Waldbrände in Kalifornien 2018: Schon 77 Tote! Feuer immer noch nicht unter Kontrolle

US-Präsident Trump hat die kalifornischen Brandgebiete besucht. Die Feuerwehr macht dort Fortschritte bei den Löscharbeiten, doch die Zahl der Todesopfer und der Vermissten steigen unterdessen weiter.

USA, Paradise: Ein ausgebrannter Pkw und Trümmer nach dem Waldbrand, dem sogenannten "Camp"-Feuer. Bild: dpa/Barbara Munker

Die Großbrände in Kalifornien sind noch lange nicht unter Kontrolle und fordern jeden Tag mehr Opfer. Beim "Camp"-Feuer im Norden des Bundesstaats stieg die Zahl der Toten auf 77. Dies sind mehr Tote als je zuvor bei einem Feuer in dem Bundesstaat. Von dem kleinen Ort Paradise blieben nur qualmende Ruinen übrig. Der Chef der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Brock Long, sagte, der Wiederaufbau und die vorübergehende Versorgung der Menschen dort seien eine enorme Herausforderung.

FOTOS: Tod und Zerstörung Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien

Alle aktuellen Entwicklungen zu dem verheerenden Waldbrand in Kalifornien im News-Ticker

+++ 19.11.2018:Mittlerweile 77 Tote bei Brandkatastrophe in Kalifornien +++

Der verheerende Waldbrand im Norden Kaliforniens hat bisher 77 Menschen das Leben gekostet. Das teilte die Feuerschutzbehörde des US-Staates, Calfire, am Sonntagabend mit. Das sogenannte Camp Fire um den besonders stark betroffenen Ort Paradise nördlich von Sacramento sei mittlerweile zu 65 Prozent unter Kontrolle, so die Behörde weiter. Die Zahl der Vermissten sank von mehr als 1200 Menschen auf 993, wie die Zeitung "San Francisco Chronicle" berichtete.

Der Sheriff des betroffenen Bezirks Butte County, Kory Honea, hatte am Wochenende die Menschen aufgerufen, sich zu melden, wenn sie in Sicherheit sind. Viele Menschen waren den Behörden zufolge wegen ausgefallener Mobilfunknetze nicht zu erreichen.

+++ 17.11.2018: "Totale Verwüstung" - Trump besucht Brandgebiet in Kalifornien +++

US-Präsident Donald Trump hat sich vor Ort ein Bild der Zerstörung der schweren Waldbrände in Kalifornien gemacht. Der Präsident besuchte am Samstag zunächst die Gegend um den besonders schwer betroffenen Ort Paradise im Norden des Westküstenstaates. "Das ist sehr traurig mit anzusehen", sagte er zum Ausmaß der Schäden. Der Republikaner dankte den Rettungskräften und sagte Kalifornien die Unterstützung der Regierung in Washington zu. Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen weiter. Rettungskräfte fanden fünf weitere Leichen, so dass das Feuer im Norden nun schon insgesamt 76 Menschen das Leben gekostet hat, wie der der Sheriff von Butte County, Kory Honea, am Samstagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz sagte.

Die Brände haben in Kalifornien seit der vergangenen Woche gigantische Schäden angerichtet. Allein das "Camp Fire" im Norden konnte sich auf einer Fläche von fast 60.000 Hektar ausbreiten. Nach Angaben von Kaliforniens Feuerschutzbehörde wurden davon inzwischen 55 Prozent eingedämmt. Die Zahl der Vermissten im Norden bezifferte Sheriff Honea auf 1276 - das waren 265 mehr als am Vortag. Der Polizist sagte, der Anstieg komme daher, dass die Behörden nach wie vor Informationen auswerteten. Er rief die Menschen dazu auf, sich zu melden, wenn sie in Sicherheit seien. Es sei vorgekommen, dass jemand doppelt auf der Liste gestanden habe. Nach Angaben der Behörden waren viele Menschen in den vergangenen Tagen wegen ausgefallener Mobilfunknetze nicht zu erreichen.

