Parken beim Supermarkt: Abzocke beim Discounter? So wollen die Supermärkte jetzt abkassieren

In der Nähe eines Supermarktes parken, auch wenn man dort keinen Einkauf erledigt, ist für viele Autofahrer besonders bequem. Doch einige Supermärkte gehen scharf gegen Parksünder vor und bitten per Knöllchen zur Kasse.

Was tun, wenn man für das Parken auf einem Supermarktparkplatz ein Knöllchen bekommt? Bild: Robert Schlesinger / picture alliance / dpa

Wer kennt die Misere nicht: Freie Parkplätze sind Mangelware, lediglich vor Supermärkten finden sich noch freie Parkmöglichkeiten. Eigentlich sind diese Stellflächen für Kunden des jeweiligen Supermarktes reserviert - doch mit welchen Konsequenzen müssen Autofahrer rechnen, wenn sie einen Supermarktparkplatz benutzen, ohne einzukaufen?

Knöllchen für Parken am Supermarkt - zocken Lidl, Aldi, Edeka und Co. Autofahrer ab?

Die Antwort darauf gab Rechtsanwalt Michael Winter nun im "Focus". Der Jurist aus Kornwestheim hat sich auf Verkehrsrecht sowie Straf- und Bußgeldrecht spezialisiert und gab Auskunft darüber, wie sich Autofahrer korrekt verhalten, wenn sie einen Strafzettel für das Parken auf einem Supermarktparkplatz kassiert haben.

Vorfälle dieser Art häufen sich nämlich: Immer mehr Supermärkte, so der Jurist im "Focus", seien es leid, ihre Parkflächen an Nicht-Kunden zu verlieren. Um die Kontrolle über die Supermarktparkplätze zu behalten, gingen Michael Winter zufolge mehrere Unternehmen dazu über, ihre Parkplätze von privat geführten Sicherheitsunternehmen überwachen zu lassen. Diesen Anbietern sei es dann freigestellt, ihre eigenen Regeln fürs Parken aufzustellen - mit teils kostspieligen Folgen für Autofahrer.

Parkplatzordnung gibt Auskunft über Bedingungen auf Supermarktparkplatz

In vielen Fällen ist jedoch unklar, wer das Knöllchen hinterlassen hat. War es der Supermarktbetreiber oder ein externer Security-Dienst? Aufschluss darüber sollte dem Fachanwalt zufolge die Parkordnung geben, die im Idealfall für Autofahrer gut erkennbar bei der Einfahrt des Parkplatzes platziert sein sollte. Andere Supermärkte nutzen die Option, an der Eingangstür des Marktes Informationen zur Parkplatzbenutzung aufzuführen - hier hat der Kunde beim Betreten des Supermarktes die Möglichkeit, sich genauer mit den Modalitäten vertraut zu machen.

Knöllchen bezahlen oder nicht? Das rät der Anwalt

Doch müssen Autofahrer wirklich jeden Strafzettel bezahlen, den sie für das Parken auf einem Supermarktparkplatz kassiert haben? Wer den Parkplatz dann nutzt, um sein Kfz abzustellen, geht mit dem Parkplatzbetreiber juristisch gesehen einen sogenannten Parkvertrag ein. Damit akzeptiert der Autofahrer auch die geltenden Bedingungen - wenn diese vorsehen, dass beispielsweise Parken bis zu einer Stunde kostenlos ist und bei Überschreitung der Parkdauer ein Bußgeld fällig wird, kommt man um die Zahlung schlecht herum.

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So verhalten Sie sich bei einem Strafzettel auf dem Supermarktparkplatz richtig

Anwalt Michael Winter empfiehlt, bei Vorfinden eines Knöllchens die Parkschilder zu prüfen und zu Beweiszwecken zu fotografieren. Sind keine Hinweisschilder auffindbar, fehlen deutliche Angaben zur Parkordnung oder sind diese unleserlich klein, sollte das dokumentiert werden. Auch wenn eine andere Person als der Halter des Kfz das Knöllchen bekommen hat oder dem Halter das Parkvergehen nicht nachgewiesen werden kann, ist eine Haftung dem Fachanwalt zufolge nicht gerechtfertigt.

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Auch zur Höhe eines verhängten Bußgeldes gibt Anwalt Michael Winter im "Focus" Auskunft. "Summen von 25 oder 30 Euro sind meines Erachtens überhöht", so der Jurist. Städtische Ordnungsämter würden lediglich Bußgelder in Höhe von 10 Euro verhängen. "Ich halte den Vertrag sodann insgesamt für unwirksam und rate keinem, zu zahlen", so der Rechtsexperte abschließend. Wer nach Erhalt eines Knöllchens Inkassoforderungen oder Anwaltsschreiben bekäme, sollte sich Michael Winter zufolge dringend einen Rechtsbeistand holen und gerichtlich gegen die Forderungen vorgehen: "Von uns in solchen Fällen vertretenen Mandanten haben bisher jedenfalls niemals zahlen müssen", schildert der Jurist die Erfolgsaussichten.

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loc/jat/news.de

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