06.07.2018, 09.02 Uhr

Fußballer in Thailand vermisst: Taucher tot nach Rettungsaktion in thailändischer Höhle

Die zwölf in einer Höhle eingeschlossenen Jugendfußballer und ihr Trainer leben - doch ein Helfer ist nun tot. Dem Rettungstaucher wurde Sauerstoffmangel zum Verhängnis. Sein Unfall zeigt, mit welchen enormen Risiken die Retter konfrontiert sind.

Auf diesem Videostandbild der Thai Navy Seals sind die Jugendlichen einer Fußballmannschaft zu sehen, die in einer Höhle in Thailand eingeschlossen sind. Bild: dpa

Bei der versuchten Rettung der in einer thailändischen Höhle eingeschlossenen Jugendlichen ist ein Taucher ums Leben gekommen. Der ehemalige Angehörige der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals sei aufgrund von Sauerstoffmangel in der Höhle gestorben, teilten die Behörden am Freitag mit. Demnach hatte der Mann versucht, Sauerstoffbehälter in der Höhle zu platzieren und auf dem Rückweg das Bewusstsein verloren. Es ist der erste tödliche Zwischenfall bei den bislang glimpflich verlaufenen Bemühungen um eine Bergung der Jugend-Fußballer und ihres Trainers in der nördlichen Provinz Chiang Rai.

Thailändische Fußballer in Höhle eingeschlossen

Die Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren und ihr Trainer sitzen seit dem 23. Juni in der Höhle fest, nachdem ihnen Wassermassen den Rückweg abgeschnitten hatten. Das Team hatte die Höhle nach einem Training aufgesucht, war dabei wohl von einer Sturzflut überrascht worden - und hatte sich vor den Wassermassen immer tiefer ins Innere gerettet.

Kurz bevor britische Rettungstaucher die Gruppe am späten Montagabend (Ortszeit) mehr als drei Kilometer vom Höhleneingang entfernt entdeckt hatten, war das Wasser in der Höhle nahe der Grenze zu Myanmar wieder angestiegen. Regenfälle erschweren die Bergungsarbeiten, in der Region am 20. nördlichen Breitengrad ist zwischen Juni und Oktober Regenzeit.

Grüße und Scherze: Eingeschlossene Jugendliche offenbar guter Dinge

Den eingeschlossenen Jugendfußballern und ihrem Trainer geht es aktuell anscheinend den Umständen entsprechend gut. In einem Video, das die thailändische Marine am Mittwoch veröffentlichte, grüßten die zwölf Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren einzeln in die Kamera, sagten ihre Namen und pressten zum traditionellen thailändischen Gruß die Handflächen aneinander. Begleitet wurden die Jungen von einem Experten der Marine, die das Video auf ihrer Facebook-Seite publik machte. Die Jungen waren in Wärmeschutzfolien gehüllt. Sie schienen trotz der Strapazen in guter Verfassung und Stimmung zu sein. Zu sehen ist in dem Video auch, wie ein Marinetaucher mit den Jungen scherzt.

Wie können die Jungs aus der Höhle gerettet werden?

Für die Rettung der Eingeschlossenen gibt es mehrere Szenarien. Entweder sollen die Kinder in Begleitung von Rettungstauchern aus dem überfluteten Teil der Höhle herausschwimmen. Oder es könnte von oben eine Öffnung in die Höhlendecke gebohrt werden, um die Eingeschlossenen herauszuheben. Behörden und Rettungskräfte favorisieren die erste Variante.

Austrocknung der Höhle zweite Variante für Rettung

Vorbereitet werden die Nachwuchsfußballer - so gut es geht - mit Tauchunterricht. Trainiert wird vor allem das Aufsetzen der Tauchmasken und das Atmen unter Wasser. Medien diskutierten auch die Möglichkeit, die Höhle mit Hilfe von Pumpen so weit auszutrocknen, dass die Jungen sie zu Fuß verlassen könnten. Angesichts der Wassermassen erscheint diese Lösung derzeit aber unwahrscheinlich.

Mehrere Frauen beten in der Nähe der Höhle, in der eine Gruppe Jugendfußballer und ihre Trainer gefangen waren. Bild: kyodo / dpa

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pap/news.de/dpa

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