07.01.2019, 17.13 Uhr

Rabiate Erziehungsmethoden: Weil sie nicht schlafen wollte! Vater setzt Tochter (9) auf Rügen aus

Weil seine Tochter nicht schlafen wollte, hat ein Vater sein neunjähriges Kind am Sonntagabend auf der Straße ausgesetzt. Nun drohen dem Mann schwere Konsequenzen.

Weil seine Tochter nicht schlafen wollte, soll ein Mann in Mecklenburg-Vorpommern sein Kind ausgesetzt haben (Symbolbild). Bild: Gerhard Seybert/fotolia

Weil sie nicht einschlafen wollte, hat ein Vater in Mecklenburg-Vorpommern seine neunjährige Tochter auf der Insel Rügen ausgesetzt. Der 33-Jährige aus Stralsund fuhr mit dem Kind vom Festland über den Strelasund nach Altefähr, wo er das Kind am Sonntagabend aussetzte. Man habe der Tochter zeigen wollen, "wie gut sie es zu Hause hat", sagten die Eltern später zu Polizeibeamten, die das Kind gegen 21.00 Uhr in ihre Obhut nahmen.

Vater setzt Tochter (9) aus, weil sie nicht schlafen will

Demnach klingelte das Kind bei Anwohnern, die telefonisch die Polizei benachrichtigten. Der Vater gab an, er sei nach dem Aussetzen der Neunjährigen nur so weit gefahren, dass seine Tochter das Auto nicht mehr habe sehen können. Nach einer Weile sei er zurückgekehrt, habe seine Tochter jedoch nicht mehr finden können.

Strafanzeige gegen den Vater (33) - Kind wieder in Obhut der Mutter

Gemeinsam mit der Mutter des Kindes habe er sich dann erneut auf die Suche gemacht. Dabei trafen die Eltern auf die Polizisten und ihr Kind, die in Altefähr gerade losfahren wollten. Gegen den Vater wurde Strafanzeige erstattet. Das Kind wurde nach Rücksprache mit der Jugendbehörde wieder in die Obhut der Mutter übergeben. In Mecklenburg-Vorpommern waren bis Sonntag Ferien, am Montag begann die Schule wieder.

Das Jugendamt des Kreises Vorpommern-Rügen sieht keinen Handlungsbedarf. "Wir haben sofort Kontakt mit den Eltern aufgenommen. Die Eltern haben einen Riesenschreck bekommen, zeigen sich sehr kooperativ", sagte ein Kreissprecher. Da die Familie bislang nicht auffällig gewesen sei, sehe man keinen Ansatz wegen Kindeswohlgefährdung zu ermitteln. Gleichwohl habe man die Familie jetzt im Blick.

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jat/news.de/dpa

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