Messer-Attacke im IC in Flensburg: Messerstecher-Flüchtling erschossen - Polizistin schweigt nach Angriff

Erst nach und nach klärt sich, was am Mittwochabend in Flensburg geschah, als eine Polizistin einen Messerstecher im Zug niederschoss. Der Mann war offenkundig ein aus Eritrea stammender Flüchtling, Hinweise auf einen Terrorhintergrund gibt es aber nicht.

Bei einer Messerattacke in Flensburg wurden zwei Menschen verletzt. Bild: Sebastian Iwersen/dpa

Der in einem Zug in Flensburg von einer Polizistin erschossene Messerstecher war ein Flüchtling aus Afrika. Ersten Erkenntnissen zufolge handele es sich um einen 24-Jährigen, der in Nordrhein-Westfalen wohnte und eine befristete Aufenthaltserlaubnis für Deutschland gehabt haben soll, wie die Polizei in Schleswig-Holstein am Donnerstag mitteilte.

Polizei hat noch kein Tat-Motiv, Polizistin schweigt über Angriff

Nach der Messerattacke in einem Zug in Flensburg suchen die Ermittler weiter nach dem Motiv für die Tat. So müsse unter anderem noch geklärt werden, ob die Polizistin und der später von ihr erschossene 24 Jahre alte Angreifer schon vor dem Angriff Kontakt im Zug gehabt hätten, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt am Montag auf Nachfrage. Die 22-Jährige hat sich bisher nicht zu dem Vorfall geäußert und von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Für die Attacke auf sie gibt es keine Zeugen.

Mann aus Eritrea greift mitreisende Polizistin an und wird von ihr erschossen

Nach Angaben der Ermittler hatte am Mittwochabend vergangener Woche ein 24 Jahre alter Mann aus Eritrea die Beamtin aus Bremen mit einem Küchenmesser angegriffen, als sie beim Halt in Flensburg zur Ausgangstür gehen wollte. Ein 35 Jahre alter Mitreisender aus Köln hatte demnach ihre Hilferufe gehört und wollte ihr helfen. Der Deutsche wurde von dem Angreifer ebenfalls schwer verletzt. Die Polizistin, die nicht dienstlich unterwegs war, aber ihre Uniform trug, hatte den Tatverdächtigen mit ihrer Dienstwaffe erschossen.

Keinen Hinweis auf Terror-Hintergrund der Tat

Der 24-Jährige war im September 2015 nach Deutschland eingereist und hatte eine befristete Aufenthaltserlaubnis für Deutschland. Er wohnte in Nordrhein-Westfalen. Die Staatsanwaltschaft geht nicht davon aus, dass er und der 35-Jährige aus Köln sich kannten. Für einen terroristischen Hintergrund der Tat gibt es keine Hinweise.

So lief das Messer-Drama im Intercity in Flensburg ab

Nach ersten Erkenntnissen kam es am Mittwochabend gegen 19.00 Uhr in dem Zugabteil bei der Anfahrt auf den Bahnhof Flensburg zu der Auseinandersetzung. Der IC 2406 befand sich auf dem Weg von Köln nach Flensburg. Dabei soll der 24-Jährige mit einem Messer auf die Polizeibeamtin und den 35-Jährigen eingestochen haben. Die Polizistin, die nicht dienstlich, aber in Uniform im Zug war, soll mit ihrer Dienstwaffe auf den Angreifer geschossen haben.

Der Bahnhof wurde vorübergehend geräumt, war am Mittwochabend aber wieder zugänglich. Auch die Zufahrtsstraßen waren vorübergehend gesperrt, der Zugverkehr nach Flensburg wurde unterbrochen. Am Donnerstagmorgen war im Bahnhof wieder Normalität eingekehrt.

Ministerpräsident von Schleswig-Holstein lobt Polizistin für Eingreifen

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach den Verletzten sein Mitgefühl und Genesungswünsche aus. "Ich bin erleichtert, dass durch das beherzte Eingreifen der Bremer Beamtin mutmaßlich Schlimmeres verhindert werden konnte. Ihr danke ich ganz besonders für ihren Mut", sagte Günther am Donnerstag. Er hoffe, dass die Ärzte ihre Gesundheit voll wieder herstellen können und sie die Geschehnisse gut verarbeiten könne.

Nach Ansicht Günthers zeigten die Ereignisse einmal mehr, wie wichtig die Präsenz von Polizeibeamten in Uniform auch im Rahmen privater Fahrten im öffentlichen Raum ist. "Das sorgt für mehr Sicherheit für uns alle."

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