Der kleine Ort Paradise nördlich von Sacramento wurde durch das Feuer zu großen Teilen zerstört. Trump besuchte dort einen Wohnwagenpark, von dem nur noch Trümmer übrig waren. Aufnahmen zeigten ausgebrannte Autos, verkohlte Öfen und ein Haus, von dem nur noch der Schornstein stand. Im Anschluss reiste der Präsident weiter in eine Einsatzzentrale in Chico. Dort pries er erneut die Arbeit der Rettungskräfte. Sie würden «wie verrückt» gegen die Brände kämpfen. Es sei eine «totale Verwüstung», erklärte er.

Trump hat für die schlimme Lage das Forstmanagement verantwortlich gemacht. Auf die Frage, ob der Klimawandel eine Ursache sei, sagte er am Samstag, es gebe mehrere Faktoren. Derzeit scheine aber das Forstmanagement ein "sehr großes Problem" zu sein.

Kaliforniens Feuerwehrverband hatte zu Trumps Vorwürfen in den vergangenen Tagen erklärt, die Brände entstünden und verbreiteten sich nicht nur in Forstgebieten. Zudem seien fast 60 Prozent der kalifornischen Wälder unter Bundeskontrolle und rund ein Drittel in privater Hand. Experten hatten eine lange Dürre, verdorrte Vegetation und extreme Winde als Mitursachen für das Ausmaß der Brände genannt.

Trump wurde bei seinem Besuch vom scheidenden Gouverneur des Bundesstaates, Jerry Brown, sowie dessen Nachfolger Gavin Newsom begleitet. Brown lag in der Vergangenheit immer wieder im Clinch mit Trump - dabei ging es etwa um Fragen der Umwelt- und Migrationspolitik. Kalifornien gilt unter den US-Bundesstaaten als führend im Kampf gegen den Klimawandel.

Als Trump am Samstag gefragt wurde, ob das Ausmaß der Zerstörung etwas an seiner Haltung zum Klimawandel geändert habe, verneinte er dies. Der Präsident hatte die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels in der Vergangenheit immer wieder angezweifelt.

Nach seinem Besuch im Norden von Kalifornien reiste Trump weiter in den Süden, wo er sich in Malibu ein Bild der Schäden machte. In der als Heimat vieler Filmstars bekannten Stadt am Westrand von Los Angeles hatten auch etliche Prominente ihre Häuser verloren, unter ihnen Entertainer Thomas Gottschalk.

+++ 17.11.2018: Zahl der Opfer nach Waldbrand steigt weiter an +++

Die Zahl der Todesopfer bei den Großbränden in Kalifornien ist weiter gestiegen. In dem vom "Camp"-Feuer im Norden des Bundesstaates zerstörten Gebiet sind am Freitag weitere acht Leichen in abgebrannten Häusern gefunden worden. Damit sei die Opferzahl auf 71 angestiegen, teilten die Behörden am Freitagabend (Ortszeit) mit. Mit den beiden Toten vom "Wolsey"-Feuer im Süden vpn Kalifornien stieg damit die Gesamtzahl der Todesopfer auf 73.

Der Sheriff von Butte County, Kory Honea, erklärte zudem, dass die Zahl der Vermissten nach neuesten Zählungen weiter drastisch von bisher 631 auf nunmehr 1011 angewachsen sei. Er betonte aber, dies sei eine vorläufige Aufstellung von Vermisstenmeldungen mit möglichen Dopplungen.

+++ 16.11.2018: Trump will Brandopfer besuchen - Suche nach Vermissten dauert an +++

US-Präsident Donald Trump will am Samstag nach Kalifornien reisen, um sich mit Betroffenen der schweren Waldbrände zu treffen. Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag (Ortszeit) mit. In dem Bundesstaat an der Westküste wüten seit der vergangenen Woche zwei große Brände.

+++ 16.11.2018: Waldbrände fordern bislang 63 Tote - Zahl der Vermissten steigt auf 631 +++

Das "Camp"-Feuer im Norden hat nach neuesten Angaben mindestens 63 Menschen das Leben gekostet. Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in Kalifornien sind so viele Menschen bei einem Feuer in dem Bundesstaat gestorben. Die Zahl der Vermissten stieg unterdessen nach einer Neuauswertung aller Notrufe drastisch von rund 200 auf 631, wie die der Sheriff von Butte County, Kory Honea, nach Angaben des Senders CNN am Donnerstagabend mitteilte.

