19.12.2018, 14.38 Uhr

Annette Widmann-Mauz (CDU): Integrationsbeauftragte schafft Weihnachten ab und kassiert Shitstorm

Wie viele andere in der Weihnachtszeit verschickte auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung eine Grußkarte. Jedoch verzichtete Annette Widmann-Mauz dabei gänzlich auf das Wort "Weihnachten". Die Kritik ist heftig.

Warum lässt die Integrationsbeauftragte das Wort "Weihnachten" auf ihrer Grußkarte weg? Bild: dpa

"Egal woran Sie glauben... wir wünschen Ihnen eine besinnliche Zeit und einen guten Start ins neue Jahr", heißt es auf der Weihnachtskarte der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung. Doch ist es überhaupt eine Weihnachtskarte? Immerhin hat die CDU-Politikerin Annette Widmann-Mauz das Wort "Weihnachten" einfach weggelassen. Und wie sollte es anders sein, die Grußkarte zieht heftige Kritik nach sich.

Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz lässt "Weihnachten" weg

Auf der Grußkarte von Widmann-Mauz sind Weihnachtsmannmützen, Baumschmuck und Engel mit Heiligenschein abgebildet, doch das wichtigste Wort fehlt. Zum Ramadan wünschte die CDU-Politikerin allen Muslimen eine "gesegnete und besinnliche Fastenzeit". An Chanukka sendete sie Grüße an alle Juden. Warum verzichtet sie nun auf der Grußkarte auf das Wort "Weihnachten"?

Annette Widmann-Mauz will Shitstorm mit Tweet abmildern - vergebens

Ein Foto der Karte, auf dem Widmann-Mauz mit ihrem Team zu sehen ist, postete die Politikerin am Dienstagabend selbst auf Twitter und Facebook. Die ergänzenden Worte "Fröhliche Weihnachten allen in Deutschland!" scheinen die Kritiker jedoch nicht milde zu stimmen, der virtuelle Shitstorm tobt munter weiter.

"Integrieren kann nur, wer eigene Werte nicht ausblendet, sondern sie überzeugt vertritt"

Während es klar sein dürfte, dass sich bei der anhaltenden Angst einiger Bevölkerungsteile vor der Islamisierung des Abendlandes eine Woge voller Hass über der Politikerin entlädt, gibt es auch massive Kritik von Kollegen aus den Ministerien, Bundestag und der Bundesregierung. "Es ist bedauerlich, dass falsch verstandene Toleranz augenscheinlich dazu führt, dass Weihnachten, das Fest der Liebe, unsichtbar wird", kritisierte Sevim Dagdelen, Migrationsexpertin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, in der "Bild"-Zeitung die Grußkarte der Integrationsbeauftragten.

Auch aus der eigenen Partei gibt es der "Bild" zufolge scharfe Kritik. Sylvia Pantel (CDU), Mitglied im Familienausschuss des Bundestages, sagte demnach: "Wer als Regierungsmitglied in der Weihnachtszeit eine Grußkarte mit den Worten 'Egal woran Sie glauben' verschickt, muss sich fragen lassen, für welche Werte er steht und welche Bedeutung die Karte haben soll." CDU-Innenexperte Marc Henrichmann meinte: "Integrieren kann nur, wer eigene Werte nicht ausblendet, sondern sie überzeugt vertritt."

Den Psychologen, Autoren und Islam-Experten Ahmad Mansour zitierte "Bild" mit den Worten: "Selbstbewusst ist anders! Selbstverständlich muss man Christen beglückwünschen können, vor allem als Politikerin und als Integrationsbeauftragte!"

Wütende Bürger attackieren CDU-Politikerin

Die Kritik in den sozialen Netzwerken ist deutlich heftiger. "Die Karte verfügt über mannigfaltige gestalterische Mängel. Schlecht einkopierte Weihnachtsmützen. Ein Foto, bei dem jeder und jede irgendwie steht, was bei 2 Damen leichte O-Beine zeigt. Dazu ein Slogan, der wohl von Religiösen jeder Couleur als negativ empfunden wird. Dass es 'egal' ist, was man glaubt wertet jede Religion ab. Welcher Praktikant hat das in der Mittagspause entworfen?", schreibt eine Facebook-Nutzerin unter den Post der Politikerin.

"Es sind eben genau diese Kleinigkeiten, diese Sensibilität, die immer mehr wie Salz in der politisch verwundeten Landschaft wirkt. Bei Botschaften zu Feiertagen anderer Kulruren und Glaubenskreisen werden sie dieses rumgeeier nicht lesen" (Anm. d. Red.: Rechtschreibung und Grammatik entsprechen den Original-Kommentaren), schreibt ein User auf Twitter zur Grußkarte.

ArminLaschet stellt klar: Weihnachten gratuliert man zu Weihnachten

Zu Weihnachten gratuliert man nach den Worten von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zu Weihnachten und nicht zu irgendetwas anderem. "Ich halte es für eine pure Selbstverständlichkeit, dass man, wenn Weihnachten ist, nicht zu Season's Greetings oder was auch immer gratulieren will, sondern ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht." Das sagte Laschet am Mittwoch in Düsseldorf.

Er reagierte damit auf die umstrittene Weihnachtskarte der Bundesintegrationsbeauftragten Annette Widmann-Mauz. Diese hatte das Wort "Weihnachten" weggelassen. "Ich weiß nicht, ob das ein Beitrag zur Integration sein sollte", sagte Laschet. "Ich halte es jedenfalls für falsch." Er gratuliere Muslimen ja auch zum Ramadan und den jüdischen Organisationen zum Neujahrsfest. Laschet war von 2005 bis 2010 als Minister der NRW-Landesregierung für Integration zuständig gewesen.

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bua/fka/news.de/dpa

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