Von news.de-Redakteur Thomas Jacob - 27.04.2018, 09.19 Uhr

Josef Fritzl und Familie: 10 Jahre nach dem Inzest-Horror - Kann die Tochter wieder glücklich sein?

Vor zehn Jahren flog das Kellerverlies des Inzestmonsters Josef Fritzl auf. Inzwischen zeugt vor Ort nur noch wenig von dem schrecklichen Verbrechen. Doch wie geht es den Opfern heute? Und was macht eigentlich Fritzl? Die Antworten hier.

Josef Fritzl hielt seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen und zeugte mit ihr sieben Kinder. Bild: dpa

24 Jahre lang war Elisabeth Fritzl die Gefangene ihres eigenen Vaters. In einem verwinkelten Kellerverlies erfüllte sich Josef Fritzl seinen kranken Traum von einer "Zweitfamilie". Vor zehn Jahren flog der Fall endlich auf. Doch wie geht es Opfern und Täter heute?

Der Fall Josef Fritzl: Inzest-Verbrechen erschüttert Österreich

Das Martyrium von Elisabeth Fritzl begann bereits in den 1980er Jahren. Damals errichtete ihr Vater im Keller des Hauses ein 60 Quadratmeter großes Verlies. Am 28. August 1984 lockte er die damals 18-Jährige Tochter unter einem Vorwand in den Keller – den Ort, den sie die nächsten 24 Jahre nicht mehr verlassen sollte. In dieser Zeit vergewaltigte der verheiratete Familienvater Elisabeth unzählige Male und zeugte mir ihr sieben Kinder. Ein im Keller geborener Sohn verstarb kurz nach der Geburt und wurde von Fritzl verbrannt.

Der Inzestfall von Amstetten: Eine Chronologie. Bild: dpa-Infografik

Das Verbrechen flog erst auf, als eine 19-Jährige Tochter schwer erkrankte und dringend medizinische Hilfe benötigte. Ein Arzt wurde daraufhin misstrauisch und verständigte die Polizei. Bis dahin war es Fritzl durch ein ausgeklügeltes Geflecht aus Lügen gelungen, sowohl Nachbarn als auch Behörden zu täuschen. Fritzls Kinder konnten schließlich befreit werden, der Vater selbst bekam eine lebenslange Haftstrafe.

Was wurde aus dem Horror-Haus in Amstetten?

Im Ort selbst erinnert inzwischen nicht mehr viel an das grausame Verbrechen. Fritzls Kellerverlies wurde mittlerweile mit Beton versiegelt. Ein Gastwirt kaufte das Gebäude 2016 und unterzog es einer gründlichen Renovierung. Die Wohnungen darin werden inzwischen vermietet. "Man kann es nicht ewig leer stehen lassen. Wir müssen Leben hineinbringen", berichtete der neue Besitzer damals.

Fritzls Opfer: Wie geht es Tochter Elisabeth heute?

Die heute 52-jährige Elisabeth lebt inzwischen unter einem neuen Namen mit ihren Kindern an einem unbekannten Ort in Österreich. Wie "Bild" berichtet, soll sie inzwischen einen Lebenspartner haben. Zeitzeugen berichten, dass sie sich gut an das Leben in Freiheit gewöhnt hätte: "Sie haben noch etwas aus ihrem Leben gemacht", sagte der Polizist Karl Gschöpf gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Josef Fritzl heute: Wie lebt das Inzest-Monster von Amstetten?

Und der Täter? Der verbüßt noch immer seine lebenslange Haftstrafe in der JVA Stein. Inzwischen hat Josef Fritzl seinen Namen in Mayrhoff geändert, am 9. April 2018 wurde er 83 Jahre alt. Über seine Haftbedingungen will sich das österreichische Justizministerium nicht äußern. Wie "oe24" berichtet, habe er zunächst in der Gefängnisbibliothek gearbeitet, später Hausmeistertätigkeiten übernommen. Gesundheitlich soll Fritzl inzwischen angeschlagen sein, laut "Bild" soll er an Demenz erkrankt sein. Im Gefängnis sei er weiterhin ein Außenseiter – auch aus Angst vor Übergriffen. Von seiner damaligen Frau ließ er sich 2012 scheiden.

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jat/kad/news.de

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