Anschlag auf Schule in Kertsch: 20 Tote nach Schüler-Attentat! Russland schließt Terror aus

An einer Berufsschule in Kertsch auf der Halbinsel Krim hat sich eine Explosion ereignet. Mindestens 20 Menschen, zumeist Jugendliche, starben bei der Bombendetonation - jetzt laufen offizielle Ermittlungen zur mutmaßlichen Terror-Tat.

In Kertsch auf der Halbinsel Krim wurde eine Berufsschule Schauplatz eines Bombenattentats. Bild: TASS / picture alliance / dpa

Russlands oberste Ermittlungsbehörde hat nach der Explosion auf der Halbinsel Krim ein Verfahren wegen eines Terroranschlags eingeleitet. In der Mensa der Berufsschule in Kertsch sei eine Bombe gezündet worden, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee am Mittwoch in Moskau mit.

Bombe explodiert in Schule auf Halbinsel Krim: Mindestens 20 Tote in Kertsch

Der Sprengkörper sei mit Metallteilen gefüllt gewesen, wie die Behörden mitteilten. Bombenspezialisten suchten den Tatort in der Berufsschule bereits nach den Gegenständen ab, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee am Mittwoch in Kertsch mit. Der Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow sprach am Nachmittag noch von 18 Toten, wie die Agentur Interfax meldete. Inzwischen wurde die Zahl auf 20 - einschließlich des Attentäters, korrigiert.Die Regierung in Simferopol veröffentlichte am Donnerstag eine Liste mit den Namen der 19 Opfer. Der Name des mutmaßlichen Schützen wurde nicht genannt.

Bombenexplosion und Schüsse in Schulgebäude - mehr als 50 Verletzte

15 Tote einschließlich des Schützen seien Schüler der Berufsschule gewesen, 6 von ihnen waren noch minderjährig. Außerdem seien fünf erwachsene Schulangestellte getötet worden, hieß es in der Mitteilung. Insgesamt seien mehr als 50 Menschen verletzt worden, einige schwer. Manche Wunden von Verletzten seien infiziert, weil kleine Teilchen Entzündungen verursacht hätten. Die Lage sei laut der russischen Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa sehr schwierig. Die örtlichen Behörden waren anfangs von einer Gasexplosion ausgegangen. Die Schuldirektorin Olga Grebennikowa sprach davon, dass vor der Explosion in dem Gebäude auch geschossen worden sei. Sie hatte die Schule kurz vor dem Vorfall verlassen.

Krim-Regierungschef nennt Schüler als Attentäter

Die Explosion mit mindestens 20 Toten war nach Angaben des Krim-Regierungschefs die Tat eines Schülers. Der junge Mann sei im vierten Lehrjahr gewesen, sagte Krim-Chef Sergej Aksjonow am Mittwoch in Kertsch der Agentur Tass zufolge. Der Schüler habe sich daraufhin erschossen. Seine Leiche wurde nach Aksjonows Angaben in der Bibliothek im zweiten Stock des Gebäudes gefunden.

Zunächst waren die russischen Behörden von einem Terroranschlag ausgegangen. Als sie später jedoch den Schüler als mutmaßlichen Täter identifizierten, wurde nur noch wegen Mordes ermittelt. Bei der Untersuchung am Tatort fanden die Ermittler auch einen zweiten Sprengsatz, der jedoch nicht explodiert war.

Pulverfass Krim: Blutbad an Berufsschule in Kertsch

Im Internet kursierte ein Video, wie die erschütterte Frau dem Bildungsministerium der Krim telefonisch Bericht erstattet über das, was sie erfahren hat. Kertsch liegt ganz im Osten der ukrainischen Halbinsel Krim, die sich Russland 2014 einverleibt hat. Von dort führen eine Fährverbindung und seit diesem Jahr auch eine Brücke auf das russische Festland. Beim letzten großen Terroranschlag in Russland im April 2017 hatte ein Mann eine Bombe in der U-Bahn von St. Petersburg platziert. Dabei waren mehr als Dutzend Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden.

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loc/news.de/dpa

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