07.10.2018, 17.28 Uhr

Oktoberfest 2018 als News-Ticker: Mehr Gäste, mehr Hunger, weniger Straftaten - "Superwiesn" endet

Auf dem Oktoberfest 2018 fließt der Gerstensaft in Strömen, seitdem die Wiesn um 12 Uhr mittags am 22.09.2018 eröffnet wurde. Bereits eine halbe Stunde später gab es die erste "Bierleiche" - alle weiteren Wiesn-News hier im Ticker!

"O'zapft is'!" Das 185. Oktoberfest ist offiziell eröffnet. Bild: Angelika Warmuth / picture alliance / dpa

Endlich heißt es wieder "O'zapft is!": Das 185. Oktoberfest ist offiziell eröffnet. Vom 22.09. bis 07.10.2018 wird auf der Theresienwiese in München nun das größte Volksfest der Welt gefeiert - ungeachtet der abermals erhöhten Bierpreise auf der Wiesn geht es auch 2018 auf dem Oktoberfest feucht-fröhlich zu.

Das beweist nicht zuletzt die Meldung zur ersten "Bierleiche" der Wiesn 2018 - die machte nämlich bereits wenige Minuten nach dem offiziellen Anstich Schlagzeilen. Welche News vom Oktoberfest 2018 außerdem die Runde machten, erfahren Sie hier im Newsticker zum Oktoberfest 2018.

+++ 07.10.2018: Mehr Gäste, mehr Hunger, weniger Straftaten - "Superwiesn" endet +++

Sommer, Sonne, entspannte Gäste: Eine Bilderbuch-Wiesn geht zu Ende. Es kamen mehr Gäste - trotzdem gab es weniger Sexualdelikte, weniger Maßkrugschlägereien - und es mussten auch weniger Gäste in der Sanitätsstation behandelt werden. Nach Schätzung der Festleitung drängten in den zwei Festwochen rund 6,3 Millionen Gäste auf das Volksfest. Das waren 100 000 Besucher mehr als 2017, obwohl das Fest zwei Tage kürzer war. Trotz der gestiegenen Gästezahl ging die Zahl der Straftaten um knapp neun Prozent zurück. Wirte, Schausteller und Marktkaufleute hatten zufriedene Gesichter.

Weniger fröhliche Mienen gab es beim FC Bayern München, der sich einen Tag nach dem ernüchternden 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach zum traditionellen Besuch des Oktoberfestes traf. Während sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an der Seite seiner Frau vor einem Promizelt ein Lächeln abrang, ließ sich Trainer Niko Kovac mit ernster Miene neben Sportdirektor Hasan Salihamidzic ablichten. Mehrere Spieler kamen mit ihren Frauen, zum Beispiel Manuel Neuer mit Nina und Mats Hummels mit Cathy. Einige brachten auch ihre Kinder mit. So posierte Arjen Robben mit seiner Frau und den drei Kindern Lynn, Luka und Kai. James brachte seine kleine Tochter Salome mit.

Zuvor hatten Hillary (70) und Bill Clinton (72) am Freitagabend für einen Hauch von Staatsbesuch auf der Wiesn gesorgt: Die Ex-Präsidentschaftskandidatin und der Ex-US-Präsident kamen begleitet von großem Polizeiaufgebot in das bei Promis beliebte Käfer-Zelt. Bill Clinton, platziert neben Gloria Fürstin von Thurn und Taxis, zeigte sich in bester Laune - und in Lederhosen. Seine Frau verzichtete auf die Tracht, sie kam im rot-gemusterten Blazer.

In den zwei Festwochen tranken die Wiesngäste wie im Vorjahr 7,5 Millionen Liter Bier, brachten aber einen besseren Appetit mit: Beim Essen wie auch bei alkoholfreien Getränken gebe es zehnprozentige Zuwächse, sagte Schmid. Besonders gefragt waren Gerichte wie Enten, Haxn, Schweinsbraten und Käsespätzle. Die Gäste verspeisten aber weniger Ochsen (124 statt 127) und Kälber (48 statt 59) als im Vorjahr. Das Plus in der Küche und Alkoholfreiem passe zu der veränderten Besucherstruktur: Es seien mehr Familien gekommen - und auch die Generation 60 plus habe verstärkt mitgefeiert, sagte Schmid.

