01.02.2019, 11.41 Uhr

Schärfere Gesetze nötig: SO verseucht ist unser Grundwasser

Wegen zu hoher Nitrat-Belastung in Gewässern muss Deutschland erst 2017 erlassene neue Düngeregeln auf Druck der EU nachschärfen. Zu den geplanten Änderungen übermittelte die Bundesregierung der EU-Kommission auch einen Zeitplan.

Das Grundwasser in Deutschland ist stark mit Nitrat belastet. Bild: dpa

Ein Referentenentwurf für die geplanten Änderungen der Düngeregeln soll der EU-Kommission bereits Ende Februar vorliegen. Im Mai 2020 sollen die schärferen Regeln in Kraft treten. Die Mitteilung der Bundesregierung an die Kommission vom Donnerstag liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Neben bundesweit strengeren Vorgaben sollen die Länder mehr Spielraum für eigene Maßnahmen bekommen.

Grundwasser in Deutschland mit Nitrat verseucht

Im vergangenen Juni hatte der Europäische Gerichtshof festgestellt, dass Deutschland jahrelang zu wenig gegen überhöhte Nitratwerte im Grundwasser unternommen hatte. Das Urteil bezog sich allerdings noch auf ältere Regeln. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte danach Gespräche mit der EU angekündigt. Daten darüber, wie das 2017 novellierte Düngerecht sich in der Praxis auswirkt, sind noch nicht bekannt, Kritiker hielten die Vorgaben aber immer für zu schwach. Am Donnerstag hatte sich Landwirtschafts-Staatssekretär Hermann Onko Aeikens bereits im "Deutschlandfunk" zu der Nachschärfung geäußert.

SO verseucht ist das Grundwasser in Deutschland

Die Nitratbelastung im Grundwasser liegt in Deutschland an ungefähr 18 Prozent der Messstellen über dem EU-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Nitrat gelangt hauptsächlich über organische Düngemittel aus der Landwirtschaft, etwa Gülle, ins Wasser. Dort begünstigen hohe Nitratwerte ein übermäßiges Wachstum von Algen und anderen Pflanzen. Der Abbau abgestorbener Pflanzen verschlingt viel Sauerstoff, was ein Fischsterben und ein "Umkippen" des gesamten Ökosystems zur Folge haben kann.

Auswirkungen auf unser Trinkwasser soll die Nitratbelastung allerdings nicht haben. Die Versorger müssen sich an die Trinkwasserverordnung halten und bei der Aufbereitung Grenzwerte einhalten.

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fka/bua/news.de/dpa

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