04.02.2019, 13.36 Uhr

Verbotener Hindu-Brauch endet in tragischem Tod: Frau stirbt, weil sie ihre Periode bekommt

Im Hinduismus zelebrieren manche Gläubige noch immer den eigentlich verbotenen Brauch "Chhaupadi". Dabei werden Frauen für die Dauer ihrer Periode des Hauses verwiesen. Dieses Brauchtum bezahlte eine Frau mit dem Leben...

In Nepal ist eine Frau in einer Menstruationshütte erstickt. (Symbolbild) Bild: q gitusik / fotolia

Erneut ist in Nepal eine Frau in einer sogenannten Menstruationshütte gestorben. Die 21-Jährige sei wahrscheinlich am Rauch eines Feuers erstickt, an dem sie sich gewärmt habe, teilte die Polizei im Westen des Himalaya-Staates am Montag mit. Die Frau hatte den Angaben zufolge während ihrer Periode in einem leerstehenden Haus in der Nähe ihres Zuhauses im Dorf Purbichauki geschlafen, weil die gemeinschaftliche Menstruationshütte des Ortes voll war.

Frau bekommt ihre Periode und erstickt in vom Brauchtum vorgegebener Menstruationshütte

Nach dem "Chhaupadi" genannten Brauch werden hinduistische Frauen während ihrer Monatsblutung des Hauses ihrer Familie verwiesen. Sie müssen mindestens vier Tage lang in Kuhställen oder an anderen entfernt vom Haus liegenden Orten leben. Da sie als unrein betrachtet werden, dürfen die Frauen in der Zeit keine Menschen und Rinder sowie kein Obst und Gemüse berühren. Der Brauch steht seit Kurzem in Nepal unter Strafe, hält sich aber als tief verwurzelte Tradition hartnäckig unter Hindus im Westen des Landes.

"Chhaupadi" genannter Brauch kostet immer wieder Frauen das Leben

Vor wenigen Wochen waren eine Frau und ihre zwei Söhne beim Brand einer Menstruationshütte im Westen Nepals ums Leben gekommen. Nach Angaben von Frauenrechtlern sind in den vergangenen zehn Jahren mindestens 13 Frauen in Nepal gestorben, während sie aus ihren Häusern verbannt waren - etwa an Schlangenbissen, Unterkühlung oder starken Blutungen. Auch im mehrheitlich hinduistischen Nachbarland Indien werden Frauen im gebärfähigen Alter diskriminiert, etwa indem ihnen der Zutritt zu Tempeln verwehrt wird.

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pap/loc/news.de/dpa

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