Angesichts des warmen Wetters schickte mancher auf dem Wiesn-Postamt sogar seine warme Kleidung nach Hause. Ansonsten wurden von dort Wiesnherzen und Maßkrüge in alle Welt versandt. Rund 100 000 Gäste wurden aber auch beim Klauen von Krügen erwischt. Nachdem in den Vorjahren Terrorsorgen die Stimmung dämpften, kamen diesmal wieder mehr Amerikaner. Sie führten die Top Ten der ausländischen Gäste an, die aus mehr als 60 Nationen anreisten.

Die Polizei registrierte weniger Sexualdelikte (minus 32 Prozent), weniger Maßkrugschlägereien (minus 25 Prozent) und weniger Taschendiebstähle (minus 13 Prozent). Statt in fremde Taschen griffen die Diebe allerdings häufiger in abgelegte Jacken. "Das Taschen- und Rucksackverbot macht sich hier bemerkbar", sagte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins. Die Beamten stellten bei ihren Rundgängen bei Verkäufern ohne Genehmigung auch 122 Luftballons sicher, die dann zunächst auf der Wache schwebten.

Doch es gab auch einen Wermutstropfen: Es gab mehr Gewalt gegen Polizeibeamte (plus 5 Prozent), 15 Beamte wurden verletzt. Das zeige aber auch, dass die Polizei bei den Richtigen eingeschritten sei - und damit zu dem friedlichen Verlauf des Festes beigetragen habe, sagte da Gloria Martins. Ein Todesfall nach einer Schlägerei überschattete das Fest - es sei eine tragische Tat gewesen, es seien weder ein Maßkrug noch Waffen im Spiel gewesen. Der 58-Jährige starb nach einem Faustschlag.

Der neue Sanitätsdienst Aicher Ambulanz behandelte knapp 5800 Patienten - weniger als das Rote Kreuz im Vorjahr (knapp 7000). In rund 700 Fällen war Gästen das Bier in der konsumierten Menge nicht bekommen. Sehr oft kamen Menschen mit Schnittverletzungen an Händen und Füßen durch Scherben und suchten Hilfe. "Unsere Chirurgen mussten fleißig nähen", sagte Sprecherin Ulrike Krivec. Die Helfer hätten im Schnitt 4,42 Minuten bis zum Einsatzort gebraucht - extrem schnell angesichts des Gedränges. Die Rettungsgassen hätten aber nicht so ganz funktioniert. "Auch auf der Wiesn muss die Rettungsgasse noch geübt werden."

+++ 02.10.2018: Betrunkene 12-Jährige von Sicherheitsleuten aufgegriffen +++

Die Sicherheitsleute auf dem Oktoberfest haben am Sonntag ein offensichtlich betrunkenes Mädchen auf. Die erst 12-Jährige war mit einem 70-jährigen Arbeitskolllegen ihres Vaters auf der Wiesn unterwegs. Er ließ sie laut Polizei auch Bier trinken, wie die "Abendzeitung München" berichtet. Die Minderjährige war allein unterwegs, da sie und ihr Begleiter sich in dem Getümmel aus den Augen verloren hatten. Das alkoholisierte Mädchen wurde ins Krankenhaus gebracht und die Polizei München hat den Vorfall dem Jugendamt gemeldet.

+++ 28.09.2018: Mann im Streit auf Oktoberfest tödlich verletzt +++

Bei einem Streit auf dem Münchner Oktoberfest ist ein Mann tödlich verletzt worden. Wie die Polizei über Twitter mitteilte, waren am Freitagabend in einem Zelt zwei Männer aneinandergeraten. Der eine streckte den anderen nieder und verletzte ihn so schwer, dass er kurz darauf starb. Die Fahndung nach dem Täter läuft. Die Polizei sucht Zeugen, die den Streit im Augustiner-Zelt beobachtet haben.

+++ 26.09.2018: Oktoberfest-Wahnsinn 2018 - Die ersten Wiesn-Reporte der Polizei +++

Das Oktoberfest, das größte Volksfest der Welt, lockt wieder Menschen aus aller Welt an. Der auf der Wiesn in Strömen fließende Alkohol lässt dabei so manche Hemmung fallen, wie die "Wiesn-Reporte" der Münchner Polizei nahelegen.

