplantation keine Viren mehr nachweisbar. Das berichten Mediziner des University College London im Fachblatt "Nature".

Heilmittel gegen Aids gefunden? HIV-positiver Patient nach Stammzellspende virenfrei

Sollte der Aidserreger auch in den kommenden Jahren nicht zurückkehren, wäre es erst der zweite Patient weltweit, der als von HIV geheilt gilt. Noch sei es für ein solches Fazit aber zu früh, schreiben die britischenMediziner. 

Lymphdrüsenkrebs mit Stammzelltransplantation behandelt - HI-Virus nicht mehr nachweisbar

Dem Patient waren blutbildende Stammzellen transplantiert worden, weil er an einer Art von Lymphdrüsenkrebs litt. Das Besondere daran: Der Spender hat in seinem Erbgut eine sehr seltene Mutation, die ihn immun gegen bestimmte Formen des HI-Virus macht. Davon profitierte nun auch der Patient. 16 Monate nach der Transplantation setzte er Medikamente ab, die die Vermehrung des HI-Virus unterdrücken. Wiederum eineinhalb Jahre später war der Erreger noch immer nicht bei ihm nachweisbar.

HIV-Erreger schon vor Jahren durch Stammzellspende ausradiert

Eine ähnliche Behandlungsmethode war das erste Mal 2007 in Berlin erfolgreich. Der US-Amerikaner Timothy Brown, der wegen seiner Leukämie eine Knochenmarkspende erhalten hatte, war nach dem riskanten Eingriff frei von dem Virus.

Für Georg Behrens, Präsident der Deutschen AIDS-Gesellschaft, sind die Ergebnisse sehr vielversprechend: "Diese Behandlung ist zwar sehr experimentell, bringt uns aber dennoch voran, da sie für eine begrenzte Zahl von Patienten neue Optionen erschließt."

"Düsseldorfer Patient" womöglich von HIV geheilt

Nun soll sogar ein dritter Patient von HIV geheilt worden sein. Möglicherweise ist mit dem "Düsseldorfer Patienten" ein dritter Mensch von HIV geheilt worden. Nach einer speziellen Stammzelltransplantation sei bei dem Mann das HI-Virus aktuell nicht nachweisbar, teilte die Universität Düsseldorf mit. Allerdings sei es noch zu früh, um von einer Heilung zu sprechen. Der Patient habe erst vor dreieinhalb Monaten Medikamente abgesetzt, die die Vermehrung des HI-Virus unterdrücken. Der Fall wurde bislang nicht in einem begutachteten Fachjournal publiziert. Die angewendete Therapie kommt nur unter sehr speziellen Bedingungen für HIV-Infizierte in Frage. Zuvor hatten andere Medien über den Fall berichtet.

Wahrscheinlich dritter Fall einer HIV-Heilung

Die Stammzelltransplantation war bei dem Patienten wegen einer Form von Blutkrebs notwendig geworden. Das Besondere daran: Der Spender hat in seinem Erbgut eine sehr seltene Mutation, die ihn immun gegen bestimmte Formen des HI-Virus macht, wie es in einer Mitteilung des Forschungsnetzwerks Icistem heißt. Davon profitierte nun auch der "Düsseldorfer Patient". Über seine Identität wollte die behandelnde Uniklinik am Donnerstag keine Angaben machen. Auch die Deutsche Aidshilfe schreibt auf ihrer Internetseite, dass es sich um den dritten Menschen weltweit handeln könnte, bei dem eine Heilung gelungen ist. Der erste Fall dieser Art war der sogenannte "Berliner Patient", bei dem eine ähnliche Behandlungsmethode 2007 in Berlin erfolgreich war.

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loc/news.de/dpa

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