Böller-Verkauf 2018: HIER gilt aktuell Feuerwerks-Verbot zu Silvester in Deutschland

Das Jahr neigt sich dem Ende und wird auch 2018 wieder vom 31. Dezember auf den 1. Januar mit einem Feuerwerk verabschiedet. Aber nicht überall ist das Zünden der Böller erlaubt. Wann startet der Feuerwerksverkauf und wo ist das Silvester-Feuerwerk tatsächlich verboten? Das sollten Sie jetzt wissen.

An Silvester werden nicht alle deutschen Städte von Feuerwerk erleuchtet - in vielen Orten besteht ein Feuerwerksverbot. Bild: dpa

Feuerwerk darf in Deutschland erst ab dem 28. Dezember verkauft werden - in anderen Ländern, selbst innerhalb der EU, gelten teils andere Regeln. Experten warnen vor den Gefahren. Was Sie beim Kauf beachten sollten und wo Silvesterknaller 2018 verboten sind, erfahren Sie hier bei news.de.

Feuerwerk aus dem Ausland hat größere Sprengkraft

Bereits drei Wochen vor Silvester haben Fachleute vor der hohen Sprengkraft von Feuerwerkskörpern aus dem Ausland gewarnt. Sogenannte Polenböller enthielten häufig einen sogenannten Blitzknallsatz, der wegen seiner chemischen Zusammensetzung sehr viel stärker reagiere, sagte Pyrotechnik-Experte Christian Lohrer von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) am Dienstag in Berlin.

Erhöhtes Verletzungsrisiko durch Polenböller: 2 Tote in Brandenburg 2017

Explodiere so ein Gegenstand in der Hand, drohten schwere Verletzungen wie der Verlust von Fingern. Er appellierte zum Kauf von Feuerwerkskörpern in Deutschland - "in vertrauenswürdigen Läden" und nicht etwa aus Kofferräumen an Autobahnparkplätzen, wie er sagte.

Unglücke mit Feuerwerk können schlimmstenfalls tödlich enden - allein in Brandenburg starben voriges Silvester unabhängig voneinander zwei Männer an ihren schweren Verletzungen. Im dortigen Grenzgebiet zu Polen finden Zollfahnder immer häufiger Großfeuerwerk in Privatautos. Aber auch über das Internet wird mit illegalen Knallern gehandelt, wie eine Razzia in der Vorwoche zeigte.

Feuerwerk in Deutschland kaufen: Das sollten Sie beachten

Wichtig sei geprüfte Ware beim Kauf von Feuerwerkskörpern. Geprüftes Feuerwerk erkennen Käufer am CE-Zeichen, an deutscher Gebrauchsanweisung und der Registriernummer. Diese enthält die Kennnummer der Stelle, die die Feuerwerkskörper geprüft hat. In Deutschland ist das die BAM. Sie hat die Kennnummer 0589, die am Anfang jeder Registriernummer steht.

Böller-Verkauf 2018: Geprüftes Feuerwerk durch CE-Zeichen erkennen

Es folgt die Feuerwerkskategorie (F1 oder F2) und eine fortlaufende Nummer. Eine vollständige Registriernummer kann also etwa 0589-F2-1254 lauten, nennt die BAM als Beispiel. Das CE-Zeichen ist kombiniert mit der Kennnummer der Prüfstelle, die die Qualitätssicherung beim Hersteller überwacht.

Zur Feuerwerkskategorie F1 gehören zum Beispiel Knallerbsen, Knallbonbons, Tischfeuerwerk, Wunderkerzen oder Party-Knaller. Diese Waren dürfen das ganze Jahr hindurch verkauft und benutzt werden. Gekauft werden dürfen diese Artikel auch von Minderjährigen ab 12 Jahren.

Raketen, Batterien, Römische Lichter oder Knallkörper gehören zur Feuerwerkskategorie F2. Diese Artikel dürfen nur befristet und nur an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden. Der Verkauf erfolgt in diesem Jahr laut BAM vom 28. bis 31. Dezember.

Beim Feuerwerk abbrennen Abstand halten

Doch nicht nur die Herkunft der Knaller, auch das falsche Hantieren damit kann den Fachleuten zufolge böse enden. BAM-Expertin Heidrun Fink betont, dass Raketen keinesfalls aus der Hand abgefeuert und Böller nicht geworfen werden dürften.

Weil leere Flaschen für den Raketenstart oft zu unstabil seien, stellt sie eine Sektflasche für zusätzlichen Halt noch in eine Getränkekiste. "Nach dem Anzünden direkt in den Mindestabstand begeben!", appelliert Fink. Dieser betrage bei Raketen, Batterien und Knallkörpern acht Meter. Ein Radius, der an Silvester in Städten selten zu sehen ist.

Feuerwerk verboten: Wann ist das Zünden von Feuerwerk erlaubt?

