15.10.2018, 11.26 Uhr

Cessna-Flugzeugunglück in Hessen: Opfer identifiziert! Mutter und ihre zwei Kinder sterben

Ein Sportflugzeug verunglückt auf der Wasserkuppe beim Landeanflug. Auf dem höchsten Berg in Hessen, der bei Fliegern beliebt ist, reißt es drei Menschen in den Tod. Fünf weitere Personen wurden verletzt.

Feuerwehrleute stehen nach dem Flugunfall in Hessen neben dem verunglückten Sportflugzeug. Bild: dpa/Martin Engel

Die Opfer der tödlichen Flugzeuglandung auf der Wasserkuppe in Hessen sind identifiziert. Es handelt sich nach Angaben des Polizeipräsidiums Osthessen um eine Familie aus der Nähe von Fulda. Der Pilot der Cessna kommt nach dem derzeitigen Ermittlungsstand aus Ludwigshafen, wie Polizeisprecher Martin Schäfer am Montag berichtete. Die Maschine sei in Mannheim gestartet.

Opfer von Flugunfall in Hessen identifiziert: Mutter und zwei Kinder

Bei den drei Getöteten handelt es sich nach Polizeiangaben um eine 39 Jahre alte Mutter und ihre beiden Kinder: ein Sohn im Alter von 11 Jahren und "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" eine 12 Jahre alte Tochter. Mutter und Kinder lebten in einem nicht genauer benannten Ort südöstlich von Fulda.

Flugzeug-Unglück auf der Wasserkuppe in Hessen

Auf der Wasserkuppe - Hessens höchstem Berg - war eine Maschine am Sonntagnachmittag über das Ende der Landepiste hinausgeschossen. Auf einer direkt dahinter verlaufenden Straße erfasste das Flugzeug die drei Spaziergänger. Der 56 Jahre alte Pilot hatte zuvor versucht, nach einem ersten Landeversuch durchzustarten.

Landeanflug von Sportflugzeug missglückt - drei Fußgänger tot, fünf Verletzte

Die Maschine schoss über das Ende der Piste hinaus, durchbrach eine Absperrung und erfasste auf dem Gehweg einer direkt dahinter verlaufenden Straße drei Menschen. Erst Dutzende Meter später kam das Flugzeug dann zum Stehen. Die Spaziergänger hatten keine Chance. "Die waren sofort tot", sagte ein Polizeisprecher. Warum genau die Probleme bei der Landung auftraten, war zunächst unklar. Drei Menschen mussten sterben, fünf weitere Menschen wurden bei dem Unglück verletzt. Sie hätten alle einen schweren Schock erlitten.

Die Piste ist nach Angaben des Flugplatzbetreibers rund 800 Meter lang, etwa 600 Meter davon seien asphaltiert. Unmittelbar hinter der Piste verläuft quer eine Landstraße. Der Flugplatz-Chef und Leiter der Fliegerschule Wasserkuppe, Harald Jörges, zeigte sich schockiert von dem Unfall. Er arbeite seit 1988 auf dem Flugplatz, sagte er. In dieser Zeit habe es keinen tödlichen Unfall gegeben.

Flugzeugunglück in Hessen: Suche nach der Ursache läuft

Er selbst sei zum Zeitpunkt des Unglücks nicht auf dem Flugplatz gewesen, aber der diensthabende Flugleiter im Tower des Flugplatzes habe ihm berichtet, dass die Wetterverhältnisse "perfekt" gewesen seien. "Das muss ein Pilotenfehler gewesen sein", vermutete er. "Wahrscheinlich hat sich (der Pilot) zu spät entschieden durchzustarten." Womöglich sei die Maschine auch zu schwer beladen gewesen. Es handele sich um ein Flugzeug vom Typ Cessna 172, das eine Landegenehmigung für die Wasserkuppe gehabt habe.

Der Polizei zufolge stammte die Unglücksmaschine aus dem Raum Mannheim/Ludwigshafen und hatte vier Männer an Bord. "Die wollten bei dem schönen Wetter einen Ausflug auf die Wasserkuppe machen und dann zurückfliegen", sagte ein Sprecher. Alle vier erlitten ebenso wie eine Augenzeugin des Unfalls einen schweren Schock. Die vier Männer seien vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden, die Augenzeugin wurde an der Unglücksstelle betreut.

Berg Wasserkuppe bei Flugsportlern beliebt

Die Wasserkuppe im Drei-Länder-Eck von Hessen, Bayern und Thüringen ist mit rund 950 Metern Hessen höchster Berg. Der Flugplatz liegt am Nordhang und wird von der Gesellschaft zur Förderung des Segelflugs auf der Wasserkuppe/Rhön betrieben. Der Berg ist beliebt bei Flugsportlern jeder Art. Dort heben Segelflieger ab, kleine Motorflugzeuge und -segler starten zu touristischen Rundflügen. Auch Ultraleichtflugzeuge, Gleitschirm-, Drachen- und Modellflieger gehen dort in die Luft. Der Flugplatz zählt nach eigenen Angaben rund 15 000 Starts und Landungen pro Jahr.

Die hessische Landesregierung zeigte sich von dem Unglück tief betroffen. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer. Den Verletzten wünschen wir baldige Genesung. Zudem danken wir den Rettungskräften & der Polizei für ihren Einsatz", erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth (beide CDU) über Twitter.

Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung wollen am Montag die Unfallursache der tödlichen Landung ermitteln. Auf der Wasserkuppe war eine Maschine am Sonntagnachmittag über das Ende der Landepiste hinausgeschossen. Auf einer direkt dahinter verlaufenden Straße erfasste das Flugzeug die drei Spaziergänger. Der 56 Jahre alte Pilot hatte zuvor versucht, nach einem ersten Landeversuch durchzustarten.

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sba/news.de/dpa

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