Von news.de-Redakteur Thomas Jacob - 25.08.2018, 08.01 Uhr

"Well to Hell"-Hoax: Irre Behauptung! Liegt in Russland das Tor zur Hölle?

Ist es sowjetischen Wissenschaftlern wirklich gelungen, ein Tor zur Unterwelt aufzustoßen? Eine Legende besagt, dass bei einer Bohrung in den 1980er Jahren ein "Brunnen zur Hölle" geschaffen wurde. Was ist dran?

Eine moderne Sagen behauptet, dass der Eingang zur Hölle in Sibirien liegen soll (Symbolbild). Bild: nyrok555/fotolia

Schon seit Jahrhunderten erzählen sich die Menschen unheimliche Schauergeschichten. Durch die weltweite Verbreitung von Internet und Massenmedien haben Moderne Sagen jedoch mittlerweile ein echtes Eigenleben entwickelt. Wir stellen Ihnen in loser Reihenfolge die kuriosesten Geschichten vor und verraten Ihnen, was wirklich dran ist.

"Well to Hell"-Hoax: Liegt das Tor zur Hölle in Russland?

Der Mythos behauptet, dass sowjetische Forscher in einer unbekannten Region Sibiriens ein Loch von über 14 Kilometern Tiefe gebohrt hätten, bevor sie plötzlich auf eine unerwartete Höhle gestoßen seien. Als sie ein hitzebeständiges Mikrofon und andere Messgeräte in die Höhle herabließen, stellten sie Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius fest. Das Mikrofon soll dabei Geräusche aufgenommen haben, die wie die Schreie der Verdammten geklungen hätten. Die angeblichen Aufnahmen, die davon mittlerweile im Internet zirkulieren, stellten sich jedoch später als Fälschung heraus.

Trotzdem schaffte es die Geschichte bereits Ende der 1980er Jahre in die amerikanischen Medien, wo sie unter anderem vom christlichen TV-Sender Trinity Broadcasting Network aufgegriffen wurde. Nach der weltweiten Verbreitung des Internets nahm die Story erneut Fahrt auf.

Kola-Bohrung als reales Vorbild – Sowjetunion bohrt tiefstes Loch der Welt

Obwohl es sich beim "Well to Hell" offensichtlich um eine Legende handelt, hat sie dennoch einen wahren Kern: Wie "der Freitag" berichtet, gab es auf der russischen Halbinsel Kola Anfang der 1970er Jahre tatsächlich eine geologische Untersuchung, die 1989 in eine Tiefe von über 12 Kilometern vordrang. Das dabei entstandene Loch galt lange Zeit offiziell als die tiefste Bohrung der Welt. Von übernatürlichen Phänomen während dieser Zeit gibt es jedoch keine Berichte. Zudem passt die geologische Lage nicht.

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Krater von Derweze: Das wahre Tor zur Unterwelt?

Doch es gibt tatsächlich einen Ort, der zumindest von den Einheimischen als das Tor zur Unterwelt bezeichnet wird. In einer erdgasreichen Region nahe der Ortschaft Derweze in Turkmenistan stießen Geologen während einer Bohrung im Jahr 1971 auf eine unterirdische Höhle, die mit Erdgas gefüllt war. Nachdem der Boden unter der Plattform wegbrach, entstand ein riesiger Krater. Um zu verhindern, dass das giftige Gas in die Umwelt gelangt, entschieden sich die Forscher dazu, es abzufackeln, in der Hoffnung, dass das Feuer innerhalb weniger Tage erlischt. Doch die Flammen lodern noch heute.

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jat/pap/news.de

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