04.01.2019, 11.36 Uhr

Großer-Belt-Brücke in Dänemark: Tote identifiziert! Keine Deutschen unter den Zugunglücksopfern

Bei einem Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt (Storebælt) in Dänemark sind am Mittwochmorgen acht Menschen ums Leben gekommen. Mittlerweile wurden die Opfer identifiziert.

Ein Zug hält auf der Brücke über den Großen Belt bei Nyborg nach einem Zugunglück. Bild: dpa/Tim K. Jensen

Bei dem Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt (Storebælt) in Dänemark sind acht Menschen getötet worden. Mittlerweile wurden dieTodesopfer identifiziert. Wie die Polizei der Region Fünen (Fyn) am Freitagmorgen mitteilte, handelt es sich um fünf Däninnen und drei Dänen im Alter zwischen 27 und 60 Jahren. Deutsche sind damit nicht unter den Toten. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Donnerstag, es gebe auch keine Hinweise darauf, dass deutsche Staatsbürger unter den 16 Verletzten des Unglücks seien. Nach Angaben der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau handelte es sich um das schlimmste Zugunglück in Dänemark seit 1988.

Untersuchungen zum tödlichen Zugunglück in Dänemark laufen

Nach dem schlimmsten Zugunglück in Dänemark seit mehr als drei Jahrzehnten sind die zuständigen Ermittler am Donnerstag weiter mit der Aufarbeitung des Vorfalls beschäftigt.

Sowohl der auf der Storbæltbrücke verunglückte Passagierzug als auch der am Unfall beteiligte Güterzug sollten für weitere Untersuchungen in einen abgesperrten Bereich bei Nyborg am westlichen Ende der Brücke gebracht werden, wie die Polizei der Region Fünen (Fyn) am Mittwochabend mitteilte. Gleichzeitig wurde an der Identifizierung der Toten gearbeitet.

Frühestens am Donnerstag wollte die Polizei nähere Auskünfte zu den Opfern geben. Am Morgen wollte sie in Odense über den Ermittlungsstand informieren.

Sechs Tote bei Zugunglück auf dänischer Brücke Storebælt: Wie kam es zu dem Unglück?

Der Zug war gegen 7.30 Uhr laut Polizeiangaben von einem Gegenstand getroffen worden und hatte hart bremsen müssen. Der DSB zufolge waren 131 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder an Bord. Zur Unglücksursache äußerte sich die Bahngesellschaft zunächst nicht. Möglicherweise habe es sich um ein Teil eines entgegenkommenden Güterzuges gehandelt, berichteten dänische Medien. Auf Bildern ist zu sehen, dass es sich dabei um einen Zug handelte, der Bierkästen geladen hatte. Die seitliche Plane mehrerer Waggons war aufgerissen.

Leerer Lastwagen könnte Zugunglück in Dänemark ausgelöst haben

Am Mittwochnachmittag wurde bekannt: Ein per Güterzug transportierter leerer Lastwagen könnte das Zugunglück mit sechs Toten in Dänemark ausgelöst haben. Bo Haaning von der zuständigen Unfallkommission sagte nach Angaben der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau, der Trailer sei am Mittwochmorgen vermutlich umgekippt oder von dem Güterzug heruntergeweht worden. Er habe den entgegenkommenden Schnellzug entweder frontal oder seitlich gerammt. Genaueres zur Unfallursache gebe es aber noch nicht. Zum Unglückszeitpunkt hatte es heftig über Teilen Skandinaviens gestürmt, auch über dem Großen Belt.

Bilder zeigen den beschädigten Güterzug nahe der Brücke über den Großen Belt bei Nyborg. Bild: dpa/Tim K. Jensen

Brücke über den Großen Belt nach Zugunglück wieder befahrbar

Die 18 Kilometer lange Brücke über den Großen Belt und die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden wurden wegen heftigen Windes für den Autoverkehr gesperrt. Am Vormittag war die Storebæltbrücke zumindest in einer Richtung wieder befahrbar.

Dänische Königin Margrethe trauert um Opfer des Zugunglücks

Die dänische Königin Margrethe II. hat mit großer Betroffenheit auf das schwere Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt (Storebælt) reagiert. Das Unglück berühre sie zutiefst, erklärte sie am Mittwoch auf der Webseite des Königshauses. "Meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl gehen sowohl an die Hinterbliebenen und ihre Familien als auch an die Verletzten."

Am Mittwochmorgen war ein Schnellzug auf der Storebæltbrücke verunglückt. Er wurde ersten Einschätzungen zufolge von Teilen eines entgegenkommendes Güterzuges getroffen. Sechs Menschen starben, 16 wurden verletzt. Die Brücke verbindet die dänischen Inseln Fünen (Fyn) und Seeland (Sjælland) und ist damit einer der wichtigsten Verkehrswege Dänemarks. Auf Seeland liegt auch Kopenhagen.

Heftiger Sturm wütet über Skandinavien

Zuvor hatte heftiger Wind bereits in weiten Teilen Skandinaviens zu Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen geführt. Auch der Fährverkehr wurde durch den Sturm beeinträchtigt. In Schweden waren am Mittwochmorgen wegen umgestürzter Bäume mehr als 100.000 Haushalte ohne Strom.

Die Brücke über den Storebælt verbindet die dänischen Inseln Fünen und Seeland (Sjælland) und ist damit einer der wichtigsten Verkehrswege Dänemarks. Auf Seeland liegt auch Kopenhagen. Viele Reisende aus Deutschland nutzen die Brücke, wenn sie mit dem Auto in die dänische Hauptstadt oder in Richtung Schweden fahren.

Bahn sichert Ermittlern nach Zugunglück in Dänemark Unterstützung zu

Nach dem Zugunglück mit mindestens sechs Toten in Dänemark will die Deutsche Bahn die Behörden vor Ort bei den Untersuchungen unterstützen. Das sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch in Berlin. "Wir sind sehr betroffen über das tragische Zugunglück", fügte er hinzu. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Angehörigen." Zur Unfallursache wollte die Bahn sich nicht äußern und verwies auf die zuständigen Behörden.

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sba/news.de/dpa

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