+++ 23.09.2018: 800.000 Besucher am ersten Wiesn-Wochenende - mehr als letztes Jahr +++

Am ersten Wochenende des Oktoberfests sind nach Schätzungen der Festleitung mehr als 800.000 Besucher gekommen. Das waren deutlich mehr als 2017, als es rund 600.000 waren. Bei gutem Wetter feierten zusammen mit den Münchnern viele Touristen aus dem Ausland, etwa aus Australien, Neuseeland, Asien, den USA, der Schweiz und sehr viele aus Italien, wie die Festleitung am Sonntag mitteilte.

Festwirte, Marktkaufleute und Schausteller sprachen von einem "starken Auftakt". Sie seien mit den Umsätzen zufrieden. "Ich freue mich über einen hervorragenden Wiesnstart, der Lust auf mehr macht", sagte Wiesnchef Josef Schmid. Der CSU-Politiker ist auch Wirtschaftsreferent und zweiter Bürgermeister.

Die Gäste kamen mit Appetit und verspeisten 13 Ochsen - zwei mehr als im Vorjahr. Hunderttausende Liter Bier rannen durch die Kehlen. Wirtesprecher Peter Inselkammer registrierte einen "gesteigerten Durst" bei den Gästen. Auch in den Festzelten war der Andrang stärker als im Vorjahr, an den Eingängen bildeten sich am Abend teils lange Schlangen. Auch an den Fahrgeschäften herrschte reger Betrieb.

+++ 23.09.2018: Abzocke-Alarm? Schweinebraten-Tweet sorgt für Kopfschütteln +++

Während sich die meisten Gäste auf dem Oktoberfest munter amüsieren, sorgte ein Tweet aus demLöwenbräu-Festzelt für Kopfschütteln."So sieht also ein Schweinebraten für 19,80 Euro auf der Wiesn aus", schreibt Nutzer Tom K. und postet dazu ein Foto von seinem Essen. Lediglich ein Kartoffelknödel und ein Stück Fleisch schwimmen in der dünnen braunen Soßen."Sorry, kostet nur 19,20 Euro", korrigiert sich K. wenig später selbst - und schickt dazu ein Beweisfoto von der Speisekarte mit. "Dann ist es ja fast ein richtiges Schnäppchen", schiebt der Wiesn-Besucher ironisch hinterher.

Auch die Twitter-User finden das Schweinebraten-Foto nicht gerade appetitlich. "Sieht aber aus als wäre er vom letzten Jahr", befindet eine Userin. "Nicht deren Ernst?" oder "Ist das erbärmlich!", lauten weitere Kommentare.

+++ 22.09.2018: Falscher Mönch als erste "Bierleiche" auf der Wiesn +++

Ein falscher Mönch ist am Samstagmittag als erster Wiesnbesucher wegen überhöhten Alkoholkonsums behandelt worden - nur eine halbe Stunde nach Beginn des Bierausschanks. Der Mann habe eine Mönchskutte getragen, sagte die Sprecherin des Sanitätsdienstes Aicher Ambulanz, Ulrike Krivec. "Wir dachten, dass es ein Mönch ist." Im Laufe der Behandlung habe sich aber herausgestellt, dass es sich bei dem etwa 50 Jahre alten Wiesngast nicht um einen Ordensmann handelte.

Der Mann sei um 12.32 Uhr zur Sanitätswache gebracht worden - das erste Bier gab es um 12.00 Uhr. Viele Besucher, die morgens an den Eingängen zum Festgelände auf Einlass warteten, hatten schon Bier in Dosen dabei - und damit gut vorgeglüht. 114 Sanitäter waren am Samstagmorgen im Einsatz, sie mussten bis zum Mittag 23 Patienten behandeln. Die meisten hatten sich bei Stürzen verletzt. Der erste Notfalleinsatz war eine halbe Stunde vor dem Anstich - eine Schwangere war in einem Zelt kollabiert.

Die erste "Bierleiche" des Oktoberfests 2018 gab es bereits eine halbe Stunde nach der offiziellen Eröffnung am 22.09.2018. Bild: Angelika Warmuth / picture alliance / dpa

+++ 22.09.2018: Ozapft is! - Reiter eröffnet 185. Oktoberfest mit zwei Schlägen +++

Ozapft is! Mit zwei Schlägen hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Samstag das erste Fass Bier angezapft und damit das 185. Oktoberfest eröffnet. Erstmals war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Anzapfbox im Schottenhamel-Zelt dabei - er erhielt traditionsgemäß die erste Maß Festbier. Während Böllerschüsse den Start des größten Volksfests der Welt verkündeten, stießen Reiter und Söder auf eine friedliche Wiesn an. Danach bekamen auch die Wiesn-Gäste in den Zelten das erste Bier. Die Maß Bier kostet dieses Jahr bis zu 11,50 Euro.

