Horst Seehofer beugt sich dem parteiinternen Druck: Er will im kommenden Jahr seine politische Karriere beenden - und nennt 2019 schon vollmundig das "Jahr der Erneuerung" für seine Partei. Seinen Ministerposten will er aber behalten.

mehr »

Kollision vor Norwegen: 8 Verletzte! Kriegsschiff kracht in Tankschiff

Bei der Rückkehr von einem Nato-Manöver kollidiert ein norwegisches Kriegsschiff mit einem Tankschiff. Es gibt mehrere Verletzte.

Vor Norwegen rammt ein norwegisches Kriegsschiff einen Tanker und droht zu sinken. Bild: picture alliance / Hommedal, Marit / NTB scanpix / dpa

Bei der Rückfahrt vom Nato-Manöver Trident Juncture ist eine norwegische Fregatte am frühen Donnerstagmorgen mit einem Tankschiff kollidiert. Die Fregatte "KNM Helge Ingstad" hatte 137 Mann Besatzung an Bord. Alle konnten gerettet werden. Acht Menschen wurden leicht verletzt. Das Schiff schlug leck, bekam Schlagseite und droht nach Einschätzung der Feuerwehr zu sinken.

Norwegisches Kriegsschiff rammt Tanker und droht zu sinken - 8 Menschen werden verletzt

Die "Helge Ingstad" und das Tankschiff "Sola TS" waren gegen 4 Uhr vor einem Ölterminal in der norwegischen Gemeinde Øygarden in Hordaland zusammengestoßen. Warum, ist noch unklar. Außerdem sei ein Schlepper, der den in Malta registrierten Tanker begleitet hatte, in den Vorfall verwickelt, teilte die staatliche Havariekommission mit.

Ein Schlepper halte das leck geschlagene Kriegsschiff aktuell am Platz, erklärte die norwegische Feuerwehr. Man habe keine Kontrolle über das Leck.Das Tankschiff, das mit 625.000 Liter Rohöl beladen war, wurde nur leicht beschädigt. Die Mannschaft blieb unverletzt.

Bergung der Fregatte wird schwierig

Die 2009 in Dienst gestellte "Helge Ingstad" ist gut 133 Meter lang und hat eine Verdrängung von 5290 Tonnen. Sie trägt einen Hubschrauber und ist unter anderem mit Torpedos und mit Raketen zur Schiffs- und Flugabwehr ausgerüstet.Während der Nato-Übung wurde sie bei der Jagd von U-Booten eingesetzt. Sie soll keine scharfe Munition an Bord gehabt haben. Die Küstenwache meldete, dass Helikoptertreibstoff, den die Fregatte gebunkert hatte, ausgelaufen sei.

Nach der Kollision waren zunächst rund zehn Mann an Bord der Fregatte geblieben, um sie unter Kontrolle zu halten. Um zu verhindern, dass das Schiff zu tief sinkt, steuerten sie es nah ans Ufer. Weil zu viel Wasser eindrang, mussten auch sie von Bord gehen. Wenig später war das Helikopterdeck unter Wasser. Schlepper unternahmen am Vormittag mehrere Versuche, die Fregatte aufzurichten, doch sie glitt immer wieder in die Schlagseite. Man wolle versuchen, das havariert Schiff in den Marinestützpunkt Haakonsvern unweit der Unglücksstelle zu schleppen, teilte das Militär mit.

Verunglückte Fregatte war für andere "quasi unsichtbar"

Die Fregatte der norwegischen Marine hatte ihr Positionierungssystem ausgeschaltet. Torill Herland von der Seeverteidigung sagte der norwegischen Zeitung "Bergens Tidende" am Freitag: "Kein Kriegsschiff der Welt hat AIS eingeschaltet."Das gilt nach Angaben aus Marinekreisen zumindest für Kriegseinsätze und eingeschränkt auch für die Teilnahme an Manövern. AIS steht für Automatic Identification System und gibt per Transponder Informationen wie die Position, Größe, Geschwindigkeit und Namen eines Schiffes an.

Weil die Fregatte "Helge Ingstad" diesen Transponder abgeschaltet hatte, konnten andere Schiffe sie deshalb nur per klassischem Radar orten, aber nicht mehr wissen, um was für ein Schiff es sich handelte. Zudem sind die Aufbauten der Fregatte extra so konstruiert, dass das Schiff per Radar weniger gut zu sehen ist. Allerdings handelt es sich nach Angaben aus Marinekreisen nicht um ein echtes Stealth-Schiff (Tarnkappenschiff), das für Radar gänzlich unsichtbar wäre.

Die Polizei und die Staatliche Havariekommission sind damit beauftragt, herauszufinden, warum das moderne Kriegsschiff mit dem Tanker kollidierte. Die Netzzeitung "Aldrimer.no" berichtete am Freitag, die Fregatte sei sowohl von dem Tankschiff "Sola TS" als auch von der Seeverkehrszentrale angefunkt und vor einer möglichen Kollision gewarnt worden. Der Lotse auf dem Tankschiff, das mit 625 000 Litern Rohöl beladen war, habe die "Helge Ingstad" gesehen. Die Mannschaft der Fregatte soll geantwortet haben: "Wir haben alles unter Kontrolle." Die Quellen für diese Aussagen wollten aufgrund der polizeilichen Ermittlungen anonym bleiben. Weder die Seeverteidigung noch die Küstenwache wollten den Bericht kommentieren.

Lesen Sie auch: Unglück in Texas: Hubschrauberabsturz! Ehepaar stirbt kurz nach Traumhochzeit.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

pap/loc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser