Tornado-Alarm in NRW: "Schneise der Verwüstung" Zurück zur Normalität nach Wirbelsturm

Ein Tornado wütet am Niederrhein. Nach ein paar Minuten ist alles vorbei. Einige Häuser sind unbewohnbar. Es gibt mindestens einen Schwerverletzten. Die Aufräumarbeiten beginnen. Doch wie entstehen Tornados überhaupt?

Einsatzkräfte der Feuerwehr und des THW: Wirbelsturm beschädigt Wohnhäuser in NRW. Bild: dpa

Einer der größten Tornados der vergangenen Jahre hat sich am Mittwochabend im Westen Deutschlands entlang einer Gewitterlinie gebildet. Im Raum Viersen am Niederrhein hat er nach Behördenangaben eine "Schneise der Verwüstung" angerichtet. Mindestens ein Mensch wurde bei dem Unwetter schwer verletzt. "In Viersen-Boisheim sind Häuser so stark beschädigt, dass sie vorübergehend unbewohnbar sind", teilte der Kreis mit. Nach ersten Erkenntnissen seien in dem Ortsteil zahlreiche Häuserdächer abgedeckt und Bäume umgeknickt worden, teilte die Stadt Viersen mit. Die "Rheinische Post" hatte zunächst von der Windhose berichtet.

Der Tag danach - Zurück zur Normalität: Auräumarbeiten haben begonnen

Nach dem folgenschweren Wirbelsturm bei Viersen am Niederrhein mit zwei Verletzten und zahlreichen beschädigten Häusern sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Dachdecker rückten am Morgen in der besonders betroffenen Ortschaft Viersen-Boisheim an, um beschädigte Dächer zunächst provisorisch mit Folie abzudecken, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Keines der Häuser sei einsturzgefährdet, alle Menschen hätten zu Hause übernachten können.

Am Donnerstagmorgen räumten städtische Mitarbeiter in Boisheim die Straßen frei. "Wir gehen davon aus, dass die Aufräumarbeiten relativ schnell abgeschlossen sein werden", sagte der Stadtsprecher. Es handele sich nach ersten Erkenntnisse um oberflächliche Schäden. Die Schadenshöhe sei aber noch unklar. Am Abend gesperrte Straßen und Schienen waren am Donnerstagmorgen weitestgehend wieder frei. Noch am späten Mittwochabend war die Bahnstrecke von Mönchengladbach ins niederländische Venlo wieder freigegeben worden, wie die Deutsche Bahn erklärte.

Windhose über NRW! Wie entsteht ein Tornado?

In der Regel treten Tornados in Verbindung mit einem sogenannten Superzellen-Gewitter auf. Die Gewitterwolke beginnt sich durch unterschiedliche Winde in verschiedenen Höhen zu drehen. Dadurch kann sich ein schnell rotierender Luftwirbel bilden, der bis zum Boden reichen kann. Tritt das ein, spricht man von einem Tornado. Dieser kann dann einen Durchmesser von wenigen Metern bis zu mehreren Kilometern haben, schreibt "wetteronline.de". Übrigens kommen Tornados auf der ganzen Welt vor. In Deutschland gibt es jedes Jahr 40 bis 60 Stück. Sind die Bedingungen ideal können sie hierzulande ähnlich stark werden wie in den USA. In Deutschland wird oft der Begriff Windhose verwendet. das ist nichts anderes als ein Tornado.

Schwerverletzter durch Tornado in Nordrhein-Westfalen

Gegen 18 Uhr sei der Wirbelsturm über die Ortschaften Viersen-Boisheim, Nettetal-Schaag, Schwalmtal-Dilkrath, Schwalmtal und teilweise über Niederkrüchten gezogen, berichtete die Kreisverwaltung auf ihrer Facebookseite am Mittwochabend. Der Tornado deckte etwa 40 bis 50 Häuser ab, rund 150 Menschen erlitten materielle Schäden.

Ein Sprecher des Kreises berichtete von einem schwer verletzten Autofahrer in Nettetal-Schaag und einem Feuerwehrmann, der einen Stromschlag erlitten habe. Auch die Polizei sprach von einem Schwerverletzten und einem Leichtverletzten. Ob es um dieselben Menschen geht, war zunächst noch unklar.

FOTOS: "Schneise der Verwüstung" Tornado tobt am Niederrhein

Jörg Kachelmann über Unwetter in Viersen: "sehr eindrucksvoller Tornado"

Die Autobahn 61 nahe der niederländischen Grenze war von Sperrungen betroffen. Auf der Bahnlinie vom rheinischen Mönchengladbach ins niederländische Venlo musste laut Polizei der Verkehr ruhen. Auch mehrere Straßen blieben zunächst gesperrt, weil umgeknickte Bäume den Weg blockierten. Das Unwetter hat sich nach ersten Polizeiangaben innerhalb von etwa 10 bis 15 Minuten abgespielt.

Ein Tornado zieht über eine Gartenanlage im Kreis Viersen. Bild: dpa

"Ein sehr eindrucksvoller Tornado zog über den Landkreis Viersen im Westen von NRW hinweg, er richtete hier einige Schäden an", teilte der Wetterunternehmer Jörg Kachelmann auf seiner Internetseite mit. In Deutschland seien in diesem Jahr bisher mindestens sechs Tornados beobachtet worden, schreibt Kachelmann weiter.

Auch Gangelt wurde von einem Unwetter getroffen

Auch die kleine Gemeinde Gangelt (Kreis Heinsberg) wurde am Mittwochabend von einem Unwetter getroffen. Der Starkregen setzte etliche Straßen unter Wasser, wie die Feuerwehr mitteilte. Auch Keller liefen voll. Die Rettungskräfte befreiten die Straßen vom Wasser und schippten den Schlamm von der Fahrbahn. Verletzte gab es nicht. Wie hoch der Schaden ist, war am Morgen noch unklar.

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kad/news.de/dpa

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