Geiselnahme in Lengerich: Bombendrohung! Mann nimmt über 40 Kinder als Geiseln

43 Kinder und Jugendliche sind mit ihren Betreuerinnen in einer Sporthalle - als plötzlich ein Mann hereinkommt und mit einer Bombe droht. Es folgen bange Stunden der Angst.

Zum Glück wurde bei der Geiselnahme in Nordrhein-Westfalen niemand verletzt. Bild: Nord-West-Media TV/dpa

Ein Geiselnehmer hat in einer Sporthalle im münsterländischen Lengerich Dutzende Kinder und Jugendliche sowie zwei Betreuerinnen etwa eine Stunde lang festgehalten und bedroht. Nach ersten Erkenntnissen betrat der Täter am Montagabend gegen 17.14 Uhr die Turnhalle und drohte mit dem Zünden einer Bombe, wie die Polizei mitteilte.

Bombendrohung! Geiselnahme in Sporthalle in Lengerich

Zu dem Zeitpunkt waren 43 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren mit ihren beiden Betreuerinnen in der Halle. Verletzt wurde niemand. Der mutmaßliche Täter, ein 25-jähriger Mann, wurde festgenommen.

Polizei überwältigt offenbar verwirrten Geiselnehmer

Gegen 18.20 Uhr überwältigten Spezialkräfte den Mann. Eine Waffe hatte er nicht bei sich. Was genau in der Zwischenzeit in der Turnhalle geschah, war zunächst noch ungewiss. Der Geiselnehmer habe einige zusammenhangslose Forderungen gestellt. Danach ließ er zuerst die Kinder gehen. Etwas später konnten auch die beiden 23 Jahre alten Betreuerinnen die Halle verlassen. Die Betroffenen wurden zwischenzeitlich von der Polizei in einem benachbarten Baumarkt betreut.

Geiselnahme in Lengerich endet glimpflich

Die Polizei meldete wenige Stunden nach dem Ende der Geiselnahme, dass alle Kinder und Jugendlichen inzwischen in der Obhut ihrer Eltern seien. Auch die beiden Frauen, die die Gruppe betreuten, seien "augenscheinlich unverletzt".Nach dem Ende der Geiselnahme durchsuchten Polizisten mit Sprengstoffspürhunden die Halle, sie fanden aber nichts Verdächtiges. 

Suche nach Motiv des Geiselnehmers von Lengerich

Warum der Täter die Kinder als Geiseln nahm und warum er die Sporthalle auswählte, war zunächst nicht bekannt. Die Ermittler gehen beim Motiv inzwischen von Suizidgedanken aus. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat der Beschuldigte die Turnhalle und die darin trainierende Gruppe wahllos für seine Tat ausgesucht", erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Dienstagnachmittag in Münster. Hinweise auf eine psychische Erkrankung hätten sich demnach konkretisiert. Das Amtsgericht Münster ordnete laut gemeinsamer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft die Unterbringung in einer Forensik an - wegen des Verdachts des erpresserischen Menschenraubes.

Geiselnehmer von Lengerich war bereits im Visier der Polizei

Der Mann, der in einer Sporthalle im nördlichen Münsterland 43 Kinder und ihre beiden Betreuer als Geiseln genommen hatte, ist bereits Ende Dezember in den Blickpunkt der Polizei geraten. Nach Angaben eines Sprechers vom Dienstag war der 25-Jährige Ende 2018 vorläufig zum Selbstschutz in die Psychiatrie eingewiesen worden, weil er mit Suizid gedroht hatte. In der Psychiatrie drohte der Mann nach Polizeiangaben mit einer Bombe. In einem von dem Mann bewohnten Hotelzimmer sei bei einer Durchsuchung jedoch nur handelsübliches Feuerwerk gefunden worden.

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jat/news.de/dpa

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