24.12.2018, 09.27 Uhr

Tragischer Tod: Kleinkind (2) stirbt bei Beschneidung

In Italien ist ein zwei Jahre alter Junge an den Folgen seiner Beschneidung gestorben. Er soll nach dem Eingriff so viel Blut verloren haben, dass er ums Leben kam. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Beschneidungsritual tödlich endet.

Bei einer Beschneidung in Italien ist ein 2-jähriger Junge ums Leben gekommen. Bild: dpa/Kay Nietfeld

Tragischer Todesfall im italienischenMonterotondo. Bei einer Beschneidung in Italien ist ein kleiner Junge ums Leben gekommen. Sein Zwillingsbruder überlebte schwer verletzt.

Kleinkind verblutet nach seiner Beschneidung

Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, habe die Familie das Ritual, das ursprünglich aus Nigeria stammt, zu Hause inMonterotondo unweit von Rom abgehalten. Das zweijährige Kleinkind habe bei dem Eingriff so viel Blut verloren, dass Rettungskräfte bei ihrem Eintreffen nichts mehr für ihn tun konnten. Der Zwillingsbruder des 2-Jährigen wurde Ansa zufolge schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Nach Angaben der italienischen Zeitung "La Repubblica" soll ein 66 Jahre alter selbsternannter Arzt aus Lybien den Eingriff durchgeführt haben. Laut der Staatsanwaltschaft von Tivoli soll der 66-Jährige nun wegen Totschlags, schwerer Körperverletzung und missbräuchlicher Ausübung des Arztberufs verhaftet werden. Die Mutter der beiden Zwillinge lebte dem Bericht nach in Monterotondo in einer Unterkunft für Flüchtlinge.

Mindestens 18 Tote nach Beschneidungsritualen in Südafrika

Immer wieder kommen Menschen nach einem Beschneidungsritual ums Leben. Allein in Südafrika sind innerhalb eines Monats mindestens 18 junge Männer im Zusammenhang mit einem Beschneidungsritual gestorben. Die Todesursachen seien unter anderem Blutvergiftung, Verbrennungen und auch ein Suizid gewesen, erläuterte ein Sprecher der Provinz Ostkap, Mamkeli Ngam, im November.

Darum sind Beschneidungsritualen so gefährlich

Die Todesfälle sind häufig eine Konsequenz unsachgemäßer Durchführung der Beschneidung. Bei einer verpatzten Beschneidung kann es zu einer unabsichtlichen Amputation oder schweren Infektionen kommen. Während Experten zufolge früher Beschneidungen durch erfahrene Stammesälteste durchgeführt wurden, wollen heute oft Quacksalber damit Geld verdienen. Auch Dehydrierungen stellen eine Gefahr dar - bei vielen kursiert die Vorstellung, dass weniger Trinken männlicher sei.

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sba/news.de/dpa

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