+++ 16.11.2018: Such nach Vermissten in Paradise geht weiter +++

In der fast völlig abgebrannten Ortschaft Paradise ging am Donnerstag in den Häuserruinen die Suche nach Vermissten weiter. Hunderte von Helfern in weißen Schutzanzügen und speziell ausgebildete Spürhunde suchten in den Trümmern weiter nach möglichen sterblichen Überresten. Angehörige stellten DNA-Material zur Verfügung, um bei der Identifizierung von Überresten zu helfen. Viele der geborgenen Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Die Feuerwehrleute machten unterdessen Fortschritte, die Brände zu löschen. Die Flammen im Raum Paradise waren am Donnerstag nach Angaben der Behörden zu 40 Prozent eingedämmt.

+++ 15.11.2018: Weitere Tote durch Brände in Kalifornien - Zahl der Toten steigt +++

Im Süden Kaliforniens bei Malibu nordwestlich von Los Angeles wütet weiter das "Woolsey"-Feuer. Beide Brände haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört. Im Süden belief sich die Zahl der Todesopfer bislang auf zwei. Insgesamt starben bislang also 58 Menschen durch die verheerenden Feuer.

In Südkalifornien fraßen sich die Flammen durch die pittoreske hügelige Gegend rund um den Promi-Wohnort Malibu. Tausende Bewohner der Gegend mussten sich in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen. Auch die Villen mehrerer in und um Malibu ansässiger Stars brannten ab - darunter die Häuser von Popstar Miley Cyrus und ihrem Lebensgefährten Liam Hemsworth sowie von Schauspieler Gerard Butler und TV-Moderator Thomas Gottschalk.

+++ 15.11.2018:Mehrere Todesopfer noch nicht identifiziert - Zahl könnte weiter steigen +++

Seit einer Woche sind mehrere tausend Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen im Norden und im Süden Kaliforniens zu bekämpfen. Der Ort Paradise nördlich von Sacramento glich nach dem "Camp"-Inferno einer Geisterstadt, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Suchteams und Spürhunde arbeiten sich dort durch die Trümmer, um nach Leichen zu suchen. Mehrere Todesopfer seien noch nicht identifiziert, sagte Sheriff Honea am Mittwochabend (Ortszeit). DNA-Tests sollten dabei helfen. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen. 130 Menschen werden laut Honea dort derzeit noch vermisst.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown äußerte sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörung. "Es sieht aus wie ein Kriegsgebiet", sagte er. US-Innenminister Ryan Zinke, der die betroffenen Gebiete am Mittwoch besuchte, sprach von einer verheerenden Tragödie und betonte: "Das ist das schlimmste Feuer, das ich je gesehen habe."

In Kalifornien sind Tausende Menschen vor einem Flammen-Inferno auf der Flucht. Bild: dpa

+++ 15.11.2018: Brände in Kalifornien -Wiederaufbau wird Jahre dauern +++

Katastrophenschützer Long sagte, es handele sich um eine komplexes Desaster, insbesondere wegen der völligen Zerstörung des Ortes Paradise. Die Helfer müssten sich dort zunächst vorsichtig durch die Trümmer arbeiten, um nach Toten zu suchen. Danach müssten die Trümmer weggeschafft werden. Die komplette Infrastruktur der Stadt müsse wieder aufgebaut werden. In der Zwischenzeit müssten die Menschen untergebracht werden. Vorübergehend müssten Schulen und eine medizinische Versorgung für die Bewohner des Ortes organisiert werden. Und jene, deren Geschäfte abgebrannt seien, bräuchten neue Jobs. "Das wird ein sehr langer und sehr frustrierender Prozess für die Menschen in Paradise." Der Wiederaufbau werde Jahre dauern.

Derzeit sind viele Menschen in Notunterkünften untergebracht. Die Behörden sind besorgt, dass sich dort Krankheiten schnell ausbreiten könnten. Die Gesundheitsbehörde im Butte County rief die Bevölkerung auch auf, sich und besonders Kinder vor der rauchverschmutzten Luft zu schützen und drinnen zu bleiben.

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