05.10.2018, 20.38 Uhr

Erdbeben in Indonesien: Mehr als 1600 Tote nach Tsunami, Erdbeben und Erdloch

Langsam wird das Ausmaß der Tsunami-Katastrophe in Indonesien deutlich: Mehr als 1200 Menschen sind tot. Aber es wird wohl noch schlimmer. Auf der Insel Sulawesi wächst das Chaos.

Erst im August erschütterte ein schweres Erdbeben die indonesische Insel Lombok. Bild: dpa/XinHua

Bei den schweren Erdbeben und dem folgenden Tsunami sind auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 800 Menschen ums Leben gekommen. In einer neuen Zwischenbilanz bezifferten die Behörden die Zahl der Toten am Sonntag auf mindestens 832.

Die Insel war am Freitag von zwei Erdbeben erschüttert worden. Das erste Beben hatte die Stärke 5,9, das zweite die Stärke 7,4. Anschließend brach eine meterhohe Tsunamiwelle über die Westküste von Sulawesi herein, eine der größten indonesischen Inseln. Befürchtet wird, dass die Opferzahlen noch deutlich in die Höhe gehen.

+++ Update 05.10.2018:Opferzahl könnte noch enorm steigen +++

Auch eine Woche nach den Erdbeben und dem Tsunami in Indonesien zeichnet sich erst allmählich das ganze Ausmaß der Schäden ab. Die Zahl der bestätigten Todesopfer lag nach Angaben des Sicherheitsministers Wiranto vom Freitag bei 1658. Es wurde allerdings auch bekannt, dass diese Zahl noch um mehr als 1000 steigen könnte.

In der Stadt Palu seien im Ortsteil Balaroa nach den Beben am 28. September rund 1000 Häuser in einer Art Erdloch verschwunden, sagte der Sprecher des nationalen Rettungsdienstes, Yusuf Latief, am Freitag. Der Ortsvorsteher von Balaroa habe angegeben, es könne dort noch mehr als 1000 Vermisste geben. In zwei Teilen der 350 000-Einwohner-Hafenstadt Palu hatte die Erde nicht nur gebebt, sondern sich auch noch in einen Brei verwandelt - ein Phänomen, das als Bodenverflüssigung bekannt ist. Die Erde hatte alles aufgesaugt und durcheinander gewirbelt.

Im Ort Jo Oge war eine Kirche mit 200 Bibelschülern vom Schlamm überrollt worden. Er wisse bislang nur, dass sich einer von ihnen habe retten können und 40 Leichen geborgen worden seien, sagte der Bezirksvorsteher Ruslan im örtlichen Fernsehen. Am Freitag lief eine vorläufige Frist für die Rettungseinsätze ab. Seit Tagen wurden keine Überlebenden mehr unter den Trümmern entdeckt. Nach einer Woche gelten die Chancen als verschwindend gering, noch lebende Opfer zu bergen.

 

+++ Update 03.10.2018:Mehr als 1400 Tote in Indonesien - Auch Vulkan bricht noch aus +++

In Indonesien klettert die Zahl der Todesopfer nach den Erdbeben und dem Tsunami immer weiter in die Höhe. Inzwischen sind es schon mehr als 1400, hinzu kommen über 2500 Schwerverletzte. Das ganze Ausmaß der Katastrophe auf der Insel Sulawesi ist aber auch nach mehr als fünf Tagen noch nicht abzusehen. Zu allem Unglück brach dort am Mittwoch auch noch ein Vulkan aus. Der knapp 1800 Meter hohe Soputan schleuderte Asche bis zu vier Kilometer in die Höhe. Offenbar ging es jedoch glimpflich ab. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

Der Sprecher des nationalen Katastrophenschutzes, Sutopo Nugroho, bezifferte die Zahl der Toten nach den Beben und dem Tsunami auf mindestens 1407. Mindestens 113 Menschen werden offiziell vermisst. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer liegt aber wohl noch deutlich höher. Längst sind nicht alle aus Schlamm und Trümmern geborgen. Sutopo sagte: "Wir erwarten, dass die Zahlen weiter steigen."

+++ Update 02.10.2018: Mehr als 1300 Todesopfer nach Erdbeben und Tsunami in Indonesien +++

Die Zahl der Toten nach den schweren Erdbeben und dem Tsunami in Indonesien ist auf mindestens 1347 gestiegen. Das teilte die Katastrophenschutzbehörde am Dienstag mit. Mindestens 113 Menschen wurden nach der Katastrophe auf Indonesiens viertgrößter Insel Sulawesi noch vermisst, wie der Vorsitzende der Behörde für Katastrophenschutz, Willem Rampangilei, am Dienstag sagte.

+++ Update 02.10.2018: Mehr als 1200 Tote in Indonesien +++

Mindestens 1.234 Menschen sind bei den Erdbeben und dem folgenden Tsunami in Indonesien nach einer neuen offiziellen Zwischenbilanz ums Leben gekommen. Das gab die Katastrophenschutzbehörde am Dienstag bekannt. Bislang war man von mehr als 840 Toten auf der Insel Sulawesi ausgegangen.