Feuerwerkskörper der Kategorie F2, sprich Raketen, Batterien und dergleichen, dürfen gemäß Bundessprengstoffgesetz lediglich am 31. Dezember und 1. Januar gezündet werden - und das auch nur von Personen, die das 18. Lebensjahr bereits vollendet haben. Außerhalb dieses Zeitraumes ist eine Genehmigung gemäß der Verordnung zum Sprengstoffgesetz erforderlich. Neben der Kategorie F2 gibt es noch die Kategorien 3 und 4. In erstere fällt Mittelfeuerwerk, für dessen Abbrennen es eine spezielle Erlaubnis bedarf und letztere umfasst Großfeuerwerk, das nur von ausgebildeten Pyrotechnikern abgebrannt werden darf.

Feuerwerksverbot 2018: Wo ist das Silvester-Feuerwerk verboten?

Davon einmal abgesehen ist das Feuerwerk zu Silvester bereits in einigen Regionen und Städten in Deutschland verboten. Das betrifft unter andren Orte mit vielen Reetdachhäuser. Wie "wetter.com" informiert, ist das Zünden von Feuerwerkskörpern auf den meisten nordfriesischen Inseln verboten - ebenso an der Ostseeküste. Auch die Stadt Düsseldorf hat Silvesterfeuerwerk in der Altstadt 2018 verboten. Das Verbot gilt ab 31. Dezember 20 Uhr bis 1. Januar 2019 um 20 Uhr. Private Gelände sind laut "wz.de" davon jedoch ausgeschlossen.

Die Stadt Hannover hat ebenfalls ein Feuerwerksverbot verabschiedet, das für die Innenstadt besteht. Darüber hinaus sind Raketen in der Innenstadt von Göttingen, in der Tübinger Altstadt und in niedersächsischen Altstädten verboten, so in Lüneburg, Hildesheim, Celle, Hameln, Wolfenbüttel und Bad Gandersheim, wie "utopia.de" berichtet. In München fordert eine Bürgerinitiative die Böller an Silvester zu verbieten, aber ein Verbot wird es dort wohl nicht geben. Dafür gibt es Feuerwerksverbote in Bayern in der nähe von Burgen, Schlössern und historischen Gebäuden.

Zudem ist laut Bundessprengstoffgesetz das "Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen" verboten.

Verband: Verbot von Silvesterfeuerwerken in Städten nimmt zu

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) hat die zunehmenden Verbote von Silvesterfeuerwerken in großen Städten kritisiert. Damit würden die falschen Adressaten getroffen, sagte Verbandsgeschäftsführer Klaus Gotzen am Donnerstag in Ratingen: "Man trifft nicht nur die, die über das Ziel hinausschießen, sondern auch alle, die friedlich feiern wollen." Hannover hatte in diesem Jahr erstmals angekündigt, die Böllerei nicht mehr zu erlauben. In Göttingen, Düsseldorf, Tübingen, Celle oder Wolfenbüttel gibt es das Verbot in den Altstädten schon seit Jahren.

Auch in Bremen, wo Comet Feuerwerk am Donnerstag die Neuheiten dieser Saison vorstellen wollte, darf auf dem Marktplatz an Silvester nichts abgebrannt werden. Der Verkaufsstart für Silvesterfeuerwerk ist am 28. Dezember. Beliebt bei den Deutschen sind nach Angaben des Verbandes der pyrotechnischen Industrie seit Jahren zunehmend Batterien und Verbundfeuerwerke.

Tschechische Behörden warnen vor illegalen Feuerwerkskörpern

Die tschechischen Behörden haben vor illegal importierten Feuerwerkskörpern gewarnt und verstärkte Kontrollen angekündigt. Besonders in der Zeit zwischen den Jahren würden Verkaufsgeschäfte unangemeldet überprüft, sagte ein Sprecher der Gewerbeaufsicht am Donnerstag der Agentur CTK. Vor einem Jahr hätten allein in Prag und Umgebung rund ein Drittel der kontrollierten Geschäfte die Vorschriften verletzt. Die verhängten Geldstrafen waren indes mit umgerechnet weniger als 4.000 Euro vergleichsweise gering.

Die tschechische Polizei empfahl dringend, nur amtlich zugelassene Feuerwerkskörper mit Prüfzeichen zu erwerben. Sie sollten ausschließlich im Fachhandel gekauft werden, keinesfalls aber auf Straßenmärkten, wo sie feucht und damit instabil werden könnten. Pyrotechnische Artikel müssen in Tschechien seit 2010 wie auch in den übrigen EU-Staaten eine CE-Konformitätskennzeichnung tragen.

An der Suche nach illegalen Feuerwerkskörpern beteiligen sich nach Angaben einer Sprecherin auch gemeinsame Streifen tschechischer Zollbeamter mit ihren deutschen Kollegen. Wie gefährlich in Tschechien gekaufte illegale Feuerwerkskörper sein können, haben mehrere Vorfälle der vergangenen Wochen im benachbarten Österreich gezeigt. Dabei waren Jugendlichen und jungen Männern die Böller in der Hand explodiert.

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kad/loc/news.de/dpa

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