Problem-Wels in Offenbach: Tierschützer entsetzt! Monster-Fisch frisst Entenküken im Weiher

Nun hat auch Offenbar sein Sommerlochtier: Ein riesiger Wels treibt im Weiher im Dreieichpark sein Unwesen und hat bereits scharenweise artgeschützte Entenküken weggefressen. Jetzt soll der Monster-Fisch weichen - doch Tierschützer laufen Sturm.

Ein gefräßiger Riesen-Wels sorgt im Weiher von Offenbach für Aufregung: Der Fisch hat zahlreiche artgeschützte Küken gefressen. Bild: Bernd Wüstneck / picture alliance / dpa

Kein Sommer in Deutschland ohne Sommerlochtier! 2018 hat Offenbach die Ehre, das Problemtier des Sommers zu stellen. Im Weiher im Dreieichpark haust nämlich ein monströser Fisch, der niedlichen und unter Artenschutz stehenden Küken ans Gefieder will!

Problem-Wels in Offenbach soll aus Weiher gefischt werden

Doch jetzt hat offenbar das letzte Stündlein des Gewässer-Räubers geschlagen. Der Wels, der in einem Offenbacher Weiher artgeschützte Küken frisst, soll nun aus dem Gewässer geholt werden. Die Stadt teilte am Freitag mit, die Entscheidung sei gefallen, Berufsfischer mit der Beseitigung des Tieres zu beauftragen. Einen Termin für das mögliche Ende des Fisches gibt es nach Angaben der Stadt noch nicht.

Angler machten Jagd auf Monster-Wels, doch Tierschützer protestierten

Nach einem Bericht der "Offenbach-Post" wollte zunächst ein Angelsportverein im Auftrag der Stadt Jagd auf den "Problem-Wels" machen. Nach Protesten von Tierschützern seien die Hobby-Angler aber von ihrer Zusage zurückgetreten. Es habe Ankündigungen gegeben, die Angler zu behindern und zu demonstrieren. "Da gab es regelrechte Hasstiraden gegen uns", zitiert die Zeitung ein Vereinsmitglied.

Fieser Räuber! Zahlreiche Küken von Mega-Wels gefressen

Das rund 1,5 Meter lange Tier hat im sogenannten Sommerloch Bekanntheit erlangt, weil es im Weiher im Dreieichpark artgeschützte Enten- und Hühnerküken frisst. Zuvor hatte der Wels alle Fische im Weiher verspeist. Nun droht er zu verhungern, außerdem ist der kleine Teich mit Springbrunnen nach Angaben von Experten kein geeigneter Lebensraum für ihn. Nach einer Theorie der Stadt könnte das Tier als Fischlaich an den Flossen von Enten von einem anderen Gewässer eingeschleppt worden sein.

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Stadt Offenbach sucht weiter nach Wels-Fischer und neuem Quartier

Im Umgang mit einem sogenannten Problemwels im Parkteich sucht die Stadt Offenbach weiterhin nach einem Berufsfischer, der das Tier aus dem mittlerweile leergefressenen Weiher fängt. "Es wird angestrebt, dass der Fisch lebend mitgenommen wird und in einem privaten Gewässer unterkommt", sagte eine Stadtsprecherin am Montagnachmittag zu möglichen Überlebenschancen für den Raubfisch. Ob sich das umsetzen lasse, sei aber noch nicht einzuschätzen. Der Weiher sei jedenfalls keine artgerechte Umgebung für den Wels.

Wird der Problem-Wels von Offenbach getötet?

"Es wird wohl auf die Tötung des Tiers hinauslaufen", hatte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt zuvor vermutet. Denn eine Umsiedlung ist gar nicht so unproblematisch: In hessischen Gewässern gilt der Wels als nichtheimische Art. Ihn in ein anderes Gewässer auszusetzen, widerspreche daher dem Naturschutzrecht, hieß es bei der Stadt Offenbach. Nach EU-Recht, Wasserrahmenrichtlinien und Hessischer Fischereiverordnung dürfe er nicht in fließenden Gewässern wie dem Main ausgesetzt werden.

Zum Asyl für den als "Küken-Killer" in Verruf geratenen Fisch könnten dagegen stehende private Gewässer werden, "die ständig gegen einen Fischwechsel in andere Gewässer gesperrt sind".

Derzeit versteckt sich der Fisch wohl auf dem Grund des Weihers und ist von dort aus aktuell auch nicht mittels Elektro-Fischerei zu erreichen. Erstmals im vergangenen Jahr gesichtet, hat er die im Teich vorhandenen Fische mittlerweile aufgefressen und soll seitdem auch artengeschützte Entenküken auf den Speiseplan genommen haben. Deshalb soll der Wels nun aus dem Teich entfernt werden.

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loc/news.de/dpa

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