Gerichtsprozess um Muttersöhnchen: Richter entscheidet: Eltern dürfen Sohn (30) rausschmeißen

Er zahlt keine Miete und hilft nicht im Haushalt - trotzdem müssen die Eltern von Michael Rotondo bis vor Gericht gehen, um den 30-Jährigen endlich zum Ausziehen zu bewegen. Ein Richter hat jetzt sein Urteil gefällt.

Ein US-Gericht entschied jetzt darüber, ob ein 30-jähriger Mann bei seinen Eltern ausziehen muss. (Symbolfoto) Bild: dpa

Nachdem er sein Studium abbrach, seinen Job verlor und anschließend acht Jahre lang mietfrei lebte, ist für Michael Rotondo Schluss mit Hotel Mama - das sagen seine Eltern, und jetzt auch ein Gericht.

Michael Rotondo treibt seine Eltern bis zur Räumungsklage

Er will einfach nicht ausziehen: Trotz fünf schriftlicherBescheide, Bereitstellung von Unterstützung und eines Geldangebots von umgerechnet knapp 1.000 Euro weigerte sich der 30-Jährige, aus dem Haus seiner Eltern im US-Bundesstaat New York auszuziehen. Ein Richter des Obersten Gerichts des Bezirks Onondaga gab den Eltern Mark und Christina Rotondo recht - und wies ihren Sohn Michael an, das Haus in Camillus rund 420 Kilometer nordwestlich von New York zu verlassen, wie zahlreiche US-Medien berichten.

30-Jähriger ist arbeitslos und unselbstständig

Der junge Mann ist dagegen der Meinung, die "Wohnübereinkunft" mit seinen Eltern beinhaltet weder, dass er einen Beitrag zu den Ausgaben leisten oder mit den Hausarbeiten helfen sollte, so schreibt die britische "Daily Mail". Er lebt seit acht Jahren in seinem Zimmer, ohne Miete zu zahlen. Michael Rotondo behauptet ein erfolgreiches Unternehmen zu führen, sagt aber nicht worum es sich dabei handelt. Die "New York Post" zitiert seine Absicht das Elternhaus zu verlassen und "nicht mehr bei ihnen zu wohnen - nur eben nicht heute, nicht in dreißig Tagen. Ich kann mir nicht vorstellen, in drei Monaten noch dort zu sein."

Familiendrama in New York geht der Klage voraus

In einem Interview mit der "Daily Mail" führt Michael Rotondo seine Probleme auf einen Sorgerechtsstreit um seinen Sohn im September 2017 zurück. Der Junge lebt seitdem bei seiner Mutter, mit der Rotondo weder verheiratet noch in einer Beziehung war. Für die dadurch aufkommenden Gerichtskosten wollte er einen Gebührenverzicht beantragen, der durch die Forderungen seiner Eltern erschwert wurde. Sie verlangten dass er einen Job annehme und eine Krankenversicherung abschließe, für die sie auch bezahlt hätten, damit er weiterhin bei ihnen wohnen dürfte.

Michael weigerte sich und erklärte, dass der Verzicht dadurch abgelehnt würde und seine wichtigste Aufgabe wäre, seinen Sohn zurückzubekommen. Kurz darauf verfassten Mark und Christina Rotondo den ersten von fünf Briefen mit Ratschlägen, Angeboten zur Unterstützung und der Aufforderung an ihren Sohn, ihr Haus zu verlassen. Nachdem Michael keine Schritte zur Unabhängigkeit unternahm, zogen die Eltern schließlich vor Gericht.

Prozess vor US-Gericht endet in Urteil für den Auszug

Nach der Lokalzeitung "Syracuse" hörte der Richter Donald Greenwood aufmerksam zu, als sich Michael Rotondo selbst verteidigte, und lobte dessen rechtliche Kenntnisse. Trotzdem bestätigte er die Klage der Eltern und veranlasste einen Räumungsbefehl. Greenwood setzte keine klare Frist bis zum Auszug, empfand die Forderung von Rotondo nach einer zusätzlichen sechsmonatigen Kündigungsfrist jedoch als "unerhört". Der 30-Jährige bezeichnete das Urteil gegenüber Journalisten als "lächerlich" und will dem Gerichtsbeschluss widersprechen. Er ist überzeugt, dass der Richter den Fall nicht vollständig gelesen hat, berichtet "CNY Central". Nach dem Prozess kehrte Rotondo allem Anschein nach in das Haus seiner Eltern zurück, mit denen er im Gerichtssaal kein Wort wechseln wollte.

Ebenso kurios: Eine entlaufene Katze kehrt vermutlich nach 18 Jahren nach Hause zurück und eine 70-jährige Mexikanerin wird wahrscheinlich die älteste Mutter der Welt!

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

scs/fka/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser