11.01.2019, 16.12 Uhr

Vermisste Deutsche in Ägypten: Vermisster Göttinger wieder zurück in Deutschland

Sie wollten nach Ägypten reisen, um Angehörige zu besuchen. Seitdem wurden sie vermisst. Einer der verschwundenen Deutschen ist nun zurück in Deutschland.

In Ägypten sind zwei Deutsche spurlos verschwunden. (Symbolbild) Bild: Meng Tao/XinHua/dpa

In Ägypten wird nach Angaben des Auswärtigen Amtes nach dem Verschwinden eines jungen Mannes ein zweiter Deutscher vermisst. Die Deutsche Botschaft stehe in Kontakt mit den Behörden und bemühe sich in beiden Fällen mit Nachdruck um Aufklärung, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag in Berlin.

+++ Update vom 11.01.2019:In Ägypten festgehaltener Göttinger wieder in Deutschland +++

Der in Ägypten von den Behörden festgehaltene 23 Jahre alte Göttinger Student ist nach Angaben seiner Familie seit Freitag wieder in Deutschland. Das sagte sein Bruder der Deutschen Presse-Agentur. Nähere Angaben machte er nicht. Bei Facebook hatte der 24-Jährige geschrieben, sein Bruder werde von der Mutter und zwei Geschwistern auf einem Flughafen abgeholt. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, er sei auf dem Weg nach Göttingen.

Nach Darstellung der staatlich gelenkten ägyptischen Zeitung "Al-Ahram" vom Freitag war der 23-Jährige wegen mutmaßlicher Terrorverbindungen nach Deutschland abgeschoben worden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes wollte am Vormittag in Berlin keine Angaben dazu machen, wie die deutschen Behörden die Terrorvorwürfe beurteilen. Die Generalstaatsanwaltschaft in Celle teilte unterdessen mit, sie prüfe, ob es Anhaltspunkte für hier verfolgbare Straftaten gebe. Grundlage seien Informationen aus ägyptischen Medien.

Die Zeitung "Al-Ahram" berichtete, der Mann solle nach Angaben der ägyptischen Behörden versucht haben, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf der Sinai-Halbinsel anzuschließen. Der Student war vor zwei Wochen bei der Einreise nach Kairo von den ägyptischen Behörden festgehalten worden und galt anschließend zunächst als verschwunden. Der 23-Jährige besitzt die deutsche und ägyptische Staatsbürgerschaft.

In einem anderen Fall hatte das Auswärtige Amt am Donnerstag bestätigt, dass sich ein seit mehreren Wochen vermisster 18-jähriger Deutscher aus Gießen ebenfalls in Gewahrsam der ägyptischen Behörden befindet. Die Sicherheitsbehörden sollen nach dem Bericht der Zeitung "Al-Ahram" Karten der Sinai-Halbinsel bei ihm gefunden haben. Der junge Mann hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Zwischen beiden Fällen besteht aber keinerlei Zusammenhang.

+++ Update vom 10.01.2019: Auswärtiges Amt: Vermisster Gießener in Ägypten in Gewahrsam +++

Ein seit mehreren Wochen in Ägypten verschwundener Mann aus Gießen ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Gewahrsam der dortigen Behörden. Die Botschaft bemühe sich "intensiv um konsularischen Zugang und wird den Fall weiterhin betreuen", hieß es am Donnerstag. Die Botschaft hat demnach Kontakt sowohl zu ägyptischen Behörden als auch zu Angehörigen des 18-Jährigen. Der Sender Hit Radio FFH berichtete unter Berufung auf den Vater des Mannes, dass dieser wegen Terrorverdachts festgenommen worden sein soll. Dazu machte das Auswärtige Amt keine Angaben.

Mittlerweile wurde eine Online-Petition zur Freilassung des 18-Jährigen gestartet. Damit fordern die Unterzeichner Außenminister Heiko Maas (SPD) zum Handeln auf. Mehr als 53 000 Menschen haben bis zum Donnerstagnachmittag unterschrieben.

