18.12.2018, 10.26 Uhr

Dramatischer Anstieg!: Schwere Körperverletzungen unter Kindern nehmen zu

Die Zahl der schweren und gefährlichen Körperverletzungen an deutschen Schulen nimmt zu. Das berichtet das ARD-Magazin "Report Mainz". Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Was macht die Politik?

Die Zahl der schweren und gefährlichen Körperverletzung an deutschen Schulen steigt an. Bild: dpa

Seit 2015 ist die Zahl der schweren und gefährlichen Körperverletzungen an deutschen Schulen deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Politmagazins "Report Mainz" unter allen Landeskriminalämtern. Experten warnen davor, diese erschreckende Entwicklung nicht ernst zu nehmen.

Gewalt an Schulen nimmt dramatisch zu

In einigen Bundesländern haben sich die Zahlen laut "Report Mainz" zwischen 2015 und 2017 um mehr als die Hälfte erhöht. Die Zahl der tatverdächtigen Kinder unter 14 Jahren hat zugenommen. 2017 sollen sie fast 16.000 Körperverletzungen begangen haben, so die Polizeiliche Kriminalstatistik. Das entspricht 13 Prozent mehr als noch 2015. Schulleiter und Lehrer beobachten die Zunahme der Brutalität unter Kindern in allen gesellschaftlichen Schichten.

Jahrelang seien die Straftaten von Kindern zurückgegangen, nun habe sich dieser Trend umgekehrt. "Wir sehen bei Kindern einen Anstieg, einen deutlichen Anstieg, sehen bei Jugendlichen einen Anstieg und insbesondere auch die Gewaltkriminalität, beispielsweise schwere Körperverletzungen, haben sich deutlich erhöht. Das sind Dinge, die wir ernst nehmen müssen, wenn es jetzt zum zweiten Mal hintereinander zu einem Anstieg von Gewaltkriminalität kommt", erklärt Kriminologe Prof. Dirk Baier im Interview mit "Report Mainz".

Warum wächst die Gewaltbereitschaft?

Die Gründe für den Anstieg der Gewaltbereitschaft seien unklar. "Wenn zwei Mal so ein Anstieg stattfindet, ist das schon ein Anzeichen dafür, dass wir schauen müssen, was hat sich im Kinder- und Jugendalltag verändert, weil frühzeitig zu reagieren wäre sicherlich sinnvoll", so Baier weiter.

In vielen Bundesländern haben die Kultusministerien bereits Maßnahmen gegen den Gewaltanstieg ergriffen. Brandenburg, Sachsen, Hessen, Baden-Württemberg sowie das Saarland erklärten gegenüber "Report Mainz", das Problem ernst zu nehmen. Rheinland-Pfalz, Bremen, Bayern und Thüringen antworteten auf Nachfrage des Magazins, dass sie keinen Anstieg von Gewalt an Schulen erkennen können. Einige wiesen sogar darauf hin, dass in der Statistik auch Taten außerhalb der Unterrichtszeit oder vor der Schule erfasst würden.

Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, in dem das Bildungsministerium selbst Zahlen erhebt. Dort haben sich die Gewalttaten an Schulen innerhalb von drei Jahren fast verdoppelt. Während im Schuljahr 2015/16 noch 125 Vorfällen registriert wurden, waren es2017/18 bereits 242 Vorfälle. Allerdings gebe es in den vergangenen Jahren auch eine verstärkte Sensibilisierung. Schleswig-Holstein erhebt seit August außerdem auch Daten zu den Motiven von Gewalttaten an Schulen.

Die komplette Sendung sehen Sie am Dienstag (18.12.2018) ab 21.45 Uhr im TV-Programm des SWR und im Anschluss in der ARD-Mediathek als Video-on-Demand (VoD).

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bua/fka/news.de

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