Hunderte Gäste, fast alle in Dirndl und Lederhose, hatten bereits am frühen Morgen bei herbstlichem Wetter auf den Einlass gewartet. Die Ersten waren im Morgengrauen gekommen, um ganz vorne dabei zu sein. Um 9.00 Uhr kam über die Lautsprecheranlage - auf Deutsch, Englisch und Bairisch - der ersehnte Satz: "Liebe Festgäste, willkommen auf dem Oktoberfest. Wir öffnen jetzt das Festgelände."

Markus Söder (l, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München, stoßen mit zwei Maßkrügen nach dem traditionellen Fassanstich an. Bild: Peter Kneffel / picture alliance / dpa
FOTOS: Oktoberfest 2017 Gigantisch! Das sind die prallsten Wiesn-Dekolletés

Im Südteil des Oktoberfests gibt es wieder die Oide Wiesn. Mit historischen Fahrgeschäften und Blasmusik geht es dort gemütlicher und traditioneller zu als auf dem sonstigen Festgelände. Bis zum 7. Oktober werden sechs Millionen Gäste erwartet. Rund 600 Polizeibeamte und viele Hundert Ordner sollen an den 16 Festtagen für Sicherheit sorgen. Das Gelände ist auch dieses Jahr umzäunt, an den Eingängen wird stichprobenartig kontrolliert. Es gibt noch mehr Videokameras und zusätzliche Beamte mit Bodycams.

+++ 22.09.2018:Wiesnwirte fahren zum Festgelände - Oktoberfest vor Eröffnung +++

Mit festlich geschmückten Wagen und Brauereigespannen sind die Wiesnwirte am Samstagvormittag zum Festgelände auf die Theresienwiese gefahren. Tausende Menschen säumten bei herbstlichem Wetter die Straßen, um den traditionellen Festzug zum Oktoberfest zu sehen. Den von Musikkapellen begleiteten Zug führte hoch zu Ross das "Münchner Kindl" Viktoria Ostler an. Dahinter folgte traditionsgemäß Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in seinem Wagen. Um Punkt 12.00 Uhr soll er im Schottenhamel-Zelt das erste Fass Bier anzapfen und damit die Wiesn eröffnen. Das Fest dauert bis zum 7. Oktober, an die sechs Millionen Besucher werden erwartet.

+++ 22.09.2018: Schon gewusst?Ur-Wiesn war eine Hochzeit - Bauern organisierten Nationalfest +++

Beim allerersten Oktoberfest in München vor mehr als 200 Jahren gab es nicht einmal Zelte, nur offene Buden: Die erste Wiesn war eine königliche Hochzeitsfeier. Ganz München feierte mit, als im Oktober 1810 Kronprinz Ludwig - der spätere König Ludwig I. - Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen heiratete. Ein Pferderennen war am 17. Oktober auf dem Gelände der heutigen Wiesn Höhepunkt und Abschluss der fünftägigen Feiern.

Ob der Bierpreis damals schon die Münchner bekümmerte, ist nicht überliefert - wohl aber, dass die Maß braunes Kellerbier damals drei Kreuzer und drei Pfennige kostete. Das Fest wurde dann alljährlich wiederholt. Es sollte nicht zuletzt nach der Proklamation des Königreichs, dem große Teile Frankens und Schwabens angehörten, das Gemeinschaftsgefühl der Neubayern fördern und die Ausrichtung auf die Residenzstadt München sowie die Wittelsbacher unterstreichen.

Findige Wirte stellten ab 1896 erste Bierburgen auf, bereits 1818 gab es das erste Karussell und zwei Schaukeln. Außerdem kamen Kegelbuden und diverse Spielangebote auf, vom Sacklaufen bis zum Wagenradlaufen, bei dem Gesellen ein Rad über eine bestimmte Strecke trieben. Es folgten Schaubuden und Varieté mit entsprechenden Sensationen. Die Pferderennen als ältester Bestandteil des Volksfestes wurden 1938 aus organisatorischen Gründen abgeschafft.

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loc/news.de/dpa

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