+++ Update vom 08.01.2019: In Ägypten verschwundener Göttinger in Gewahrsam der Behörden +++

Ein seit fast zwei Wochen in Ägypten verschwundener Deutscher ist von den ägyptischen Behörden in Gewahrsam genommen worden. Die deutsche Botschaft in Kairo habe eine entsprechende Rückmeldung erhalten, dass der Betroffene sich in Gewahrsam der ägyptischen Behörden befinde, teilte das Auswärtige Amt am Dienstag mit. Der 23-jährige Mann aus Göttingen mit deutschem und ägyptischem Pass war bei der Einreise am Flughafen Kairo festgehalten worden. Er galt seither als verschollen.

Zum Verbleib eines ebenfalls verschwundenen, 18 Jahre alten Deutsch-Ägypters aus Gießen machte das Auswärtige Amt zunächst keine Angaben.

Zwei Männer wollen Verwandte in Ägypten besuchen und verschwinden spurlos

"Es geht dort um zwei verschiedene Fälle von deutschen Staatsangehörigen, die vermisst werden. Wir sind mit denen seit einigen Tagen befasst und wir nehmen beide Fälle sehr ernst", sagte er. Mit Blick auf das Wohl der Betroffenen könnten keine weiteren Angaben gemacht werden. Beide Männer haben Angehörigen zufolge eine deutsche Mutter und einen ägyptischen Vater und besitzen beide Staatsbürgerschaften.

18-Jähriger will Opa in Kairo besuchen und wird seit 17.12.2018 vermisst

Nach dpa-Informationen handelt es sich im ersten Fall um einen 18-Jährigen aus Gießen, der am 17. Dezember über Luxor in das Land einreisen wollte, um seinen Großvater in Kairo zu besuchen. Vor dem Weiterflug in die Hauptstadt brach der Kontakt ab, bestätigte sein Vater der dpa. "Er ist nicht angekommen.Mein Bruder hat (inKairo) auf ihn gewartet."

"Es sind jetzt drei Wochen und es gibt keine Spur. Niemand weiß, ob er noch am Leben ist", sagte der Vater. Er geht davon aus, dass ägyptische Sicherheitskräfte seinen Sohn festgenommen haben und er seitdem in Gewahrsam ist. Gründe für eine mögliche Festnahme kennt er nicht.Sein Sohn, der wahrscheinlich mit seinem ägyptischen Pass einreisen wollte, habe nichts getan.

23-Jähriger wird mit Bruder am Flughafen festgehalten und ist seitdem verschwunden

Im zweiten Fall geht es um einen 23 Jahre alten Deutschen aus Göttingen, der mit seinem Bruder am 27. Dezember über den Flughafen Kairo nach Ägypten einreisen wollte. Die Behörden hielten den jungen Mann am Flughafen fest und ließen nur seinen Bruder passieren, wie seine Mutter der dpa bestätigte. Seitdem ist der bei der Einreise Festgehaltene verschwunden.

Die Mutter hatte sich in einem Brief an den deutschen Botschafter in Ägypten gewandt und um Hilfe gebeten. Durch Kontakte in Kairo habe man herausgefunden, dass sich der Sohn angeblich in einem Gebäude der "Hauptstelle des Geheimdienstes" in der Hauptstadt befinde. Er werde demnach ohne jegliche Begründung festgehalten.

Werden die Männer von der ägyptischen Regierung festgehalten?

Die ägyptische Regierung hat Menschenrechtsorganisationen zufolge in den vergangenen Jahren Zehntausende Menschen aus politischen Gründen eingesperrt. Bei einigen der aufsehenerregenden Fällen handelte es sich um Doppelstaatler. Diese behandelt der ägyptische Staat als Ägypter, so dass die Möglichkeiten der Einwirkung für ausländische Regierungen gering sind. Im August berichtete "Spiegel Online" über einen deutschen Staatsbürger mit ägyptischen Wurzeln, dem die Einreise auf dem Flughafen in Kairo verwehrt wurde. Er wurde demnach wieder zurück nach Frankfurt geschickt.

Nach Angaben des Vaters des 18 Jahre alten Verschwundenen gebe es zwischen beiden Fällen aus dem Dezember keine Verbindung. Er selbst habe nur über die Medien von dem ebenfalls vermissten Göttinger erfahren. Das ägyptische Innenministerium bat auf Anfrage darum, später noch einmal anzurufen. Danach wurden die Telefonate nicht mehr angenommen.

Lesen Sie auch: Nach Anschlag auf Touristenbus: Polizei tötet 40 mutmaßliche Terroristen in Ägypten.

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pap/news.de/dpa

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