Wissenschaftliche Sensation: DIESES Enzym frisst Plastikflaschen

Diese Entdeckung kann ein Durchbruch im Kampf gegen Plastikmüll sein. Wissenschaftler haben versehentlich ein mutiertes Enzym erschaffen, das Plastikflaschen frisst.

Bis zu 142 Millionen Tonnen Plastikabfälle sollen in den Weltmeeren schwimmen. Bild: dpa

Europaweit fallen nach Angaben der EU-Kommission jährlich rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Nur knapp 30 Prozent davon werden zur Wiederverwertung gesammelt, die übrigen 70 Prozent landen auf Müllkippen, in Verbrennungsanlagen oder in der Umwelt, vor allem in den Meeren. Laut Bundesumweltministeriums sollen bis zu 142 Millionen Tonnen Plastikabfälle in den Weltmeeren schwimmen.

Wissenschaftler entdecken plastikfressendes Enzym und verbessern es versehentlich

Nun könnten Wissenschaftler einen Weg gefunden haben, wie man Plastik effektiv recyceln kann. Versehentlich haben sie ein Enzym so sehr verändert, dass es PET-Plastikflaschen abbaut. Bereits 2016 wurde ein Bakterium auf einer Mülldeponie in Japan entdeckt, dass Kunststoff auf natürliche Art und Weise auffrisst. In einer Folgeuntersuchung wollten die Forscher genauer wissen, wie der Plastikabbau funktioniert. Dabei haben die Wissenschaftler nicht nur die detaillierte Struktur des abbauenden Enzyms entschlüsselt, sie haben es zugleich enorm verbessert.

Ist das Enzym die Lösung gegen Plastikmüll?

"Es stellte sich tatsächlich herausstellte, dass wir das Enzym verbessert haben. Das war ein kleiner Schock", sagte Prof. John McGeehan von der University of Portsmouth, Großbritannien, gegenüber dem "Guardian". Innerhalb von wenigen Tagen zersetzt das Enzym Kunststoff. "Wir hoffen, dass wir mit dem Enzym Kunststoff wieder in seine ursprünglichen Bestandteile zersetzen können, um ihn wieder zu Kunststoff recyceln können", sagte McGeehan weiter. "Dadurch könnte man weniger Öl fördern und die Menge an Plastik in der Umwelt reduzieren." In der Natur dauert die Zersetzung von Kunststoff mehrere Jahrhunderte.

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bua/jat/news.de

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