Unter den Trümmern von Häusern werden noch viele weitere Leichen vermutet. Bis das ganze Ausmaß der Katastrophe klar ist, wird es wahrscheinlich noch Tage dauern. Der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Nugroho, berichtete von mehr als 800 Verletzten. Mindestens 99 Menschen werden noch vermisst. 61.000 haben ihre Häuser verloren. Immer noch gibt es Nachbeben.

Die Lage auf der Insel wird derweil immer chaotischer. Bei den Überlebenden wachsen Verzweiflung und Zorn, weil es an den wichtigsten Dingen wie Wasser, Nahrung und Treibstoff fehlt. An den Straßen stehen Leute mit Schildern wie "Wir brauchen Essen" und "Wir brauchen Unterstützung". Das Küstendorf Donggala ist zerstört, so weit das Auge reicht. Häuser wurden dem Erdboden gleich gemacht.

Laut dem für Sicherheit zuständigen Minister Wiranto würden Nahrungsmittel mittlerweile auf dem Luft- und Landweg gebracht. Nach und nach würden auch Stromanschlüsse und Mobilfunkverbindungen wieder hergestellt. Sutopo Nugroho gab zu, vielen Vertriebenen sei bisher nicht ausreichend Hilfe zuteil geworden. "Essen gibt es nur begrenzt, Treibstoff gibt es nur begrenzt, sauberes Wasser und Kleidung gibt es nicht genügend."

Unterdessen wurde eine weitere indonesische Insel von einem heftigen Erdbeben erschüttert: die Insel Sumba weiter im Süden. Das Beben um 7.16 Uhr Ortszeit (2.16 Uhr MESZ) hatte die Stärke 6,3. Das Zentrum lag etwa zehn Kilometer tief im Meer, rund 66 Kilometer südwestlich der Insel. Augenzeugen berichteten, dass Panik ausgebrochen sei. Über größere Schäden oder Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Nach starkem Erdbeben: Tsunami trifft Indonesien - Noch mehr Tote befürchtet

Die Zahlen stammen bislang nur aus der Küstenstadt Palu. Betroffen sind aber auch zahlreiche andere Gemeinden entlang von Sulawesis Westküste. Auch Kommunikations- und Verkehrsverbindungen sind beschädigt. Deshalb wird es möglicherweise noch Tage dauern, bis das genaue Ausmaß der Katastrophe klar wird.

In Palu wurden auch eine Shopping Mall und eine Moschee schwer beschädigt. Zudem stürzte eine 250 Meter lange Brücke ein. Der Flughafen der 350.000-Einwohner-Stadt ist wegen Schäden auf der Landebahn gesperrt. Nur Hubschrauber dürfen landen.

Das Zentrum des zweiten Erdbebens lag in rund zehn Kilometern Tiefe, etwa 80 Kilometer nördlich von Palu. Indonesien - mit mehr als 260 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten - liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer geologisch sehr aktiven Zone. Dort bebt die Erde immer wieder.

Tsunami trifft indonesische Stadt Palu nach Erdbeben

Die 350.000-Einwohner-Stadt Palu liegt an der Westküste von Sulawesi, einer der größten indonesischen Inseln. Die Behörden hatten kurz nach dem Beben um 18.02 Uhr Ortszeit (13.02 Uhr MESZ) bereits vor einem Tsunami gewarnt, die Warnung dann aber wieder aufgehoben. Die Lage war am Freitagabend (Ortszeit) noch sehr unübersichtlich. In der Region war es inzwischen auch schon längst dunkel. Unklar war auch, ob der Tsunami vor oder nach der Warnung auf die Küste traf.


Indonesien wird immer wieder von Naturkatastrophen getroffen

Das Zentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in etwa zehn Kilometern Tiefe, etwa 80 Kilometer nördlich der Stadt Palu. Die indonesischen Behörden warnten anfangs auch vor einem Tsunami, hoben die Warnung nach kurzer Zeit aber wieder auf.

Indonesien - mit mehr als 260 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten - liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Welt. Dort bebt die Erde immer wieder. Bei mehreren Beben auf der bei Touristen beliebten Insel Lombok - der Nachbarinsel von Bali - kamen in diesem Sommer mehr als 500 Menschen ums Leben. Auch Vulkanausbrüche sind in Indonesien keine Seltenheit.

Was ist ein Tsunami?

Ein Tsunami (japanisch: Hafenwelle) wird meistens durch starke Erdbeben im Meer ausgelöst. Auf hoher See wird die Woge von Schiffen oft gar nicht bemerkt, in flachen Küstengewässern und engen Buchten können sich die Wassermassen aber zehn Meter und höher auftürmen. Die Wellen fließen weit ins Hinterland und können dort schwere Schäden anrichten.

Am zweiten Weihnachtstag 2004 hatte ein schweres Erdbeben vor der Küste Sumatras einen Tsunami ausgelöst, in dessen Folge in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230 000 Menschen starben.

2011 verwüstete ein Tsunami Teile der japanischen Küste. Rund 18 500 Menschen kamen damals in den Fluten ums Leben, im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zum Super-Gau.

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sba/news.de/dpa

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