Nachbeben in Indonesien: Schon mehr als 400 Tote nach Erdbeben auf Lombok

Erneut hat ein schweres Erdbeben das Urlaubsparadies Lombok getroffen. Die Behörden haben bisher über 400 Todesopfer bestätigt. Zudem erschütterten Nachbeben die Insel.

Bei einem Erdbeben vor Lombok sind mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. Bild: dpa

Bei dem schweren Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Lombok vor einer Woche sind nach jüngsten Angaben mehr als 400 Menschen ums Leben gekommen. Die indonesische Katastrophenschutzbehörde geht nach einer aktuellen Zwischenbilanz von Montag jetzt von mindestens 436 Todesopfern aus. Zudem gab es mehr als 1.350 Verletzte. Mehr als 350.000 Inselbewohner sind derzeit obdachlos. Der Sachschaden wird auf umgerechnet mehr als 300 Millionen Euro geschätzt. Knapp 400.000 Einwohner hätten ihre Häuser verlassen müssen und seien nun in Notunterkünften untergebracht, teilte Sutopo Nugroho weiter mit. Eine Serie von Nachbeben erschwerte die Suche nach Überlebenden.

Erdbeben vor Indonesien: Opfer von Trümmerteilen erschlagen

Die Zahl der Toten werde wahrscheinlich weiter steigen, denn es gebe immer noch Menschen, die unter Erdmassen oder Häusertrümmern verschüttet seien, sagte der Sprecher weiter. Zugleich räumte er ein, dass es an Zelten, Essen, Decken und anderem für die Überlebenden fehle. Das Erbeben der Stärke 6,9 hatte die kleinere Nachbarinsel von Bali am Sonntag erschüttert. Wenige Tage zuvor waren bei einem Beben bereits 20 Menschen getötet worden. Auch ein schwereres Nachbeben am Donnerstag kostete mindestens drei Menschen das Leben.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Immer wieder bebt dort die Erde, oder es brechen Vulkane aus. Lombok galt lange Zeit als Geheimtipp für Leute, denen Bali zu touristisch geworden war. Inzwischen sind aber auch dort viele Urlauber unterwegs.

+++ Update: Nachbeben am 09.08.2018 +++

Das neue Nachbeben um 12.25 Uhr Ortszeit (7.25 Uhr MESZ) war das bislang stärkste. Sein Zentrum lag etwa sechs Kilometer nordwestlich von Nord-Lombok in etwa zwölf Kilometern Tiefe im Meer, wie die nationale Agentur für Wetter, Klima und Geophysik mitteilte. Auf eine Tsunami-Warnung verzichteten die Behörden dieses Mal.

Wegen der zahlreichen Nachbeben halten sich viele Menschen auf Lombok seit Sonntag vorzugsweise im Freien auf. Mehr als 270.000 Inselbewohner können derzeit noch nicht in ihre Unterkünfte zurück. Mehr als 1000 sind so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Insgesamt wurden annähernd 70.000 Häuser beschädigt und zudem noch 470 Schulen und 65 Moscheen.

Unzureichende Hilfeleistung auf Lombok nach Erdbeben

Überlebende beschwerten sich, dass sie immer noch auf Hilfe warten müssen. Ein Bewohner des Dorfes Kayangan im Norden der Insel, Ahmad Zulkaraydi, sagte: "Von unseren Häusern sind 90 Prozent eingestürzt. Wir haben überhaupt noch nichts zu essen bekommen, weil die Straßen und die Brücken kaputt sind. Wir haben nur das Gemüse von der nächstgelegenen Farm."

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Immer wieder bebt dort die Erde, oder es brechen Vulkane aus. Lombok galt lange Zeit als Geheimtipp für Leute, denen Bali zu touristisch geworden war. Inzwischen sind aber auch dort viele Urlauber unterwegs.

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bua/news.de/dpa

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