Prepper in Deutschland: Panikmache oder Vorsorge? So sind Sie für den Katastrophenfall gewappnet

Hand auf's Herz: Wie gut wären Sie gewappnet, wenn morgen eine Katastrophe ausbräche und Sie auf sich allein gestellt wären? Für die drohende Krise sind sogenannte Prepper bestens vorbereitet - wie die Vorsorge funktioniert, was auf der Checkliste steht und wie groß die Prepper-Szene in Deutschland ist, lesen Sie hier.

Ein Vorratsregal mit Gasflaschen, Lebensmitteln und Wasserreinigungs-Equipment ist der ganze Stolz von sogenannten Preppern, die den Katastrophenschutz lieber selbst in die Hand nehmen und sich für den Ernstfall rüsten. Bild: Henning Kaiser / picture alliance / dpa

Egal ob Hochwasser, Erdbeben, Vulkanausbrüche, andere Naturkatastrophen oder ein verheerender Atomkrieg - es lauert so manche Gefahr und droht, unser aller Existenz jederzeit auszulöschen oder unsere gewohnten Lebensumstände auf den Kopf zu stellen. Bisweilen genügt schon ein Stromausfall, eine Heizungshavarie oder ein Wasserrohrbruch, um eine echte Alltagskrise auszulösen. Doch wie gut ist der Katastrophenschutz wirklich - kann man sich in Krisenzeiten wirklich auf die Unterstützung der Gemeinschaft verlassen? Wer diese Frage einem Anhänger der Prepper-Szene stellt, erhält vermutlich die Antwort "nein" - aus diesem Grund haben es sich die sogenannten Prepper, die ihren Namen vom englischen Wort "prepare" für "sich vorbereiten" haben, auf die Fahnen geschrieben, selbst für den Ernstfall vorzusorgen.

Angst vor Krise und Naturkatastrophen: Prepper sorgen für den Ernstfall vor

Im Falle einer Krise ist es nämlich mitunter nicht mehr möglich, einfach in den nächsten Supermarkt zu spazieren und sich mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs einzudecken. Deshalb heißt das Losungswort "Vorsorgen". Wer sich der Prepper-Szene in Deutschland verbunden fühlt, lebt Tag für Tag mit der Angst, Opfer eines Schicksalsschlages oder einer Katastrophe zu werden und hat sich deshalb im Idealfall mit dem Wichtigsten für den Notfall eingedeckt. Im Internet teilen eingefleischte Prepper Checklisten, die alles enthalten, was man im Katastrophenfall benötigt, um 14 Tage unabhängig von Hilfsaktionen zu überleben.

Wer jetzt denkt, in der Prepper-Szene in Deutschland seien nur Verschwörungstheoretiker und wirre Panikmacher vertreten, der irrt. Vielmehr ist das Anlegen eines Notfall-Vorrates sogar von höchster Stelle empfohlen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eine Broschüre samt Checkliste für alle entworfen, die sich für den Notfall wappnen möchten. Dazu gehört nicht nur, in Wohnung oder Haus Utensilien wie Feuerlöscher, wichtige Dokumente, Notfallgepäck und Vorräte stets griffbereit zu haben, sondern auch, allen Familienmitgliedern Fluchtwege einzubläuen.

Prepper-Checkliste: DAS brauchen Sie für den Katastrophenfall

Auf einer Prepper-Checkliste, die die Vorbereitung auf eine Extremsituation erleichtert, finden sich neben Hygieneartikeln wie Seife, Toilettenpapier, Zahnpflegeprodukten, Medikamenten, Verbandsmaterialien und Desinfektionsmitteln auch allgemeine Produkte, beispielsweise Kerzen und Feuerzeuge, die bei einem Stromausfall nützlich sind, sowie Taschenlampen inklusive Batterien, Gasflaschen und Spirituskocher sowie ein Kofferradio. Ebenfalls nicht fehlen im Sortiment eines Preppers dürfen Decken, eine Axt und Messer , Klebeband, Werkzeug, ein Schlafsack sowie Essgeschirr, einige Töpfe und ein Eimer nebst Wasserfilter.

Welche Lebensmittel sollte man für den Krisenfall bunkern?

Letztlich gehören auch gewisse Lebensmittel für einen Prepper zur Grundausstattung. Grundsätzlich gilt: Alles, was lange haltbar ist, macht sich gut in der Prepping-Ausrüstung. Demnach sind Konserven sowie Lebensmittel, die eine lange Haltbarkeit aufweisen, ideal. Mindestens 56 Liter Trinkwasser werden für einen Prepper-Vorrat für zwei Wochen empfohlen, dazu Grundnahrungsmittel wie Brot, Reis und Nudeln sowie Hülsenfrüchte (rund 5,5 Kilogramm), Obst und Gemüse (knapp 4 Kilogramm). Um eine ausgewogene Ernährung im Katastrophenfall sicherzustellen, sind zudem mehrere Liter Milch und rund 2 Kilogramm Fisch und Fleisch empfehlenswert. Auch Fertiggerichte sind eine beliebte Wahl bei Preppern.

Die Prepper-Szene in Deutschland ist alles andere als eine Nischenerscheinung. Die "Prepper Gemeinschaft Deutschland" mit Sitz in Krefeld versteht sich als "Informations- und Austauschplattform" für all jene, die sich für Krisenvorsorge interessieren und Informationen suchen. "Unser Team besteht aus erfahrenen Katastrophenschützer, ehemaligen Soldaten, Sicherheitskräften, Feuerwehr- und Rettungskräften, THWlern und mehr, die ihr Wissen uns zur Verfügung stellen", ist auf der Prepper-Webseite zu lesen. Radikales Gedankengut, Hetze und ähnliches lehnt die Prepper-Gemeinschaft jedoch strikt ab, man distanziere sich "von Preppern, die gegen Staat und Gesellschaft aufhetzen".

Krisenvorsorge mit Waffen: Was unterscheidet Prepper und Doomer?

Eine Sondergruppe der Prepper sind die sogenannten "Doomer", die sich nicht allein auf das Anlegen von Vorräten für den Notfalls verlegen. Doomer sind laut Definition davon überzeugt, dass der Weltuntergang unmittelbar bevorsteht und man sich gegen Endzeitgegner mit Waffen schützen müsse. Vor allen in den USA haben die Doomer eine starke Anhängerschaft, doch auch in Deutschland stehen militante Prepper-Gruppen im Visier der Ermittler. So ging die Generalbundesanwaltschaft im Sommer vergangenen Jahres gegen Gruppen vor, die sich mit Waffen eingedeckt hatten.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser