03.01.2019, 16.13 Uhr

Gas-Explosion in Russland: 39 Tote nach Gas-Detonation in Russland

Eine Explosion hat im russischen Magnitogorsk einen Aufgang eines langgestreckten Wohnhauses wie ein Kartenhaus zusammenbrechen lassen. Die traurige Bilanz nach Abschluss der Bergungsarbeiten: 39 Todesopfer sind zu beklagen.

Rettungskräfte stehen vor einem Wohnhaus, das durch eine Gasexplosion beschädigt worden ist. Bild: Maxim Shmakov / AP / picture alliance / dpa

Die schwere Gasexplosion am Silvestertag im russischen Magnitogorsk hat mindestens acht Menschen und womöglich sogar Dutzende das Leben gekostet. Das berichtete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf neue Angaben des Zivilschutzministeriums. Bergungskräfte hätten in der Nacht zum Dienstag weitere Leichen aus den Trümmern gezogen, nachdem der komplette Aufgang eines zehnstöckigen Wohnblocks wie ein Kartenhaus zusammengestürzt war. Weitere 37 Menschen galten als vermisst. Demnach wurden 25 Wohnungen komplett und zehn teilweise zerstört.

Update 03.01.2019:Bergungsarbeiten nach Gasexplosion in Russland beendet - 39 Tote

 

Drei Tage nach der schweren Gasexplosion in der russischen Industriestadt Magnitogorsk sind die Leichen aller Vermissten aus dem eingestürzten Haus geborgen worden. Rettungskräfte entdeckten am Donnerstagabend (Ortszeit) eine tote Frau unter den Trümmern, wie russische Medien unter Berufung auf den Zivilschutz berichteten. Damit stieg die Zahl der Toten bei dem Unglück im Ural auf 39, darunter nach Angaben der Behörden sechs Kinder.

Zuvor war noch von weiteren Vermissten die Rede gewesen. Der für den Katastrophenschutz zuständige Vize-Minister Alexander Tschuprijan, sagte aber am Donnerstag, es befänden sich nun keine Menschen mehr unter den Trümmern. "Die Arbeit ist abgeschlossen."

Gas-Explosion zerstört Wohnhaus in Russland - Dutzende Tote befürchtet, acht Leichen geborgen

In den Trümmern suchten Retter in einem Wettlauf mit der Zeit nach Verschütteten, weil Überlebenden bei minus 27 Grad in der Nacht und minus 19 bei Tage der Tod durch Erfrieren drohte. Die Explosion hatte sich um 4.00 Uhr Ortszeit (0.00 Uhr MEZ) ereignet.

Magnitogorsk liegt etwa 1.400 Kilometer östlich der Hauptstadt Moskau. Selbst Präsident Wladimir Putin flog aus seinem Urlaubsort Sotschi in die Stadt am Ural, um sich über die Rettungsarbeiten zu informieren und mit Opfern zu sprechen.

Gasexplosion in Magnitogorsk - Schicksal von 35 Menschen inklusive 7 Kindern bleibt unklar

Vier Hausbewohner wurden im Lauf des Montags tot geborgen. Am Abend (Ortszeit) teilte der Gouverneur des sibirischen Gebiets Tscheljabinsk, Boris Dubrowski, mit, noch immer sei das Schicksal von mehr als 35 Menschen unklar. Dazu zählten leider auch sieben Kinder. Befürchtet wird, dass viele von ihnen unter den Trümmern verschüttet liegen. "Die Stadt schaut voller Schrecken auf die wachsende Zahl an Opfern. Statt des Neujahrsfestes steht uns Trauer bevor", schrieb ein Internetnutzer aus Magnitogorsk im sozialen Netzwerk Instagram.

In einem Kraftakt wenige Stunden vor dem neuen Jahr zogen die Behörden Rettungskräfte, Gerät und Hundestaffeln aus weiten Teilen Sibiriens und aus Moskau in Magnitogorsk zusammen. Die Industriestadt liegt am Ural etwa 1.400 Kilometer östlich der Hauptstadt. Der Einsatz an der Unglücksstelle war gefährlich, weil der Einsturz weiterer Teile des neunstöckigen Hauses drohte, wie Zivilschutzminister Jewgeni Sinitschew sagte.

In den 48 zerstörten Wohnungen waren offiziell 110 Bewohner registriert. Einige konnten die Ruine unverletzt verlassen, andere wurden von den Suchmannschaften verletzt geborgen. Knapp 30 Bewohner meldeten sich unverletzt bei den Behörden. Sie hatten die Nacht anderswo verbracht.

Putin besucht Opfer von Gasexplosion - Retter suchen weiter nach Vermissten

Putin traf in Magnitogorsk mit dem Rettungsstab zusammen und besuchte Verletzte im Krankenhaus. Ein 13-jähriger Junge berichtete dem Kremlchef, er habe länger als eine Stunde unter den Trümmern festgesteckt, bis er gerettet worden sei. "Ich bin so schnell zu euch aufgebrochen, dass ich gar nichts mitgebracht habe", sagte Putin. Er versprach dem Jungen aber für später ein Geschenk, wie die Agentur Interfax meldete.

Auch Gouverneur Dubrowski sagte den Betroffenen schnelle Entschädigungen und Hilfe bei der Beschaffung von neuem Wohnraum zu. Die Staatsführung reagierte damit viel schneller und hilfsbereiter als bei der Brandkatastrophe in einem Einkaufszentrum der sibirischen Stadt Kemerowo im März dieses Jahres mit 64 Toten. Der hartherzige Umgang mit den Opfern hatte den Behörden damals Kritik eingetragen.

In russischen Wohnhäusern kommt es immer wieder zu Gasexplosionen. Magnitogorsk gilt wegen seiner Stahlindustrie und Metallurgie als eine der am stärksten verschmutzten Städte weltweit.

Sucharbeiten nach Gasexplosion in Russland stocken

Die Suche nach Opfern der schweren Gasexplosion in der russischen Stadt Magnitogorsk geht nur schleppend voran. Zwar wurde bis zum Mittag des Neujahrstages eine achte Leiche geborgen, doch dann stellten die Helfer vorübergehend die Suche nach Vermissten ein, wie ein Sprecher des Zivilschutzes mitteilte. Stattdessen räumten sie hängende Trümmerteile ab, die auf die Unglücksstelle zu stürzen drohten.

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loc/news.de/dpa

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