Missbrauchsfall von Freiburg: Bundeswehrsoldat gesteht Vergewaltigung von 9-Jährigem

Ein neun Jahre alter Junge wurde jahrelang von seiner Familie und Fremden sexuell missbraucht. Für die Vergewaltigungen wird er im Internet angeboten. Acht Verdächtige sind angeklagt. Einer von ihnen ist ein Soldat der Bundeswehr, der zu Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt hat.

Der wegen Kindesmissbrauchs Angeklagte Knut S. wird von einem Justizbeamten in einen Saal des Landgerichts geführt. Bild: dpa

Im Fall eines jahrelang sexuell missbrauchten Jungen aus dem Raum Freiburg steht rund zweieinhalb Wochen nach dem ersten Urteil ein zweiter Verdächtiger von Montag an vor dem Freiburger Landgericht. Dem heute 50 Jahre alten Soldaten der Bundeswehr wird vorgeworfen, den in Staufen bei Freiburg lebenden Jungen im vergangenen Jahr zweimal vergewaltigt zu haben. Er soll die Taten gefilmt und die Aufnahmen an andere weitergeleitet haben.

Missbrauch von Freiburg: Landgericht setzt 4 Verhandlungstage an

Geplant sind Gerichtsangaben zufolge zunächst vier Verhandlungstage. Ein Urteil könnte es Mitte Mai geben (Az.: 6 KLs 160 Js 33561/17). Die Staatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben eine lange Haftstrafe sowie anschließende Sicherungsverwahrung erreichen. Gehört werden sollen zehn Zeugen, darunter acht Polizeibeamte. Zudem soll ein psychiatrischer Gutachter zur Frage aussagen, wie gefährlich der Mann für die Allgemeinheit ist. Das Opfer ist Nebenkläger in dem Prozess. Vertreten wird es durch eine Rechtsanwältin.

Der heute neun Jahre alte Junge war den Angaben zufolge mehr als zwei Jahre lang von Männern aus dem In- und Ausland vergewaltigt worden. Die 48 Jahre alte Mutter des Jungen und ihr 39 Jahre alter Lebensgefährte hätten ihn hierfür im Internet angeboten. Es gibt insgesamt acht Verdächtige. Jeder von ihnen ist einzeln angeklagt.

Der Soldat sitzt in Untersuchungshaft. Festgenommen wurde er im vergangenen Oktober in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade in Illkirch-Graffenstaden bei Straßburg im Elsass. Er war dort laut Gericht Stabsfeldwebel. Nach Angaben des Heeres ist er vorläufig des Dienstes enthoben und darf keine Uniform mehr tragen.

Soldat gesteht Missbrauch eines Jungen aus dem Raum Freiburg

Im Prozess hat der angeklagte Bundeswehrsoldat ein Geständnis abgelegt. Der 50-Jährige habe die Taten im nichtöffentlichen Teil der Verhandlung eingeräumt, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin am Mittwoch vor dem Freiburger Landgericht. Er habe zugegeben, den Jungen gemeinsam mit dessen Stiefvater zweimal sexuell missbraucht zu haben. Die Taten wurden den Angaben zufolge gefilmt, die Aufnahmen an andere weitergeleitet.

Abartiger Missbrauch von Freiburger Junge (9) - der Fall im Überblick

Es ist in Freiburg der zweite von mehreren Prozessen in dem Fall. Mitte April ist ein 41-Jähriger zu zehn Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Es war das erste Urteil in dem Fall, der im Januar bekannt geworden war. Weitere Prozesse folgen Justizangaben zufolge in den kommenden Monaten.

Die Verbrechen an dem Jungen hatten auch für die Ermittler eine bisher nicht gekannte Dimension, unter anderem wegen der Rolle der Mutter. Justiz und Jugendamt stehen in dem Fall in der Kritik. Ihnen wird vorgeworfen, den Jungen nicht ausreichend geschützt zu haben. Dieser ist den Angaben zufolge inzwischen in staatlicher Obhut.

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loc/news.de/dpa

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