31.01.2019, 09.38 Uhr

Festnahme in Schleswig-Holstein: 3 Festnahmen nach Terror-Verdacht! Verdächtige in U-Haft

In Schleswig-Holstein hat die Polizei drei Personen verhaftet, die möglicherweise einen Anschlag geplant haben sollen. Bei den Verdächtigen handelt es sich offenbar um Flüchtlinge aus dem Irak. Sie befinden sich in Untersuchungshaft.

In Schleswig-Holstein wurden 3 Iraker festgenommen. Bild: dpa

Beamte des Bundeskriminalamtes haben am Mittwochmorgen im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein drei Männer aus dem Irak festgenommen, die einen Terroranschlag in Deutschland geplant haben sollen. Wie der Generalbundesanwalt mitteilte, wird zwei Männern im Alter von 23 Jahren die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen, einem dritten, 36-jährigen Mann Beihilfe dazu. Die Anschlagspläne seien islamistisch motiviert gewesen.

Festnahme in Schleswig-Holstein! 3 Iraker wegen Terrorverdacht festgenommen

Die Ermittler durchsuchten die Wohnungen der Beschuldigten sowie weiterer, bislang nicht Tatverdächtiger in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. Der "Spiegel" hatte zuerst über die Festnahmen berichtet. Nach Informationen von "Spiegel online" soll es sich um Flüchtlinge handeln.

Verdächtige sollen Anschlag in Deutschland geplant haben

Ein konkretes Ziel für einen Anschlag hätten die Beschuldigten den bisherigen Erkenntnissen zufolge noch nicht ins Auge gefasst, hieß es vom Generalbundesanwalt. Ob die Männer in eine terroristische Vereinigung eingebunden waren, müssten die weiteren Ermittlungen klären. Sie werden nun dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt, der über den Erlass von Haftbefehlen und den Vollzug von Untersuchungshaft entscheiden wird.

Polizeieinheiten aus mehreren Bundesländern und Spezialeinheiten schlugen ab 6.00 Uhr zu. Nach NDR-Informationen sollen die Iraker im Ort Meldorf gewohnt haben.

Verhaftete Iraker sollen konkrete Terror-Vorbereitungen getroffen haben

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatten die Männer bereits eine Bombenbauanleitung im Internet heruntergeladen und damit begonnen, aus Silvesterraketen Schwarzpulver zu gewinnen. Zudem hatten sie eine Zündvorrichtung in Großbritannien bestellt. Sie hätten auch vorgehabt, sich eine Waffe zu besorgen. Einer der Männer habe Fahrstunden genommen, um bei einem Anschlag ein Fahrzeug einzusetzen.

Mutmaßliche Terroristen sollen sich über "Telegram" ausgetauscht haben

Laut "Spiegel" soll einer der Verdächtigen geäußert haben, möglichst viele "Ungläubige, aber keine Kinder" treffen zu wollen. Ihren Plan hätten die Männer erst nach ihrer Ankunft im Herbst 2015 in Deutschland entwickelt, heißt es in dem "Spiegel"-Bericht. Hilfe dafür hätten sie dabei von einem Unbekannten über den verschlüsselten Messenger "Telegram" erhalten.

Nachbarn beschreiben Terrorverdächtige als "freundlich"

Eine Nachbarin, die direkten freien Blick auf die Wohnung im ersten Stock hat, berichtete, dass ihr Hund gegen 3.30 Uhr angeschlagen habe. Sie habe selbst zunächst nichts bemerkt und von den Einsatzkräften erst in den frühen Morgenstunden etwas mitbekommen. Die Aktion sei nahezu geräuschlos verlaufen, Schüsse oder Detonationen habe sie nicht gehört.

Bei dem Gebäude, in dem sich die Wohnung der irakischen Tatverdächtigen befindet, handelt es sich um einen langgestreckten Backsteinbau. Laut einem Nachbarn sollen sie etwa ein halbes Jahr lang dort gewohnt haben. Ihm sei nie etwas aufgefallen sagte der Mann, der seinen Namen nicht nennen wollte. Eine Nachbarin aus dem Block berichtete: "Die beiden Iraker waren sehr freundlich und höflich. Sie haben immer gegrüßt und waren adrett gekleidet."

BKA-Chef: Terrorverdächtige waren anerkannte Flüchtlinge

Die drei in Schleswig-Holstein unter Terrorverdacht festgenommenen Iraker haben als anerkannte Flüchtlinge in Deutschland gelebt. Dies sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, am Mittwoch in Berlin. Die mutmaßlichen Islamisten, die den Ermittlungen zufolge einen Anschlag hierzulande planten, hätten subsidiären Flüchtlingsschutz genossen, sagte Münch. Dieser subsidiäre Schutz greift ein, wenn weder der Flüchtlingsschutz noch die Asylberechtigung gewährt werden können und im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht - etwa Folter oder Todesstrafe.

Münch sagte, den Ermittlungen zufolge hatten die Verdächtigen die Überlegung, "möglichst viele Menschen zu töten". Bis zu 200 Mitarbeiter verschiedener Polizeibehörden hätten sie zuletzt teilweise rund um die Uhr überwacht. Die Beschuldigten hätten sich bemüht, sich konspirativ zu verhalten.

Terrorverdächtige Iraker sitzen in Untersuchungshaft

Zwei der drei wegen Terrorverdachts in Schleswig-Holstein festgenommenen Iraker sind noch am Mittwochabend in Untersuchungshaft gekommen. Den beiden 23-Jährigen, Shahin F. und Hersh F., wird vorgeworfen, in Deutschland einen islamistisch motivierten Anschlag geplant zu haben. Der 36 Jahre alte Rauf S., der bei den Anschlagsplanungen geholfen haben soll, werde im Laufe des Donnerstags dem Untersuchungsrichter beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Rauf S. soll versucht haben, den beiden Männern eine Schusswaffe zu besorgen. Alle waren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Spezialkräfte der Polizei hatten die drei Männer am Mittwochmorgen im Kreis Dithmarschen festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht.

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fka/bua/news.de/dpa

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