01.03.2019, 16.58 Uhr

Tragischer Vorfall in Würzburg: Tödliche Tragödie! Polizei-Azubi erschießt Kollegen

Ein junger Polizei-Azubi wird von einer Kugel tödlich getroffen - erschossen von seinem Kollegen. Nach Darstellung der Polizei ein tragischer Unfall. Die entscheidende Frage bleibt aber unbeantwortet: Wie konnte das passieren?

In Würzburg ist ein Polizei-Azubi von einem anderen Polizeianwärter angeschossen worden und kurz darauf gestorben. Bild: Nicolas Armer/dpa

Ein Auszubildender der Bereitschaftspolizei hat in Würzburg einen anderen Polizeischüler offenbar versehentlich erschossen. "Nach momentanem Stand der Dinge sieht es danach aus, dass ein Polizeikollege seine Waffe nicht richtig entladen hat und noch ein Schuss im Lauf war", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag in München. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass die Kugel den jungen Mann am Kopf traf. Gegen den 19-jährigen Schützen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Zwischenfall in Würzburg: Polizei-Azubi erschießt Kollegen

Nach Angaben der Polizei befanden sich der Polizeischüler und sein 20-jähriger Kollege kurz vor Dienstbeginn am Donnerstagabend in einem Unterkunftszimmer der Bereitschaftspolizei. "Darin muss es zu der unbeabsichtigten Schussabgabe durch den Jüngeren der beiden gekommen sein", sagte Polizeihauptkommissar Michael Zimmer. Ein anderer Polizist hörte den Schuss und eilte in den Raum, wo er die beiden jungen Männer fand - den einen lebensgefährlich verletzt, den anderen unter Schock. Der angeschossene Azubi erlag kurz darauf im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Hat Polizei-Azubi Waffe nicht richtig entladen?

Wie genau es zu der Tragödie kam, wollte die Polizei am Freitag mit Verweis auf aktuelle Ermittlungen nicht bekanntgeben. Herrmann ging davon aus, dass es sich um menschliches Versagen handelte: "Alle Polizeibeamten lernen, wie man seine Waffe richtig entlädt. Das gehört standardmäßig zum Programm und es ist überaus bedauerlich, wenn klare Vorschriften über das Handling mit der Waffe nicht richtig beachtet werden."

Offenbar Versäumnis bei Waffenabgabe

Bereitschaftspolizisten müssen ihre Waffe nach Dienstende immer entladen. Nur leere Pistolen dürften mitgenommen werden, sagte Herrmann. Das sei auch in diesem Fall so beabsichtigt gewesen. "Es kann passieren, dass ein Kollege zwar das Magazin aus der Waffe nimmt, aber vergisst, dass die Pistole noch geladen ist", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern, Peter Schall. Nur so könne er sich erklären, warum sich auf dem Zimmer ein Schuss lösen konnte. "Der Dienstführer hätte in diesem Fall aber bemerken müssen, dass eine Patrone zu wenig abgegeben wurde", sagte Schall.

Wie gefährlich sind die neuen Dienstwaffen der Polizei?

Einen Zusammenhang mit den neuen Polizeipistolen sah Herrmann nicht. Damit die Beamten in Gefahrensituationen schneller reagieren können, haben die Waffen keine zusätzliche Sicherung mehr - einmal geladen, kann man einfach den Abzug betätigen. Klar sei aber: "Völlig unbeabsichtigt kann sich ein Schuss nicht lösen, es muss jemand den Abzug betätigt haben. Die Waffe kann nicht von alleine losgegangen sein", sagte Herrmann.

"Die geladenen Waffen sind saugefährlich", bestätigte auch Schall. Strengere Regeln brauche es aber nicht: "Die Vorschriften reichen aus, wenn sich alle daran halten." Er bedauere den "tragischen Fall" sehr, menschliches Versagen könne man aber nie ganz verhindern.

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