Zug-Unglück in Aichach: Fahrdienstleiter nach tödlichem Bahnunglück festgenommen

Ein Personenzug fährt nachts in einen stehenden Güterzug, zwei Menschen sterben. Die Ermittler schließen ein technisches Problem aus, der Fahrdienstleiter soll verantwortlich sein. Das Unglück weckt Erinnerungen an eine andere Katastrophe. Es ist nicht der einzige tödliche Bahnunfall in Bayern am Montag.

Bei Zugunfällen in Aichach und Seeshaupt in Bayern kamen am Montag insgesamt vier Menschen ums Leben, mehr als 70 wurden verletzt. Bild: Matthias Balk / picture alliance / dpa

Nach dem schweren Zugunglück nahe dem Bahnhof von Aichach mit zwei Toten ist die Ursache für die Kollision noch unklar. Am späten Montagabend waren ein Personenzug und ein Güterzug auf dem gleichen Gleis zusammengeprallt. Nach Angaben eines Polizeisprechers kamen dabei der Lokführer des Personenzugs und eine Passagierin ums Leben. Zudem habe es 14 Verletzte gegeben.

Alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker:

+++ Aufräumarbeiten nach Bahnunglück in Aichach abgeschlossen +++

Nach dem Bahnunglück von Aichach bei Augsburg sind die Aufräumarbeiten abgeschlossen. Die Sperrung der Strecke zwischen Ingolstadt und Augsburg ist aufgehoben und die Züge rollen bereits wieder, wie die Deutsche Bahn am Mittwochmorgen mitteilte. Die Pendler müssen nun nicht weiter auf den Ersatzverkehr mit Bussen ausweichen.

Am Montagabend war es in unmittelbarer Nähe zum Aichacher Bahnhof zu dem Unfall gekommen, an dessen Folgen zwei Menschen ihr Leben verloren. Ein Zug der Bayerischen Regiobahn war mit einem stehenden Güterzug kollidiert. Der 37 Jahre alte Lokführer des Personenzuges und eine 73 Jahre alte Passagierin starben, 14 Fahrgäste wurden verletzt.

+++ Zugunglück erinnert an Vorfall in Bad Aibling 2016 +++

Der Vorfall erinnert an das Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling vom Februar 2016. Damals waren zwei Züge der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) frontal zusammengestoßen. Zwölf Menschen starben, 89 wurden verletzt. Der Fahrdienstleiter hatte auf seinem Handy gespielt und Signale falsch gestellt. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung hatte er zurückgezogen.

+++ Fahrdienstleiter nach tödlichem Bahnunglück festgenommen +++

Nach dem Bahnunfall mit zwei Toten bei Aichach in Bayern hat die Polizei den Fahrdienstleiter festgenommen. Nach ersten Ermittlungen sei der Unfall auf menschliches Versagen zurückzuführen, teilte das Polizeipräsidium in Augsburg am Dienstag mit.

Am Montagabend war eine Regionalbahn in einen stehenden Güterzug gefahren. Der 37 Jahre alte Zugführer des Personenzuges und eine 73 Jahre alte Passagierin starben.

14 Menschen wurden zudem teils schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob gegen den 24 Jahre alten Fahrdienstleiter der Bahn Haftbefehl beantragt werden soll.

2 Tote, 14 Verletzte bei Zugunfall in Aichach (Bayern)

"Die Lage ist übersichtlich", sagte der Sprecher kurz nach dem Unglück. Die beiden Züge seien nicht entgleist. Der Personenzug wurde an der Front eingequetscht. Zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten waren vor Ort und kümmerten sich um die Verletzten. Elf Opfer hätten nur leichte Verletzungen davongetragen, sagte der Sprecher.

Personenzug rast auf leeren Güterzug im bayrischen Aichach

Den Polizeiangaben zufolge war der Personenzug der Bayerischen Regiobahn mit knapp 20 Menschen an Bord auf dem Weg von Augsburg wenige Hundert Meter vom Bahnhof in Aichach entfernt frontal auf den stehenden leeren Güterzug zugefahren. Wie schnell er unterwegs war, stand am späten Abend nicht fest. Unklar war auch, ob möglicherweise Signale oder Weichen falsch gestellt waren. Die Unfallursache müsse erst noch ermittelt werden, machte der Sprecher deutlich. Das könne sich hinziehen.

Streckensperrung aktuell: Aufräumarbeiten bei Aichach dauern an

Die Deutsche Bahn teilte mit, dass sich der Unfall gegen 21.20 Uhr ereignet habe. Die Strecke Ingolstadt-Augsburg wurde gesperrt. Die Sperrung um den Bahnhof Aichach dauere mindestens bis Dienstagnachmittag. Den Angaben nach fahren dort nur Regional- und Güterzüge, aber keine Fernverkehrszüge.Die Bayerische Regiobahn teilte mit, die Strecke zwischen Friedberg und Radersdorf sei bis auf Weiteres gesperrt. "Es ist ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden."

Zugunfall mit 2 Toten und 60 Verletzten in Seeshaupt am Starnberger See

Es war der zweite schwere Unfall mit einer Bahn in Bayern am Montag. Nachdem ein Regionalzug an einem unbeschrankten Bahnübergang im oberbayerischen Seeshaupt am Starnberger See ein Auto erfasst hatte, starben ebenfalls zwei Menschen: der Fahrer und der Beifahrer des Wagens. Das Auto war nach der Kollision mehrere Hundert Meter vom Zug mitgeschleift worden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Einer der etwa 60 Fahrgäste der Regionalbahn wurde verletzt. Der Lokführer blieb äußerlich unversehrt.

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VIDEO: Schweres Zugunglück in Aichach-Friedberg
Video: Merkur

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loc/news.de/dpa

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