03.08.2018, 11.22 Uhr

Grund für die Hitzewelle: Sind Jetstream-Veränderungen für das Extremwetter verantwortlich?

Die aktuelle Hitzewelle ist kein Zufall: Die gesamte Erde verzeichnet einen dramatischen Temperaturanstieg, und auch Veränderungen der sogenannten Jetstreams scheinen eine große Rolle zu spielen.

Durch die andauernde Hitzewelle führt die Donau derzeit Niedrigwasser. Bild: picture alliance/Armin Weigel/dpa

Eine neue Studie führt die aktuellen Extremwetter-Situationen in Europa und Nordamerika auf ungewöhnliche Veränderungen der Jetstreams zurück. Das berichtet das US-Nachrichtenportal "NPR". Doch worum genau handelt es sich bei diesem Phänomen eigentlich?

Jetstreams verantwortlich für das Extremwetter?

Die Jetstreams, oder auch Strahlströme, sind wie Flüsse aus Wind die sich über die Nordhalbkugel schlängeln und in großer Höhe zirkulieren. Sie ziehen über den Atlantischen und Pazifischen Ozean, verändern dabei Drucksysteme und Windverhältnisse, was dann unser Klima stark beeinflusst. Die Bewegungen dieser Ströme sind in den letzten Jahrzehnten immer extremer geworden.

Valerie Trouet, eine Biologin, beobachtet deren Auswirkungen auf das europäische Wetter und entdeckte die überraschenden Entwicklungen. "Seit 1960 haben wir mehr Jahre, in denen der Jet in einer extremen Position ist," also in seinen nördlichsten oder südlichsten Punkten. Sie fügt hinzu, dass diese Verhältnisse immer öfter auftreten. Solch extreme Verlagerungen gab es in den 290 Jahren, in denen Aufzeichnungen existieren, noch nie.

Ursachen und Auswirkungen der Jetstream-Veränderungen

Wenn sich die entsprechenden Hoch- und Tiefdruckgebiete nicht weiterbewegen, bleibt auch das Wetter der betroffenen Erdteile unverändert. Forscher der Universität von Chicago führen das auf eine Überlastung der Kapazität der Jetstreams zurück, wodurch sich die Luftmassen gegenseitig blockieren. Das hat extreme Wetterverhältnisse wie lange Trocken- oder Niederschlagszeiten, heftige Stürme und Hitze- oder Kältewellen zur Folge.

Dadurch werden wir mit mehr "Dürren und Überflutungen" konfrontiert, so Trouet, was "zusätzlich zu bereits steigenden Temperaturen und globaler Erwärmung passiert - es ist ein zweifaches Problem." Die Wissenschaftler können diese dramatischen Entwicklungen nicht auf genau ein Phänomen festlegen, doch Ergebnisse von Klimaforschern deuten darauf hin, dass die steigenden Temperaturen in den Ozeanen durch den Klimawandel auch Veränderungen der Jetstreams verursachen kann. Besorgniserregend ist ebenso, dass die weltweiten Ressourcen bereits knapp werden.

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scs/jat/news.de

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