Unwetterwarnung im Mai 2018: Millionenschäden nach Unwetter! DWD gibt keine Entwarnung

In Deutschland herrscht in dieser Woche tropisches Klima: Doch die feucht-heiße Luft lässt die Gefahr von schweren Gewittern enorm steigen. Nach schweren Unwettern gibt der Deutsche Wetterdienst noch keine Entwarnung. Welche Regionen betroffen sind, erfahren Sie hier.

Tropenhitze sorgt in Deutschland für Unwettergefahr. Bild: dpa

Deutschland steht eine fast tropische Wetter-Woche bevor. Es wird feucht und heiß bei Temperaturen bis zu 33 Grad. "Das ist für Ende Mai schon eindrucksvoll", sagte Meteorologe Thomas Ruppert. In Kombination mit der feuchten Luft bekomme das Wetter "einen leicht tropischen Anstrich". Am heißesten wird es in Norddeutschland. Doch mit der Hitze kommt auch der große Knall. Für einige Regionen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) bereits Unwetterwarnungen herausgegeben.

Unwetterwarnung aktuell: Extreme Hitze! DWD warnt vor schweren Unwettern

Während der DWD zu Wochenbeginn noch hauptsächlich vor extremer Hitze warnte, folgte am Dienstag (29.05.2018) bereits die Gefahr vor Unwettern mit schwerem Gewitter. Und das sogar großflächig. Wie die Warnlage-Karte des DWD zeigte, herrschte für einen großen Teil von Deutschland Unwettergefahr mit schwerem Gewitter.

Es herrschte sehr hohes Unwetterpotenzial in weiten Teilen Deutschlands. Durch feucht-warme Luft konnten sich schwere Gewitter bilden. Am Wochenende sorgte bereits Tief Wilma für Überschwemmungen und Hagellawinen in Westdeutschland. Teilweise wurde sogar Katastrophenalarm ausgerufen. Und auch dieses Mal hinterließ das Unwetter erhebliche Schäden.

Aufräumarbeiten nach Unwettern in Teilen Deutschlands

In Wuppertal liefen die Wassermassen am Dienstag in Häuser und Geschäfte und richteten nach Angaben der Stadt erheblichen Schaden an. Das Dach eines Universitätsgebäudes stürzte ein, in der Innenstadt knickte ein Tankstellendach weg und beschädigte mehrere Autos. In der Spitze fielen im Raum Wuppertal nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 100 Millimeter Regen, also 100 Liter auf den Quadratmeter. "Das war schon extrem und ist in der Regenmenge etwa das, was normalerweise im Laufe eines Monats fällt", sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Blitzschlag verletzt Frau! Starkregen flutet Einkaufszentrum

"Die Infrastrukturschäden werden ganz erheblich sein", sagte eine Sprecherin der Stadt Wuppertal. Die Reparatur- und Aufräumarbeiten könnten mehrere Tage dauern - mindestens. Heftige Regenfälle gab es am Dienstag auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag mehrere Hundert Notrufe. Im Keller eines Einkaufszentrums stand das Wasser nach Stadtangaben etwa eineinhalb Meter hoch. In Oberhausen im Ruhrgebiet wurde eine Frau durch einen Blitzschlag verletzt. Sie hielt sich nach Angaben der Feuerwehr am Dienstagnachmittag im Freien auf, als in der Nähe der Blitz einschlug. Sie wurde zwar nicht direkt getroffen, kam aber anschließend ins Krankenhaus.

Auch über Hessen tobten am Dienstagnachmittag Unwetter. Vor allem in Nord- und Mittelhessen richtete der Starkregen Schäden an. In Marburg musste ein Einkaufszentrum evakuiert werden. In Niedersachsen war vor allem der Süden betroffen. In Bad Gandersheim im Landkreis Northeim sorgte starker Regen für überflutete Straßen. "Alles, was verfügbar ist, ist im Einsatz", sagte ein Sprecher der Polizei.

Auch in Teilen Bayerns tobten Unwetter. Vor allem in Unterfranken mussten Einsatzkräfte der Feuerwehr zu vollgelaufenen Kellern ausrücken. Einsatzschwerpunkt war der Landkreis Schweinfurt. Hunderte Notrufe seien eingegangen, teilte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes mit. Auch in der Oberpfalz gab es zahlreiche unwetterbedingte Einsätze.

Keine Entwarnung! DWD warnt vor kräftigen Schauern und Gewittern

Für den Mittwoch gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) keine Entwarnung. "Es ist keine Entspannung in Sicht", sagte ein Sprecher am Morgen. Vom Nordwesten bis in den Osten und Südosten sowie lokal im Südwesten werde es teils wieder kräftige Schauer und Gewitter geben. In einem breiten Streifen von Nordsee bis in die östliche Mitte muss mit schweren Gewittern gerechnet werden. "Es wird wieder krachen", sagte der Sprecher. Die Gewitter sollen sich laut DWD bis in die Nacht zum Mittwoch halten, erst dann schwächen sie sich ab.

"Wilma" zieht einfach nicht weiter - Gewitter- und Unwettergefahr bleibt

Die Gewitter- und Unwettergefahr bleibt Deutschland auch während der kommenden Tage in den vielen Regionen erhalten. Denn Tief "Wilma", das zuletzt die Wetterlage bestimmte, zieht einfach nicht weiter.

Am Donnerstag könnten Schauer und Gewitter praktisch überall außer ganz im Norden und Nordosten auftreten, kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch an. Wo und wann die Gewitter Sturzfluten mit sich bringen, lässt sich aber nicht präzise vorhersagen.

"Da die Zellen langsam ziehen und viel Feuchtigkeit in der Atmosphäre vorhanden ist, bleibt wie an den Vortagen vor allem der Starkregen im Brennpunkt", sagte der Meteorologe Simon Trippler. "Mit Überschwemmungen und Sturzfluten ist weiterhin lokal eng begrenzt zu rechnen." Vor allem in der Nordhälfte Deutschlands bleibt es bei Höchsttemperaturen von 26 bis 34 Grad schwülheiß.

Am Freitag dürften sich die Gewitter mehr nach Westen bis in den Südosten verlagern, während es im Südwesten deutlich stabiler und auch etwas kühler wird - die Höchsttemperaturen dürften nur noch 19 bis 24 Grad betragen.

Am Samstag könnte es dann auch im Nordosten zu Abkühlung kommen, wobei die Gewitterneigung deutlich abnimmt. Mit 24 bis 29 Grad ist es dann auch nicht mehr so heiß, aber immer noch sommerlich warm.

Wettervorhersage für die Woche: Gewitter mit Starkregen und Hagel drohen

Und auch im Verlauf der Woche zieht sich die Unwetterserie in Deutschland fort. Bis zum Wochenende drohen laut DWD besonders im Westen, Süden, den Mittelgebirgen und den Alpen erneut Gewitter. Erst dann soll die Unwettergefahr deutlich abnehmen.

FOTOS: Abkühlung gefällig? Mit diesen 13 Tipps trotzen Sie der Hitze
zurück Weiter Abkühlung gefällig? Mit diesen 13 Tipps trotzen Sie der Hitze (Foto) Foto: Juergen Faelchle/Shutterstock.com/spot on news Kamera

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bua/kad/news.de

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