Der malerische Weihnachtsmarkt in Straßburg zieht jedes Jahr viele Besucher an. Nun hält der Terror in der Stadt im Elsass Einzug. Ein Mann eröffnete das Feuer im Stadtzentrum - und versetzt damit das ganze Land in höchsten Alarmzustand.

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Vorwurf Kindesmissbrauch: Behörde pennt! Mutmaßlicher Kinderschänder auf freiem Fuß

Nach langer Flucht wird ein mutmaßlicher Kinderschänder gefasst und kommt in Untersuchungshaft. Jetzt aber ist er wieder auf freiem Fuß - ganz legal. Was ist schief gelaufen bei der Berliner Staatsanwaltschaft?

Vorwurf: Kindesmisshandlung (Symbolfoto) Bild: fotolia: Gina Sanders

Bitterer Rückschlag für die Justiz - und vor allem für die Betroffenen. In Berlin ist ein mutmaßlicher Kinderschänder wieder frei, nachdem er bereits in Haft war. Der Grund: Die Staatsanwaltschaft brauchte wohl zu lange für die Anklage! Das berichtet "bild.de".

Vorwurf: Kindesmissbrauch in 286 Fällen

Dem Mann, der in einer Kita gearbeitet hat, wird Kindesmissbrauch in 286 Fällen vorgeworfen. Die Berliner Polizei bat im vergangenen Mai sogar die Öffentlichkeit um Hilfe, der mutmaßliche Kinderschänder soll insgesamt rund sieben Jahre auf der Flucht gewesen sein. Schließlich wurde der Verdächtige im Juli in Bulgarien gefasst und im August nach Deutschland ausgeliefert. Im Dezember erhobt die Staatsanwaltschaft Anklage. Was lief schief?

Mutmaßlicher Kinderschänder erlässt Haftbeschwerde und kommt frei

Der Mann bewegt sich seit Februar wieder frei, ohne besondere Auflagen. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Dabei drohe sogar akute Fluchtgefahr! Der Mann hatte eine Haftbeschwerde erlassen, der 4. Strafsenat des Berliner Kammergerichts gab dieser statt.

Was ist das Beschleunigungsgebot?

Laut der Kammer hätte die Staatsanwaltschaft gegen das so genannte Beschleunigungsgebot verstoßen. Dieses Gebot leitet sich aus dem Grundrecht der Freiheit der Person ab und besagt, dass die beteiligten Behörden ein Strafverfahren mit größtmöglicher Beschleunigung durchführen müssen, solange sich der Beschuldigte noch in Untersuchungshaft befindet und nur verdächtig, nicht aber verurteilt ist. Das sei eine rechtsstaatswidrige Verfahrensverzögerung, bestätigte eine Gerichtssprecherin. Donnerstag soll trotzdem der Prozess beginnen.

Bild-Reporter spüren den Mann auf - in der Nähe eines Spielplatzes

"Bild"-Reporter spürten den Mann auf, demnach lebe er ausgerechnet in der Nähe eines Kinderspielplatzes und einer Grundschule. Der mutmaßliche Kinderschänder kündigte bereits an, nicht zum Prozess zu kommen. Außerdem habe er sich damals selbst gestellt, sonst hätte man ihn niemals finden können. Wenn er nicht erscheint, wird nach ihm erneut per Haftbefehl gesucht...

So können Eltern Missbrauch verhindern

Die Seite missbrauch-verhindern.de gibt Eltern Tipps, wie sie einen möglichen Missbrauch erkennen bzw. vorbeugen können. So sollen Eltern ihre Kinder offen über eine solche Straftat informieren und bestimmte Regeln, zum Beispiel für den Nachhauseweg, festlegen. Ebenso können Eltern auf bestimmte Warnsignale achten, die auf eine Missbrauch hindeuten, wie zum Beispiel auffälliges Verhalten oder Unterleibsverletzungen, Geschlechtskrankheiten, Blutergüsse und Bisswunden.

Lesen sie auch: Zu milde Strafen?: So geht Deutschland mit Kinderschändern um

FOTOS: Mary-Jane, Mirco, Nina... Kinder, die grausam ermordet wurden

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gma/jat/news.de

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