Tödliche Schlägerei in Passau: Streit eskaliert! Prozessbeginn nach Tod von 15-Jährigem

Im April dieses Jahres eskalierte ein Streit unter zwei 15-jährigen Berufsschülern. Am Ende erstickt einer der beiden an seinem eigenen Blut, nachdem mehrere teils erwachsene Männer brutal auf ihn einprügeln. Heute ist der Prozessauftakt in Passau.

Die Hinterbliebenen haben Kerzen am Tatort aufgestellt. Bild: picture alliance / Armin Weigel / dpa

Mit der Aussage eines der sechs Angeklagten hat am Donnerstag in Passau der Prozess um eine tödliche Schlägerei begonnen, bei der im Frühjahr ein 15-Jähriger ums Leben kam. Der Schüler hatte sich mit einem Gleichaltrigen zu einem Kampf verabredet, um einen Streit zu klären. Die Aussage seines Kontrahenten vor dem Landgericht ist unglaublich: "Ich habe ja nicht damit gerechnet, dass es so böse ausgeht."

Sie schlugen so brutal auf ihn ein, dass er an seinem Blut erstickte

Fünf deutsche Jugendliche und Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren sowie ein 22-jähriger Pole müssen sich für den Tod von Maurice verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt fünf der Angeklagten unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge und einem sechsten Beihilfe zur Last. Das Opfer war so schwer verletzt worden, dass es an seinem Blut erstickte.

Laut Anklagebehörde hatte sich der Schüler mit einem Gleichaltrigen zu einem Kampf nach dem Motto "1 gegen 1" verabredet. Ein weiterer Angeklagter, ein 17-Jähriger, soll über soziale Netzwerke im Internet zu dem Treffen der beiden eingeladen haben und an der Organisation beteiligt gewesen sein. Etwa 20 Leute kamen.

Mutter muss brutalen Tod des eigenen Sohnes mit ansehen

In den Streit der beiden Jugendlichen mischten sich den Ermittlungen zufolge Umstehende ein. Die Situation eskalierte. Vier Angeklagte sollen Maurice geschlagen und getreten haben. Der 17-Jährige soll sie angefeuert haben. Einem weiteren Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft vor, nicht eingegriffen zu haben, als mehrere Menschen auf Maurice einschlugen. Zudem habe er versucht, Zeugen durch Drohungen von einer Aussage bei der Polizei abzuhalten.

Maurice K. stammte aus der Nähe von Passau und besuchte ein Berufsbildungszentrum. Seine Mutter war an jenem Apriltag zufällig in der Nähe des Tatortes und kam gerade hinzu, als der Notarzt ihren Sohn zu reanimieren versuchte.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

soj/jat/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser