Prozess am Landgericht Köln: Mann (84) tötet Ehefrau nach Alzheimer-Diagnose

58 Jahre dauerte die Ehe eines Paares aus Bergisch Gladbach, bis der 84 Jahre alte Ehemann seine Ehefrau umbrachte. Der Senior habe seiner an Demenz erkrankten Frau "Siechtum ersparen" wollen und muss sich jetzt wegen Totschlags verantworten.

Vor dem Kölner Landgericht muss sich ein 84-Jähriger verantworten - dem Senior wird vorgeworfen, seine an Demenz erkrankte Ehefrau umgebracht zu haben (Symbolbild). Bild: Oliver Berg / picture alliance / dpa

Am Landgericht in Köln muss sich derzeit ein 84 Jahre alter Mann aus Bergisch Gladbach verantworten. Dem Senior wird vorgeworfen, seine Ehefrau umgebracht zu haben, um der an Demenz erkrankten Frau Leid zu ersparen.

Mann (84) tötet an Demenz erkrankte Ehefrau - Anklage!

Der 84-Jährige hat während der Verhandlung vor dem Kölner Landgericht gestanden, seine demenzkranke Ehefrau getötet zu haben. "Sie wollte nicht mehr leben, das hat sie fast täglich gesagt", sagte der Mann aus Bergisch Gladbach beim Beginn des Prozesses am Montag. Deswegen habe er seine Frau, mit der er 58 Jahre verheiratet war, im März 2017 umgebracht. In den Wochen vor ihrem Tod habe sie immer wieder gedroht, sich das Leben zu nehmen. Der Rentner ist wegen Totschlags angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft gibt es keine anderen Zeugen für die behauptete Suizidabsicht der 80 Jahre alten Ehefrau.

Senior tötet Ehefrau und überlebt Suizidversuch

Nach der Tat versuchte der Mann, sich nach der Tötung seiner Gattin selbst umzubringen, überlebte aber. Er habe seiner Ehefrau längeres Siechtum ersparen wollen, hieß es in einem Abschiedsbrief, der im Gericht verlesen wurde. Seine eigene Kraft sei am Ende, schrieb der wegen Totschlags angeklagte Mann.

Tragisch! Kinder erfahren per Whatsapp vom Tod ihrer Mutter

Als er sich sicher war, dass seine Frau tot war, habe er seine Kinder in einer Whatsapp-Nachricht gebeten, vorbeizukommen, sagte der Deutsche. Anschließend habe der Mann einen Selbstmordversuch unternommen, konnte von seinen herbeieilenden Kindern jedoch gerettet werden. "Ich habe mich als Versager und als Verräter gefühlt, weil ich es nicht vollendet habe", so der Angeklagte laut "Focus" vor Gericht. Über den Grad der Verzweiflung habe er vor der Tat mit seinen Kindern nicht gesprochen. Die Eheleute hätten sich schon vor langer Zeit versprochen gehabt, gemeinsam in den Tod zu gehen, wenn einer von ihnen an Alzheimer erkranke, sagte der Angeklagte weiter. Bis Ende Februar sind weitere Verhandlungstage geplant.

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loc/fka/news.de/dpa

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