28.07.2018, 12.22 Uhr

Waldbrand in Brandenburg: Sperrung der A9 wegen Waldbrand beendet

Eine Evakuierung wegen des verheerenden Waldbrandes bei Potsdam konnte abgewendet werden. Doch die Löscharbeit der Helfer dauert unvermindert an. 

In dem Waldstück zwischen Dreieck Potsdam und Fichtenwalde ist ein Waldbrand ausgebrochen. Bild: Friedrich Bungert / ZB / picture alliance / dpa

Bei dem schweren Waldbrand am Autobahndreieck Potsdam hat die Feuerwehr die ganze Nacht über gegen die Flammen angekämpft. Dabei sollte auch ein spezieller Hubschrauber der Bundeswehr zum Einsatz kommen, der für Nachtflüge ausgerüstet war, wie das Innenministerium mitteilte. Zudem war am Abend ein Hubschrauber der Bundespolizei im Einsatz.

Im RBB-Inforadio erklärte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel am Freitag: "Der Wind wird in den Morgenstunden zunehmen und dann muss man sehen, wie man die Löschangriffe koordiniert". Droht eine neue Gefahr?

Waldbrand bei Potsdam: Evakuierung von Fichtenwalde abgesagt

Die zunächst angedachte Evakuierung der Ortschaft Fichtenwalde wurde abgesagt. "Die Gefahr ist erstmal gebannt", sagte der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (CDU), am Donnerstagabend. Die rund 200 Einsatzkräfte hätten die Flammen im Griff, es gebe keine Gefahr mehr, dass sie die Häuser erreichten. Ständig wechselnde Winde hatten die Löscharbeiten erschwert.

Fichtenwalde, ein Ortsteil der für ihre Spargel bekannten Stadt Beelitz, zählt rund 2800 Einwohner. Von einer Evakuierung wären laut Ortsvorsteher Tilo Köhn etwa 200 bis 300 Bewohner betroffen gewesen.

Autobahnsperrung nach Waldbrand bei Potsdam

Der Waldbrand hatte umfangreiche Autobahnsperrungen notwendig gemacht - sowohl an der Autobahn 9 von Berlin nach Leipzig als auch zeitweise am Berliner Ring, wie die Polizei mitteilte. Am späten Abend meldete die Polizei, die Fahrbahn in Richtung Berlin sei wieder freigegeben worden. "Die Gegenrichtung bleibt aber nach wie vor gesperrt." Eine Sperrung gebe es auch noch auf der A10. Die Staus zogen sich bis zur Autobahn 2, die Magdeburg mit Berlin verbindet.

Nach Angaben des Vize-Landrats versorgten am Abend Helfer des THW Autoinsassen, die teils stundenlang im Stau steckten. Auch die Potsdamer Innenstadt war am Abend weitgehend dicht. Die Sperrungen wurden notwendig, weil dichte Rauchschwaden eine Gefahr darstellten. Zudem sollte der Weg für die Einsatzkräfte frei gehalten werden.

Update am 28.07.18:Sperrung der A9 wegen Waldbrand beendet

 

Die wegen eines Waldbrands in Fichtenwalde nahe Potsdam gesperrte Autobahn 9 ist wieder frei. "Die Sperrung wurde in der Nacht aufgehoben", sagte ein Sprecher des Lagezentrums am frühen Samstagmorgen. Sperrungen auf der A9 und A10 hatten am Freitag zu langen Staus geführt. Auch auf den Umleitungen und in der Potsdamer Innenstadt standen die Autos Stoßstange an Stoßstange. Der ADAC erwartet das verkehrsreichste Wochenende in diesem Jahr, weil in einigen Bundesländern die Ferien enden und in anderen beginnen.

Löste Weltkriegsmunition den Waldbrand aus?

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten Engel war das Feuer aus unbekannter Ursache an der Autobahn 9 entstanden. Anschließend habe es sich westlich vom Beelitzer Ortszentrum rasend schnell ausgebreitet. Zunächst war von rund 90 Hektar betroffenem Wald die Rede.

In dem Bereich wurde außerdem Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Am Freitagmorgen habe deshalb ein Sperrkreis von 1000 Metern eingerichtet werden müssen, sagte ein Pressesprecher des Potsdamer Innenministeriums. Die Situation bleibe aber riskant. Am Donnerstag hatte es wegen der Munition kleinere Explosionen gegeben. Jetzt wurde geprüft, ob eine Gefahr von den Munitionsresten ausgehen könnte.

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loc/news.de/dpa

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